Sonntag, 15. Oktober 2006; 15:04
Allgemein

Nichts zu holen für Näfelser Volleyballer gegen Chênois

Von: Die Südostschweiz am Sonntag - Rolando K. Küng

Seat Volley Näfels musste gestern Abend die erste Saisonniederlage einstecken. Gegen Titelverteidiger Chênois blieb Näfels deutlich hinter den Erwartungen zurück und erlebte beim 0:3 in Genf ein kleines Debakel.

Eigentlich waren ja alle im Team fest entschlossen, die Genevois erneut zu bodigen. «Wir haben in den letzten Tagen extra nicht zu hart trainiert, um heute frisch zu sein», meinte Trainer Serramalera. An Müdigkeit hat es bestimmt nicht gelegen, dass für Näfels gegen Chênois nichts auszurichten war. «Aber wir haben unsere Sideout-Punkte nicht regelmässig gemacht und so viel dafür getan, unseren Gegner ins Spiel zu bringen», ergänzte ein niedergeschlagener Serramalera.

 

Ungewohnte Fehlerserie

 

Dabei hatte das Spiel sehr gut begonnen für die Gäste – schnell lagen die Glarner mit 3:0 vorn. Danach folgte aber eine Fehlerserie von fünf Punkten durch die beiden argentinischen Profis «Tonga» Alvarez und Obeid, die während der gesamten Partie eher neben den Schuhen standen. Die Serramalera-Boys kämpften darauf aber tapfer weiter, um beim Stand von 24:23 für Chênois einen Fehlentscheid von Schiedrichter Hefti hinnehmen zu müssen. Mittelblocker Osias spielte einen Pass, welcher vom Schiedsrichter sofort als geführt abgepfiffen wurde. Damit war der erste Satz verloren.

Betrachtet man die weitere Leistung während des Spiels, kann man nicht sagen, dass dieser Entscheid spielentscheidend gewesen ist. Dass es aber ein Fehlentscheid war, gestand Schiedsrichter Hefti nach dem Spiel höchstpersönlich ein, indem er sich bei Manager Gygli dafür entschuldigte, in dieser Situation wohl etwas voreilig abgepfiffen zu haben.

Der weitere Verlauf des Spiel zeigte ein Heimteam, das immer stärker wurde und ein zeitweise desolat aufspielendes und überfordertes Näfelser Team, bei welchem praktisch alle Spieler eine ungenügende Leistung zeigten. Hiervon ausgenommen ist einzig Mittelblocker Samuel Büschi, der seine bisher beste Leistung im Dress von Näfels zeigte.

Auch Trainer Serramalera erkannte, dass selbst Passeur Bär nicht seine gewohnte Leistung erreichte und brachte an seiner Stelle Ivan Bedrac. Doch auch ihm gelang es nicht, seine Angreifer effizienter einzusetzen. So wurden Osias und Co. ein ums andere Mal geblockt.
Auch Captain Rafa Lins, der für Gaston Alvarez ins Spiel gekommen war, vermochte die nötige Wende nicht herbeizuführen, obwohl er zum ersten Mal auch wieder Angriffsbälle erhielt und diese auch öfters verwertete. Als positiv darf bei «Rafa» zumindest festgehalten werden, dass er sich nach einer schwerwiegenden Schulterverletzung auf einem guten Weg zu alter Stärke befindet.

Alle Versuche blieben wirkungslos

 

Es blieb seitens des Trainers bei einigen wenigen taktischen Versuchen, weil wohl auch er früh erkannte, dass heute die Kohlen nicht mehr aus dem Feuer zu holen waren. Fast schon wähnte man sich wieder in der letzten Saison, als man gegen die Rhonestädter nie auch nur den Hauch einer Chance hatte. Wenn man dieser Niederlage letztlich etwas Positives abgewinnen kann, dann einzig, dass nun der Druck von den Schultern der einzelnen Spieler weicht und man so gegen den nächsten Gegner viel unbelasteter aufspielen kann. «Natürlich sind wir scharf auf Lugano, wie auf jeden anderen Gegner auch», zeigte sich Näfels' argentinischer Trainer bereits wieder kämpferisch. Seine Studien der Videoaufnahmen dürften ihm die notwendigen Erkenntnisse bringen, um den Spielern aufzuzeigen, wo der Hebel anzusetzen ist, um Chênois beim nächsten Aufeinandertreffen wieder den Meister zu zeigen.

 

Chênois – Seat Volley Näfels 3:0 (25:23, 25:17, 25:20)


Sous-Moulin, Thônex. – 250 Zuschauer. – Spieldauer: 63 Minuten.
Chênois: Warinski (Passeur), Wälchli (Libero), Grün, Grabowski, Asmar (Captain), Fröhlich, Francini. Trainer: Mehmet Yilmaz.
Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Gygli, Bedrac, Obeid, Alvarez, Osias, Büschi, Prawdzic. Trainer: Juan-Manuel Serramalera.