Mittwoch, 20. März 2013; 17:02
NLA

Neue Hoffnung - neuer Druck

Von: Rolando K. Küng

Die Näfelser Volleyballer empfangen "auswärts" im Glarner Buchholz den frisch gebackenen Cupsieger Pallavolo Lugano. Nach der knappen Niederlage im Tessin vor Monatsfrist, wäre jetzt eigentlich ein Heimsieg fällig.

 

 

 

Die Polak-Truppe hat in der Doppelrunde vom letzten Wochenende immerhin vier Punkte geholt und das ist schon fast so wie eine kleine Auferstehung. Zuvor sah es gar nicht mehr rosig aus für den ehemaligen Branchenleader im Schweizer Herren-Volleyball. Doch jetzt steht Volley Näfels wieder auf dem vierten Platz und kann diesen aus eigener Kraft auch behalten. Dies berechtigte die Glarner auch nächste Saison wieder an den Europäischen Klubwettbewerben teilzunehmen. Etwas was ja schon grosse Tradition hat. Seit 1993 beteiligt sich Näfels, mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2008, immer an den verschiedenen Turnieren des Europäischen Volleyballverbandes CEV. Von den möglichen drei Anwärtern TV Schönenwerd, Volley Näfels und CS Chênois auf die beiden Plätze, hat aber das Team um Captain Thomy Büsser das schwierigste Schlussprogramm. Einmal kommt Pallavolo Lugano diesen Samstag nach Glarus und am nächsten Mittwoch müssen die Glarner noch zum TV Schönenwerd.

 

Der Nimbus der Unschlagbarkeit ist weg

Im Tessin zeigte die Polak-Truppe ein sehr gutes Spiel, was aber nicht mit einem Sieg honoriert wurde. Die Niederlage kam im Tiebreak mit 13:15. Überhaupt war das seit langem das erste Mal, dass die Glarner ihren Kontrahenten aus dem Tessin wenigstens wieder einmal richtig fordern konnten. Leider fehlte der gewiss guten Leistung das "i-Tüpfelchen" mit einem Sieg. Man kann beobachten dass der schon fast legendäre Nimbus der schieren Unbesiegbarkeit in Tiebreaks bei Volley Näfels verloren gegangen ist. Wäre dem nicht so, hätte Näfels jetzt drei Punkte mehr auf dem Konto und eine grosse Sorge weniger. "Mir ist klar, dass sich die Spieler diese Situation selber eingebrockt haben", meint Manager Gygli dazu. Trotzdem hofft natürlich auch er darauf, dass der vierte Platz behalten werden kann: "Wir geben alles, ist seine Kampfansage an die beiden nächsten Gegner".

 

Lugano steht bereits im Final

Man kann es auf alle Arten rechnen, Näfels kommt nicht daran vorbei, auch gegen den absoluten Dominator der diesjährigen Saison, den Dragons aus Lugano Punkte zu holen. Dafür spricht, dass die Südschweizer bereits jetzt für die Playoff-Finalspiele qualifiziert sind. So könnten sie auch einmal ihrem B-Team Spielpraxis geben, wie sie dies auch in Lausanne im dritten Satz getan haben und diesen auch prompt verloren. Dagegen spricht aber, dass sie unbedingt den Heimvorteil mit Platz eins behalten wollen und dazu brauchen sie halt noch zwei Punkte. Sozusagen als Hauptprobe vor dem grossen Finale muss aber Volley Amriswil in der letzten Runde noch im Tessin antreten. Und obwohl der Cupfinal in Bern gegen den selben Gegner eine klare Sache war, weiss man bei den Thurgauern nie.

 

Finir en beauté

So darf also Dalibor Polak niemals davon ausgehen, dass die Luganesi mit einer Kehraus-Stimmung in Glarus antreten werden. Will er mindestens zwei Punkte und damit einen Sieg, muss er mit seinem Team das beste Volleyball abrufen können. Was also heisst, dass schon wieder Druck da ist. Und wie gut in letzter Zeit Volley Näfels mit Druck umgehen konnte, hat man ja gesehen. Doch vielleicht haben die Spiele gegen Chênois mit dem klaren Sieg und dasjenige gegen Amriswil mit der besten Leistung dieses Jahres doch so etwas wie die Siegermentalität wiedererweckt. Das Selbstvertrauen ist ganz sicher wieder da und so darf man gespannt sein, wie sich die Mannschaft aus der Affäre zieht. Es wäre eine gute Gelegenheit, sich mit einem Sieg gegen den Meisterschaftsfavoriten Nr. 1 im Schweizer Spitzenvolleyball wieder zurückzumelden und damit die Saison wenigstens gefühlsmässig doch noch in Schönheit abzuschliessen.

 

 

Playoff-Runde, Spiel 9: Volley Näfels vs Pallavolo Lugano, Samstag, 23.03.13, 15:00h, Turnhalle Buchholz, Glarus

 

 

Foto: Köbi Hefti - So soll es auch am Samstag sein. Trotz 3-er Block der Dragons hämmert Polak an diesem vorbei zum Punkt. Immer und immer wieder.