Freitag, 13. Oktober 2006; 15:52
Allgemein

Näfelser Volleyballer wollen Chênois erneut bodigen

Von: Die Südostschweiz - Rolando K. Küng

Bereits im ersten Auswärtsspiel der neuen Saison steht für Seat Volley Näfels in Genf das Gigantenduell gegen Chênois an. Obwohl die Glarner die Genfer im Finale des Supercups klar bezwangen, sehen sie sich nicht in der Favoritenrolle.

Vor einem Jahr wäre es noch vermessen gewesen, an einen Sieg gegen die damals übermächtigen Genevois zu glauben. Diesmal ist der Ausgang des Spitzenspiels zwischen Chênois und Näfels mindestens offen und eine Rückkehr ins Glarnerland mit weiteren zwei Punkten liegt absolut drin.

 

Keine Sorgen bei Näfels

 

Grund zu Optimismus gibt Näfels nicht nur der bisher makellose Saisonstart, sondern auch die Tatsache, dass alle Spieler wohlauf sind. Blickt man nämlich zurück auf den letztjährigen Saisonstart, so jagte damals eine Hiobsbotschaft die andere. Das einzige, das normal war, war eben, dass überhaupt nichts planmässig verlief und man von Improvisationen lebte. Trainer Serramalera erwies sich allerdings als wahrer Meister im Finden von Problemlösungen. Trotzdem: In jedem Spiel gab es Änderungen in der Aufstellung und es verging viel Zeit, bis sich die Mannschaft einigermassen gefunden hatte.

Ganz anders heuer. Die meisten Trainings finden mit acht und mehr Spielern statt, auch diejenigen tagsüber. So entsteht nun sehr schnell viel Routine und ein hohes gegenseitiges Spielverständnis. Ausserdem haben in der Zwischenzeit alle gemerkt, dass sie mit dieser Mannschaft viel erreichen können in dieser Saison, sowohl die erfolgshungrigen Jungen wie auch die erfahrenen Profis aus Argentinien und Brasilien.

Ziemlich rund scheint es jedoch auch beim letztjährigen Dominator des Schweizer Herren-Volleyballs zu laufen. Chênois spielte sein erstes Meisterschaftsspiel gegen den Aufsteiger aus Münsingen und landete dabei einen klaren 3:0-Sieg.

Münsingen schien der höhere Rhythmus in der NLA noch einige Mühe zu bereiten. Die Aaretaler, die erst vor wenigen Tagen mit dem Kanadier Laidlaw Murray einen zweiten Ausländer verpflichteten, konnten Meister Chênois nie gefährden. Bei den Genfern gefiel besonders der 33-jährige Rückkehrer Mikulas Latecka, der zuletzt in Meyrin (NLB) spielte. Wie stark Latecka aber aufspielt, wenn es gegen die doch einiges stärkeren und über mehr Erfahrung verfügenden Block- und Abwehrspieler von Näfels geht, muss sich aber noch weisen.

Chênois keine Übermacht mehr

 

Eines ist aber gewiss: Die Genfer konnten ihr letztjähriges Niveau nicht halten. Dies zeigte sich auch während des Supercup-Finals, in welchem die Glarner Volleyballer gesamthaft doch den stärkeren Eindruck hinterliessen. Allerdings war da Latecka noch nicht mit von der Partie.

Wenn also Näfels-Passeur Marco Bär nach dem Sieg in Lausanne bemerkte, dass sein Team nun in die Favoritenrolle gedrängt werde, gilt es diese Rolle jetzt zu spielen und mit einem Sieg zu festigen. Sollte es für Näfels eine Niederlage absetzen, wäre dies nicht weiter schlimm und würde dafür sorgen, wieder etwas Druck wegzunehmen.

Aber natürlich reisen die Näfelser Spieler erfolgshungrig nach Genf und sind gewillt, es dem Branchenleader der letzten Saison zu zeigen. Dies wäre gerade für Passeur Bär eine tolle Erfahrung, könnte er doch dann Thônex nach fünf Niederlagen in Folge endlich einmal als Sieger verlassen.

 

Volleyball NLA: Chênois – Näfels, Samstag, 14. Oktober, 18 Uhr, Thônex, Genf.