Montag, 13. November 2006; 09:00
Allgemein

Näfelser Volleyballer liegen im Fahrplan

Von: Die Suedostschweiz - Silvano Umberg

Näfels liegt bei Hälfte der Qualifikation in der NLA-Meisterschaft im Soll. Punktgleich mit Titelverteidiger Chênois zieren die Glarner die Tabellenspitze. Viel wichtiger scheint aber, dass sich Näfels stetig verbessert hat.

Wer wie Näfels das Schweizer Männervolleyball in den letzten Jahren geprägt hat, darf an sich hohe Ansprüche stellen. Umso mehr, wenn die letzte Saison «nur» auf dem 3. Rang beendet wurde und man als Reaktion darauf im Sommer das Team komplett umgestellt hat und neben den vier ausländischen Profis über Schweizer Spieler verfügt, die ebenfalls voll auf Volleyball setzen. Dass es nach der kurzen Vorbereitungsphase im Herbst einige Zeit benötigt, ehe die neu gebildete Mannschaft zusammenwächst und sein ganzes Potenzial abrufen kann, ist verständlich.  

 

Trainingsaufwand zahlt sich aus  

 

Nach der ersten Hälfte der Qualifikationsphase ist dieser Prozess allerdings fortgeschritten, und die Glarner treten weitestgehend so auf, wie man es von einem grossen Titelfavoriten erwarten darf. «Langsam aber sicher beginnt sich die harte Arbeit auszuzahlen, die wir Tag für Tag leisten», attestierte Trainer Juan-Manuel Serramalera dem Team eine positive Entwicklung. Das Gros der Mannschaft trifft sich zweimal täglich zu einer Trainingseinheit, arbeitet an der Fitness und feilt an den Details. Dass sich so die Automatismen zwangsläufig einstellen und sich die Harmonie zwischen den Spielern auf ein Niveau hebt, von dem die meisten anderen Vereine nur träumen, vermag kaum zu erstaunen. Einzig Titelverteidiger Chênois und ansatzweise auch Lausanne UC sowie Amriswil können da mithalten. Wie stark und vor allem ausgeglichen Näfels diese Saison besetzt ist, zeigte sich auch am Samstag in Sursee gegen einen sogenannt Kleinen deutlich.War früher beim Verzicht auf Spieler der Stammsechs öfters ein klarer Niveauabfall zu verzeichnen, kann Serramalera heuer ohne Bedenken Auswechslungen vornehmen – und der Level bleibt hoch.  

 

Schlüsselspiele folgen erst

 

Wie hoch das Leistungsvermögen der Näfelser liegt, wird sich allerdings erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Meisterschaft in die entscheidende Phase geht, und vor allem dann, wenn es im europäischen Wettbewerb darum geht, die Sporen abzuverdienen. «Die Meisterschaft kann im Moment kein echter Gradmesser sein. Denn dort geht es vorerst nur darum, die Playoffs zu erreichen. Wichtiger scheint mir, dass wir uns kontinuierlich verbessern und dann Anfang Januar im Qualifikationsturnier in Slowenien die nächste Runde im European CEV-Cup erreichen. Darauf arbeiten wir nun hin», erklärt Serramalera.  

 

Leckerbissen wartet auf Näfels  

 

Gelingt es Näfels zwischen dem 5. und 7. Januar, sich gegen die Teams aus Amsterdam (Ho), Glasgow (Scho) und Lokalmatador Anhovo Kanal (Sln) durchzusetzen, wartet in der ersten Hauptrunde mit dem italienischen Spitzenteam Copra Piacenza ein echter Leckerbissen. «Das wäre natürlich toll und eine grosse Herausforderung für uns», so Serramalera. Bevor es soweit ist, warten auf die Glarner «normale» Aufgaben in der Meisterschaft und im Schweizer Cup.  

 

Revanche gegen Chênois  

 

Als erster Gegner der zweiten Qualifikationsphase wartet Lausanne UC auf Seat Volley Näfels. Eine Woche später wollen sich die Näfelser vor heimischer Kulisse gegen Chênois für die bisher einzige Saisonniederlage revanchieren. «Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingt. Denn anders als im ersten Spiel haben sich nun auch die beiden Argentinier Alvarez, der lange Zeit an den Nachwehen einer Verletzung der Bauchmuskulatur litt, und Obeid bestens akklimatisiert und ihre Form gefunden.» Und auch der wiedergenesene «Rafa» kommt Woche für Woche besser in Fahrt.