Näfelser siegen trotz Durchhänger
Seat Volley Näfels gewinnt gegen Pallavolo Lugano mit 3:1 und sichert sich damit die budgetierten zwei Punkte. Zu überzeugen vermochten die Serramalera-Boys aber nur in den ersten beiden Sätzen.
Man sah es sofort: Die Spieler von Seat Volley Näfels waren nach Glarus gekommen, um hier ein gutes Spiel abzuliefern und so den Makel der klaren Niederlage gegen Chênois vergessen zu machen. Dementsprechend geschlossen und motiviert traten sie denn auch auf in den ersten beiden Sätzen.
Sie hätten die letzte Woche viel besser trainiert als die vorherige und deshalb die Schlappe von Genf sehr gut verdauen können, meinte ein sichtlich gelöster Andi Sutter nach dem Spiel.
Glarner begannen stark
Im ersten Satz spielten die Glarner ihren Gegner förmlich an die Wand. Sie begingen selbst keine Fehler, machten ihre Sideout-Punkte konsequent und knöpften den Luganesi mit effizientem Block und sicherer Feldverteidigung Punkt für Punkt ab. Augenfällig war, wie druckvoll und sicher die Näfelser servierten.
Die Tessiner konnten einem leid tun, denn sie hatten alle Hände voll zu tun, ihrem neuen US-Passeur Newcomb einigermassen annehmbare Bälle zu liefern. So konnten keine Punkte im Angriff resultieren, da der Glarner Block stets auf dem Posten war. Dabei zeigte sich Samuel Büschi gegen sein letztjähriges Team einmal mehr in grosser Form. Spätestens jetzt wissen die Tessiner, welch guter Mittelblocker ihnen da über den Gotthard entschwunden ist.
Ebenfalls in grosser Spiellaune zeigte sich Passeur Marco Bär. Was er an Zauberbällen auspackte, verdiente mehrheitlich das Prädikat Extraklasse. Mit Ausnahme von Tonga spielten sämtliche Näfelser Angreifer ohne Fehl und Tadel. Und daraus resultierten zwei sehr klare Satzgewinne.
Hänger im dritten Satz
Wer nun aber damit rechnete, dieses Spiel sei in kürzester Zeit Geschichte, sah sich arg getäuscht. Im dritten Satz nahmen die Serramalera-Boys viel Druck weg, die Konzentration brach zeitweise völlig zusammen und nun beging man auch wieder Eigenfehler. Klar, dass mit diesem Spiel der Gegner aufgebaut wurde.
Luganos Fehlerquote sank und die Effizienz im Angriff nahm zu. Der Wechsel von Romeo zu Zé-Hugo in der Annahme zeitigte seine Wirkung ebenso wie derjenige von Caio zu Hübner. Auch Nationalspieler Coco hatte nun beim Service und im Angriff einige gute Szenen. Obwohl Näfels nie entscheidend distanziert wurde, gelang es dem Team nicht, das Heft noch einmal resolut in die Hand zu nehmen und das Spiel in drei Sätzen zu gewinnen. Da nützte auch das Eingreifen von Captain Rafa nichts mehr, welcher mit seinem Kampfgeist versuchte, seine Kameraden noch einmal wachzurütteln.
Manager Ruedi Gygli sah es so: «So ist Ballsport eben, solche schwächere Phasen gibt es immer wieder. Man dominiert zwei Sätze und verliert den nächsten völlig überraschend und unerklärlich.» Gygli verglich dabei Volleyball mit Tennis. Dort sehe man ja selbst bei Roger Federer solche unglaublichen Durchhänger. Es laufe eben viel mehr im Kopf ab, als man zuweilen denke.
Vierter Satz dann problemlos
Zu Beginn des vierten Satzes sah man ein ausgeglichenes Spiel bis zum 7:7, wobei man klar feststellen konnte, dass sich das Spiel der Glarner wieder stabilisiert, aber bei weitem nicht mehr das gute Niveau der ersten beiden Sätze erreicht hatte. Sehr oft brauchten die Angreifer zwei bis drei Bälle, um den Punkt endlich ins Trockene zu bringen.
Gegen Satzmitte, wieder mit Büschi anstelle von Roman Sutter in der Mitte, begann sich der Gastgeber aber abzusetzen. Mit Andy Sutter am Service erzielte Näfels sieben Punkte in Serie. Es gelang den Glarnern wieder, die Luganesi zu Fehlern zu zwingen und selber keine solchen zu machen.
Widerstand gebrochen
Sutters Serie war für den Gegner wohl zuviel; der Elan war gebrochen und Näfels konnte sich darauf konzentrieren, Lugano auf sichere Distanz zu halten. Bezeichnenderweise unterlief den Tessinern beim letzten Ball noch einmal ein Angriffsfehler durch Coco, der den schlechten Pass von Newcomb vor dem Näfelser Zweierblock ins Netz knallte. Damit war das Schicksal der Luganesi besiegelt, die in Glarus die zweite Niederlage in Serie hinnehmen mussten.
Anders Näfels: Mit dem nun wieder intakten Selbstvertrauen können die Glarner den nächsten beiden Partien gegen Amriswil und Andwil-Arnegg viel gelassener entgegenschauen.
Näfels – Lugano 3:1 (25:13, 25:19, 21:25, 25:20)
Kantonsschule Glarus. – 200 Zuschauer. – Spieldauer: 88 Minuten.
Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Gygli, Bedrac, Obeid, Alvarez, Osias, Büschi, Prawdzic. Trainer: Juan-Manuel Serramalera.
Lugano: Newcomb (Passeur), Rathlef (Libero), Caio, Coco (Captain), Baiano, Zé-Hugo, Hübner, Romeo, Fragomeni. Trainer: Dario Bettelo.



























































































