Näfels zieht im ersten Satz gegen Jona den Kopf in Extremis aus der Schlinge und marschiert danach durch
Das zweite Linth-Derby der Saison gewinnt Volley Näfels im Grünfeld 3:0 (26:24, 25:11, 25:19). Jona vergeigt im ersten Satz drei Satzbälle in Folge und ebnet damit Näfels den Weg zum Sieg.
Im Startsatz brachte Jona die Gäste aus dem Glarnerland arg in Bedrängnis. Zwar gelang Näfels für einmal ein guter Start. Es setzte Jona mit den Services unter Druck und ging 7:3 in Führung. Captain Marco Gygli erklärt, was danach geschah: «Je länger der Satz dauerte, umso mehr merkte man, dass uns nach der zweiwöchigen Pause der Spielrhythmus noch fehlte.» Jona verringerte den Rückstand kontinuierlich. Passeur Curdin Finschi meinte zu dieser starken Phase seines Teams: «Wenn man jedem Angreifer den Ball zuspielen kann und weiss, dass er den Punkt und seinen Job macht, ist das ein gutes Gefühl und macht es dem Zuspieler viel einfacher». Dazu machte Jona kaum Fehler, im Gegensatz zu Näfels, das innert kurzer Zeit zwei Angriffe verschlug, was Jona die Führung mit 16:15 eintrug. Der erste Satz entwickelte sich immer mehr zu einem attraktiven und spannenden Derby. Dabei feuerten die anwesenden Näfelser Anhänger ihr Team lautstark an und sorgten für eine gute Stimmung im Grünfeld.
Time-Outs mit Wirkung
Nach einem herrlichen Einerblock von Nationalspieler Linus Birchler gegen Näfels’ Leandro Mejía bog Jona mit 21:19 auf die Ziellinie ein. Näfels verlangte ein Time-out und hatte damit Erfolg. Nach einem erfolgreichen Side-out Beelers war es Topscorer Antti Ropponen, der das Break zum 21:21 schaffte, worauf Jona mit seinem ersten Time-out reagierte. Auch diese Massnahme zeigte Wirkung. Zuerst gab’s den Näfelser Servicefehler, dann zwei Finschi-Services, die Näfels Annahme nicht gut ans Netz brachte und schon hiess es dank Jonas Topscorer Mihai Voleanschii und einem Birchler-Block 24:21 – drei Satzbälle für Jona. Den ersten wehrte Mejía mit einem wuchtigen Mitte-Angriff ab. Dann kam Nico Beeler zum Service und verriet, was er dabei dachte: «Keinen Fehler, aber doch irgendwie Druck machen. Ich versuchte mich an Jonas Schwächen zu erinnern.» Dieser Plan ging auf. Gleich zweimal hintereinander scheiterte Jonas Topscorer am Näfelser Block. Damit waren alle Satzbälle weg. Und es kam noch schlimmer für das Caviezel-Team. Nach einer schlechten Annahme landete Jonas Rettungsball im Out und brachte Näfels den Satzball. Diesen verwertete Beeler mit einem kräftigen Service-Winner. «Jona spielte gut und der Gewinn des ersten Satzes wäre verdient gewesen», gestand Beeler zum glücklichen Satzgewinn seines Teams. Der Verlauf war ein Déjà-vu des Startsatzes im ersten Derby der Saison. Auch damals lag Jona mit 20:15 klar in Führung und verlor ihn in Verlängerung 27:29. Captain Gygli meinte: «Wir waren schwer unter Druck, kämpften uns mit Superblocks aber durch. Dadurch war Jona gebrochen.» Dies sieht auch Jonas Coach Dalibor Polak so: «Das Ende des ersten Satzes war entscheidend, diesen müssen wir gewinnen, aber wir haben schon wieder dem Gegner geholfen. Näfels war in diesem Satz nicht besser, trotzdem gewinnt es den Satz.»
Zuversicht und Spiel verloren
Was danach folgte, hätte nicht mehr viel mit Volleyball zu tun gehabt, sagte Polak zum weiteren Verlauf. Zumindest aus Sicht der Joner war das zutreffend. Näfels stufte das anders ein - sie hätten Jonas Dämpfer eiskalt ausgenutzt, sagte der Captain. Das Score von 25:11 widerspiegelt diese Aussage sehr deutlich. Der dritte Satz verlief ausgeglichener und auf bescheidenem Niveau. Ein Blitzstart der Einheimischen, zehn Fehler der Gäste und am Ende eine inexistente Joner Offensive und Näfelser Angreifer, denen alles gelang, ist die Kurzfassung des 25:19 für die Glarner.
Jonas Passeur Finschi meinte, dass es nach dem guten, aber verlorenen ersten Satz schwierig geworden sei. Er erklärt: «Alles fiel auseinander - Vertrauen und Zuversicht waren verflogen. Die vielen Fehler führten zum Grübeln und jeder versuchte sein eigenes Ding, und so passte das ganze Konstrukt gesamthaft nicht mehr.»
Matchtelegramm
TSV Jona Volleyball - Volley Näfels: 0:3 (24:26, 11:25, 19:25)
Grünfeld, Jona.- 150 Zuschauende. – Spieldauer: 65 Minuten.
SR: Kälin, Bastante
TSV Jona Volleyball:
Startformation: Finschi (Passeur, 1), Caviezel (Captain, 7), Blaser (Libero), Birchler (8), Maag (3), Voleanschii (6), Zandbergen (7)
Einwechslungen: Gniecki (Passeur), Kistler, Lauener, Margot (3), Schmid (Libero)
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Urs Winteler
Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur, 3 Punkte), Küng (Libero), Beeler (16), Goldrin (14), Nikolov (7), Mejía (6), Ropponen (18)
Einwechslungen: Lienhard
Headcoach: Matjaž Hafner
Assistant Coach: Álvaro Jurado Moreno

Geschafft: Näfels gewinnt auch das zweite Linth Derby der Saison mit 3:0

Best Player: Antti Ropponen und Michiel Zandbergen

Gewaltige Höhe: Der Beach-Volleyballer Michiel Zandbergen ist auch in der Halle angekommen

Immer eine Lösung parat: Antti Ropponen überzeugte gegen Jona mit seiner cleveren Spielweise

Ausgeglichen: Passeur Błażej Podleśny verteilte die Bälle sehr gleichmässig auf seine Angreifer auf Aussen

Pipe: Nico Beeler und weit und breit kein Block

Zielscheibe: Drei Viertel aller Services zirkelte Jona auf Nico Beeler, den Joner in den Reihen von Näfels

Effizienz: Nico Beeler und Anti Ropponen verwerten zwei Drittel der Bälle zum Punkt

Diagonalangreifer: Simon Margot kam währen des 2. Satzes für Jonas Topscorer Mihai Voleanschii


























































































