Sonntag, 2. November 2008; 09:32
Allgemein

Näfels vermochte an der reinen Weste Amriswils nichts zu ändern.

Von: Köbi Hefti

Auch das dritte Spiel von SEAT Volley Näfels gegen ein Spitzenteam ging verloren. Die Glarner vermochten zwar gut mitzuhalten, waren keineswegs unterlegen, doch Können und etwas Glück bei Amriswil, Pech und fehlende Kaltblütigkeit bei Näfels gaben den Ausschlag, dass Näfels 1:3 verlor.

Die Gastgeber mussten für dieses dritte Spiel gegen ein Top-Team innerhalb von zehn Tagen ins Buchholz nach Glarus dislozieren, da im sgu die Glarner Messe  gastiert. Bei den Einheimischen war man sich bewusst, dass vor allem die eigene Fehlerquote tief sein müsste, um gegen den in dieser Saison ungeschlagenen Spitzenreiter TV Amriswil bestehen zu können. Den besseren Start der beiden Ostschweizer-Rivalen erwischte Amriswil.

 

Problemkind Service

Bis zum ersten technischen Time-out führten sie 8:5. Dass dies so war, lag an der grossen Schwäche der Einheimischen - dem Service. Bis am Ende des Satzes summierten sich die so verlorenen Punkte auf acht. In der Endabrechung wog dieses Manko zu schwer. Zwar gelang es Näfels mit einem brillant spielenden Fabian Brander als Diagonalangreifer den anfänglich eingehandelten Rückstand aufzuholen, ja sogar 19:17 in Führung zu gehen. Nach einem sehr strittigen Entscheid der Unparteiischen hiess es aber nur noch 19:18 statt 20:17. Die dadurch entstandene Aufregung wirkte sich negativ auf das Spiel von Näfels aus und gab Amriswil neue Motivation. Entsprechend lief das Spiel. Gleich reihenweise misslangen die Services bei Näfels, und auch die sonst so stabilen Annahmen waren weg. Dazu war der Block bei Amriswil sehr erfolgreich. So ging dieser Satz mit 25:22 an Amriswil.

 

Weniger Risiko – mehr Erfolg

Im zweiten Umgang änderte sich das Bild. Während Näfels zurück ins Spiel fand und vor allem die Fehlerquote bei den Services zu Beginn auf Null senkte, wankte nun Amriswil. Einige Angriffe der Thurgauer landeten im Out. So gelang es Näfels, das Spiel zu dominieren und klar in Führung zu gehen. Erst zwei Fehlangriffe von Näfels brachten wieder Spannung ins Spiel und erlaubten Amriswil auf 11:13 zu verkürzen. Doch näher heranrücken konnte Amriswil bis zum Satzende nicht mehr. Näfels kam so nach dem 25:21 zum Satzausgleich.

 

Dieser Satzgewinn gab SEAT Volley Näfels sichtlich Auftrieb. Die Einheimischen spielten zu Beginn des dritten Satzes erneut sehr varianten- und erfolgreich. Passeur Bedrac setzte alle seine Angreifer geschickt und gut ein. Da aber auch Amriswil seine Schwächephase überwunden hatte, vermochte sich kein Team  abzusetzen. So war das Spiel äusserst ausgeglichen und spannend. Immer wieder, herrschte Punktgleichstand. Das Spiel der Glarner überzeugte wie selten in dieser Saison, es war in dieser Phase sichtbar besser als jenes der Thurgauer. Doch die erneut auftretende Schwäche beim Service verhinderte, dass diese Dominanz auch in einen Vorsprung umgesetzt werden konnte. Erst beim Stand von 18:16 für Näfels gab es eine minimale Zäsur. Näfels vermochte diesen Vorsprung vorerst zu halten, doch dann beendete Amriswils brasilianische Neuverpflichtung Sinotti mit einem Angriff und einem Service-Ass die Führung von Näfels. Dazu machte Näfels den Gästen mit zwei Angriffsfehlern das Leben zusätzlich leichter. Nach zwei abgewehrten Satzbällen aber beendete der bis zu diesem Zeitpunkt überzeugendste Amriswiler, Adrian Schläpfer, mit einem wuchtigen Angriff den Satz zum 25:23 für sein Team.

 

Strittige Entscheidungen als Wendepunkt

Anstelle von Brander spielte im vierten Satz der immer noch etwas angeschlagene Bruno. Dieser Wechsel brachte neuen Schwung ins Team, nicht zuletzt mit seinen  emotionalen Freudenausbrüchen. Näfels startete erneut weniger gut als der Gegner, vermochte das Spiel dank starker Services von Bruno jedoch auszugleichen. Aber auch in diesem Satz fühlten sich die Glarner durch die Schieds- und Linienrichter benachteiligt. Zuerst sahen sie nicht, dass ein  Angriff im Feld landete, um gleich danach eine Ballberührung des Näfels-Blocks zu sehen, die es nicht gab. Danach stand es 10:8 für Amriswil. Das junge Team von Trainer Carvalho vermochte sich von dieser Aufregung nicht mehr richtig zu erholen, wirkte nicht mehr gleich befreit wie vorher und machte wieder deutlich mehr Eigenfehler. Diese Chance nutzte Amriswil gnadenlos aus. Vor allem Soares beeindruckte mit einigen Hammerangriffen. Doch auch das Kollektiv der Thurgauer unter der Regie von Marco Bär fand nun richtig gut ins Spiel und dominierte die Gäste am Ende sehr deutlich. So ging dieser Satz mit 25:18 und damit das Spiel mit 3:1 an die Gäste aus Amriswil, die somit weiterhin ungeschlagen die Tabellenspitze zieren.

 

Matchtelegramm:

 

Glarus Buchholz, 1.11.2008, 17:00

Spieldauer: 98 Minuten

Zuschauer: 300

 

SEAT Volley Näfels – TV Amriswil 1:3 (22:25, 25:21, 23:25, 18:25)

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Gaft, Brander, Silvio, Roman Sutter; Gygli, Pfister, Bruno; Trainer: Leo Carvalho  

 

TV Amriswil: Bär (Passeur, Captain), Rutishauser (Libero), Sinotti, Dailey, Soares, Willi, Schläpfer; Büsser; Trainer: Johan Verstappen (HOL)

 

MVP: Brander, Soares

 

1.SR: Flückiger Adrian

2.SR: Tschumi Heinz