Näfels' verfehlter Sieg gegen Lausanne UC
SEAT Volley Näfels blieb auch in der fünften Begegnung gegen ein Spitzenteam in dieser Saison sieglos. Erneut war die 2:3 Niederlage (20:25, 21:25, 25:22, 30:28,13:15) nach missratenem Auftakt ganz zum Schluss alles andere als zwingend.
Seit dem 28. März 2007 oder 626 Tagen wartet Näfels auf einen Sieg gegen einen der drei grossen Mitkonkurrenten. Der damalige 3:0 Sieg gegen Amriswil war die Krönung einer sehr erfolgreichen Saison mit dem Meistertitel. Doch damit endete auch die Zusammenarbeit mit Trainer Juan Serramalera und Captain Rafa. Seither ist es Näfels nicht mehr gelungen, an der Spitze mitzuhalten. Während im letzten Jahr die personelle Besetzung des Teams sehr schmal war, kann dieses Jahr dieses Argument nicht mehr ins Feld geführt werden. Das Problem des Teams 2008/2009 liegt nicht beim Können, sondern beim Vertrauen und der Konzentration. Das sichtbar vorhandene Potenzial kann nicht in Siege umgemünzt werden, weil zu viele Eigenfehler die Ernte immer wieder kaputt machen.
Nur wenig fehlte zum Happy End
Genau so ist auch die erneute Niederlage am Samstag gegen Lausanne UC zustande gekommen. Teammanager Gygli fasst zusammen: "Wir begannen schlecht, lagen schnell 0:3 zurück. Dadurch haben die Spieler das Selbstvertrauen verloren. Es war ähnlich wie schon vor zwei Wochen gegen Chênois. Dazu kam, dass Gaft bei Annahme und Service heute ein Ausfall war und Bruno neben seinen guten mit zu vielen Fehlern auch seine schlechte Seite zeigte. Im dritten Satz fanden wir uns, auch dank der Fehler von Lausanne, die einige Angriffe ins Out setzten. Im Tie-Break war das Spiel sehr ausgeglichen. Nachdem wir 1:4 zurück lagen, kämpften wir uns wieder heran, lagen gar in Führung. Am Ende aber entschieden Fehler das Spiel gegen uns. Das ist schade!"
Trainer Carvalho sprach nach der Partie von zwei Spielen. Er bemängelte in den beiden ersten Sätzen die äusserst schlechten Annahmen und bezeichnete die Services seines Teams als Witz. Ab dem dritten Satz sah er eine deutlich verbesserte Annahme und eine klare Steigerung bei den Services, die LUC vermehrt in Schwierigkeiten brachte. Zufrieden war er auch, dass Bruno nach seiner Verletzung durchspielen konnte und für viele Punkte sorgte.
Mehr Punkte erspielt als Lausanne
Der Auftakt war aus Sicht von SEAT Volley Näfels ein Trauerspiel. Passeur und Captain Bedrac zeigte sich selbstkritisch: "Zu Beginn des ersten Satzes warteten wir darauf, dass Lausanne Fehler machen würde und wir so ins Spiel kommen." Dieser Plan ging daneben, denn Fehler machte vor allem Näfels, zwölf waren es im 1. Satz, während LUC gerade mal vier Punkte auf diese Weise den Gastgebern schenkte.
Die Fehlerbilanz verbesserte sich in den nachfolgenden Sätzen. Auch LUC leistete sich den einen oder anderen Aussetzer. Am Ende des Spiels war aber die viel zu grosse Fehlerquote - Näfels machte beinahe doppelt so viele Fehler wie die Gäste - der matchentscheidende Unterschied, vor allem auch im Tie-Break (8:3).
Spion in der Halle
Doch wo Schatten ist, gibt es auch Licht. Das war auch bei diesem Spiel nicht anders. Näfels erzielte viel mehr Punkte mit seinen Angriffen und den direkten Killerblocks als das Siegerteam aus Lausanne. Dies zeigt, dass das Potenzial vorhanden ist, um auch gegen Spitzenteams zu bestehen. Das weiss offenbar auch Amriswil, der unangefochtene Leader in der Tabelle und Gegner von Näfels am nächsten Wochenende. Ein Beobachter tauchte mit Videokamera im Buchholz auf, um sich ein genaues Bild zu machen und sich optimal auf dieses Ostschweizer Derby vorbereiten zu können.



























































































