Näfels verabschiedet sich respektabel aus dem Challenge Cup
Auch im Auswärtsspiel war das kein Klassenunterschied zwischen Näfels und dem in der russischen Topliga spielenden Surgut zu erkennen. Einzig der dritte, leider entscheidende Satz, fiel gar deutlich zugunsten der russischen Mannschaft aus.
Näfels hatte sich während zwei Tagen gut in Sibirien akklimatisiert und ging optimistisch ins Spiel – gestern schien das Klima bereits weniger beissend und der Gegner aus Surgut keineswegs übermächtig. Trotzdem gestaltete sich der Start, welche von Trainer Polak als so wichtig taxiert worden war, als äusserst schwierig. Ungenauigkeiten im Spielaufbau erschwerten den Angreifern das Leben, und Surgut zog gleich auf 5:1 davon. Näfels kämpfte, vielleicht aber zu verbissen – die Gäste lagen auch in der zweiten technischen Auszeit noch mit 10:16 zurück. Erst dann, als sich die russische Equipe vielleicht bereits in Sicherheit wähnte, kam Näfels nochmals bis auf 23:23 heran. Es wollte aber nicht mehr reichen, die nächsten zwei Punkte und der Satz gingen an die Gastgeber.
Im zweiten Satz agierte Näfels von Beginn weg beinahe fehlerfrei. Richtig absetzen konnten sich die Glarner aber erst ab Spielmitte, sie zogen in dieser Phase ihr Ding konsequent durch, während der Gegner wohl leicht nachliess. Dann aber ein Schockmoment, als sich Zuspieler Giger nach einem Blockversuch am Boden wälzte und vom Feld getragen werden musste. Kai Aebli sprang jedoch souverän ein und brachte mit seinen Mitspielern den Satz sicher nach Hause.
Dann schienen aber zu Beginn des dritten Durchgangs die Angreifer verunsichert oder taten sich zumindest schwer mit der Umstellung. 4:8 und 7:16 lauteten die vernichtenden Zwischenstände bei den Timeouts. Dabei hätte Näfels diesen sowie den folgenden Satz unbedingt gebraucht, um den Golden Set zu erreichen und die Chance auf ein Weiterkommen zu wahren. Der Rückstand war jedoch zu gross, Surgut vollendete ohne grosse Nervosität den Satz und zog damit bereits in den Halbfinal ein.
Danach wechselte auch Surgut durch und zog damit mit den Näfelsern gleich, bei denen bereits zuvor neben Aebli mit Fořt und Roos drei Ersatzspieler aufs Feld gekommen waren. Der vierte Satz war bis zur Hälfte ausgeglichen, dann konnte sich Näfels mit einer Service-Serie von 12:11 auf 16:11 absetzen. Die russischen Gastgeber bäumten sich zwar noch einmal auf, dennoch setzte sich Näfels durch und holte sich so mit dem fünften Satz die Chance, mit einem Sieg aus dem Challenge Cup auszuscheiden.
Dieser wurde jedoch zu Beginn wieder von Surgut dominiert, welche sich schnell einen Drei-, beziehungsweise Vierpunktevorsprung erspielte und diesen bis zum Ende halten konnte. Dennoch wusste Näfels bei diesem Aufeinandertreffen in beiden Partien und fast allen Sätzen zu gefallen. Wohl viele hatten ein deutlicheres Gesamt-Score erwartet.
Schade ist die verpasste Chance trotzdem, denn das Halbfinale wäre in Reichweite gelegen und ein erneuter Rekord für den Glarner Verein geworden. Den Unterschied machten in der zweiten Partie schlussendlich die Angriffsrate sowie die Zahl der Blocks – Surgut hatte mit 18 beinahe doppelt so viele Killblocks wie die Gäste (10). Am Service, beziehungsweise in der Annahme konnte Näfels sogar mehr überzeugen. Thomas Brändli, welcher mit sieben Blocks und ebenso vielen Pluspunkten durchaus zu gefallen wusste, meinte nach der Partie: «Mit der gesamten Europacup-Kampagne dürfen wir zufrieden sein. Auch, dass wir mit einem Team dieser hervorragenden Liga mithalten konnten, spricht für unsere Arbeit und sollte uns glücklich stimmen. Schade ist aber: mit mehr Cleverness wäre noch mehr drin gelegen». Recht hat er, Näfels hat sich mit den zwei Siegen gegen Waldviertel aus Österreich sowie Karlsbad aus der starken tschechischen Liga und den Auftritten gegen Surgut definitiv Respekt verdient und gute Werbung für das Schweizer Volleyball gemacht.
Matchtelegramm
Gazprom-Ugra Surgut (RU) - Biogas Volley Näfels: 3:2 (25:23, 20:25, 25:13, 22:25, 15:10)
Prem'er Arena, Surgut. – 500 Zuschauer. – Spieldauer: 130 Minuten.
SR: Vestbo (NO), Vakunovic
Gazprom-Ugra Surgut:
Startformation: Ignatyev (Passeur), Ursov (Captain), Andreev (Libero) Krsmanovic, Glivenko, Safonov, Ivanov,
Einwechslungen: Bjelica, Platonov, Chefranov
Headcoach: Rafael Khabibullin
Assistant Coach: Sergiy Sosnin, Ruslan Zhbankov
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Giger (Passeur) Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Formela, , Radomski, Brändli, Martinez
Einwechslungen: Fořt, Aebli, Walzer, Roos
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller



























































































