Näfels und Voléro Cupfinal-Favoriten - Underdogs mit Hoffnungen
In den Finals des PAX-Schweizercup vom Samstag in Bern heissen die Favoriten Näfels bei den Männern und Voléro Zürich bei den Frauen. Die Glarner treten gegen Lugano an, und die Zürcherinnen treffen auf den Qualifikationssieger Köniz.
Im 47. Cupfinal der Männer als auch im 43. der Frauen kommt es zu zwei Premieren; die diesjährigen Teilnehmer standen sich noch nie gegenüber. Dennoch sind die Favoritenrollen in der Berner Wankdorfhalle klar verteil. Den Underdogs Lugano und Köniz bleibt die (nicht ganz unberechtigte) Hoffnung auf eine Überraschung.
Der sechsfache Cupsieger Näfels war in der laufenden Saison eindeutig die ausgeglichenste und beste Equipe. Das Team von Trainer Juan Manuel Serramalera verlor in der Meisterschaft nur zwei Partien und steht nach ein einjähriger Unterbrechung wieder im Playoff-Final (gegen Amriswil). Von einer einfachen Aufgabe im Spiel gegen Lugano wollte Näfels' Manager Ruedi Gygli dennoch nicht sprechen: "Unsere Vorteile sind die Routine und die Ausgeglichenheit, aber die Tessiner sind ein sehr gefährlicher Aussenseiter. Wenn es ihnen läuft, sind sie unberechenbar." Luganos erster Cupsieg liegt 15 Jahre zurück.
Am Samstag will Lugano die Saison gleichsam retten. Eine Woche nach dem Cupfinal muss es in der Meisterschaft gegen Andwil-Arnegg gegen den Abstieg spielen, nachdem die erste Playout-Runde gegen den letztjährigen Double-Gewinner Chênois mit 1:3-Siegen verloren ging. Dass das Team von Dario Bettello Volleyball spielen kann, bewies es in dieser Saison mehrmals: Sowohl Näfels als auch Chênois gewannen im Tessin jeweils nur knapp in fünf Sätzen. In einem einzigen Spiel ist Lugano (wie beim 3:2 im Halbfinal gegen Amriswil) durchaus eine Überraschung zuzutrauen, zumal bei der Tatsache, dass Näfels weniger überlegen auftritt als Chênois in der vergangenen Saison. "In einem Cupfinal ist alles möglich", sagte Bettello. "Näfels ist auf dem Papier sicher stärker als wir, aber wir werden mit unserem Teamgeist und viel Engagement eine Chance haben."
Köniz heimlicher Favorit?
Bei den Frauen hat Köniz gegen das Starensemble von Voléro in dieser Saison nicht nur am Sieg geschnuppert, sondern zweimal mit 3:2 gewonnen. Gelten die Bernerinnen nun als heimliche Favoritinnen? "Das sind wir sicher nicht", sagte Köniz' Manager Beat Ackermann. "Voléro geniesst derzeit zwar nicht mehr den Status einer unschlagbaren Equipe, auf dem Papier ist sie jedoch eindeutiger Favorit. Unsere Aussichten sind trotzdem nicht ganz schlecht. Wir haben ein Team, das Emotionen und Leidenschaft zeigt. Damit werden wir sicher etwas wettmachen können", erläuterte Ackermann, der mit Köniz den Cup viermal (letztmals 2004) für sich entscheiden konnte.
Voléro machte in den letzten Wochen vor allem Schlagzeilen ausserhalb des Spielfelds. Nach einer Formkrise ersetzte Velibor Ivanovic beim Organisator des Champions-League-Finalturniers Miroslav Aksentijevic als Trainer. "Seither befinden wir uns wieder auf Kurs", sagte der Manager und Cheftrainer Stav Jacobi. Dem Cupfinal misst er im Vergleich zur Meisterschaft und zur Champions League keine allzu grosse Bedeutung zu: "Die Partie gegen Köniz ist im Prinzip nur eine weitere Vorbereitungspartie im Hinblick auf kommende Aufgaben. Natürlich wollen wir den Cup gewinnen, aber in Topform wollen wir am 24. März (Halbfinal in der Champions League -- die Red.) und nicht am 24. Februar sein." Für Voléro wäre es der dritte Cupsieg in Folge.
Bern (Wankdorfhalle). PAX Schweizer Cup. Finals - Samstag, 24. Februar 2007.
Frauen (14.30 Uhr): Voléro Zürich - Köniz.
Männer (18.00 Uhr): Näfels - Lugano.
Der Weg in den Final
Näfels (11. Teilnahme/6 Siege). Achtelfinal: Münchenbuchsee (NLB) - Näfels 0:3. Viertelfinal: Chênois - Näfels 1:3. Halbfinal: Lausanne - Näfels 1:3.
Lugano (2./1). Achtelfinal: Lunkhofen (NLB) - Lugano 0:3. Viertelfinal: Andwil-Arnegg - Lugano 0:3. Halbfinal: Lugano - Amriswil 3:2.
Voléro Zürich (3./2). Achtelfinal: Neuchâtel (NLB) - Voléro Zürich 0:3. Viertelfinal: Voléro Zürich - Aesch-Pfeffingen 3:0. Halbfinal: Voléro Zürich - Franches-Montagnes 3:0
Köniz (6./4). Achtelfinal: Ruswil (1. Liga) - Köniz 0:3. Viertelfinal: Cheseaux (NLB) - Köniz 0:3. Halbfinal: Köniz - Bellinzona 3:0 forfait (Bellinzona nicht angetreten).
Alle Cupfinals seit 1997
Männer (total 46 Finals): 1997: Chênois - Amriswil 3:1 1998: Näfels - Lutry-Lavaux 3:0 1999: Amriswil - Winterthur 3:1 2000: Näfels - Amriswil 3:2 2001: Näfels - Lutry-Lavaux 3:0 2002: Chênois - Näfels 3:0 2003: Chênois - Amriswil 3:0 2004: Näfels - Amriswil 3:0 2005: Näfels - Amriswil 3:0 2006: Chênois - Amriswil 3:0
Frauen (total 42 Finals): 1997: BTV Luzern - RTV Basel 3:1 1998: BTV Luzern - Wattwil 3:1 1999: Köniz - BTV Luzern 3:2 2000: Kanti Schaffhausen - BTV Luzern 3:1 2001: Köniz - Schaffhausen 3:0 2002: Köniz - Schaffhausen 3:0 2003: BTV Luzern - Köniz 3:1 2004: Köniz - Schaffhausen 3:0 2005: Voléro Zürich - Franches-Montagnes 3:0 2006: Voléro Zürich - Aesch-Pfeffingen 3:0



























































































