Näfels - Sursee oder das Duell der beiden Überraschungsteams
Heute Nachmittag trifft SEAT Volley Näfels auf Sursee, das am letzten Wochenende mit dem 3:0 Sieg über Chênois für die bisher grösste Überraschung dieser Meisterschaft sorgte. Näfels ist gewarnt und will mit einer geschlossenen Teamleistung und guten Services zum Siegen zurückkehren.
Die Begegnung zwischen Näfels und Sursee war in den letzten Jahren oft eine eindeutige Geschichte. Meistens zogen die Glarner als deutliche Sieger von dannen. Doch die heutige Partie gegen Sursee verspricht Spannung, stehen sich doch jene beiden Teams gegenüber, welche am letzten Wochenende für die ganz grossen Überraschungen sorgten. Sursee schlug den Meisterschaftsfavoriten Chênois glatt in drei Sätzen und sorgte so für grosse Schlagzeilen, während Näfels nach langer Zeit wieder einmal gegen einen "Underdog" den Kürzeren zog und eine negative Presse erhielt. Die Mannschaft will diesen Ausrutscher korrigieren und gegen Sursee mit einer starken Teamleistung wieder zum Erfolg zurückkehren.
Mit Risiko und Kracher zum Erfolg
Ein Schlüssel des Erfolgs des modernen Volleyballs ist mehr und mehr der Service. Ist ein Team am Service, so sind die Chancen des Gegenübers viel grösser, einen Punkt zu erzielen. Im Normalfall werden mehr als die Hälfte der Punkte so gewonnen. Im Jargon heisst das Sideout. Damit die Chancen erhöht werden können, um einen Punkt bei eigenem Service zu erzielen, muss der Gegner mit dem Service in Schwierigkeiten gebracht werden. Möglich ist dies mit einem Risiko- oder Punkt-Service, also einem Sprungservice und einem richtigen Kracher. Ziel eines solchen Services ist ein As oder Servicewinner und der direkte Punktgewinn. Doch dies ist sehr risikoreich. Bei SEAT Volley Näfels haben Joelson, Vinicius und Andy Sutter die Fähigkeit, solche Geschosse loszulassen. Im absoluten Spitzenvolleyball ist diese Variante des Services heute sehr verbreitet. Kein Risiko wird gescheut.
Flatterbälle lassen Nerven flattern
Wie viel beim Servieren riskiert werden darf, ist situationsabhängig. Gelingt dem Team praktisch jedes Sideout, so ist mehr Risiko erlaubt, denn nach einem Servicefehler folgt fast sicher der nächste Punkt. Ist das Sideout aber nicht gut, so lohnt sich dieses Risiko nicht. Dann kommt ein taktischer Service zum Einsatz. Es ist häufig zu beobachten, wie in solchen Phasen Trainer und Spieler sich vor dem Service kurz absprechen. Was ist ein taktischer Service? Damit wird mit dem Ball eine Position anvisiert, auf die der Gegner meist gleich reagiert und nach demselben Muster angreift. Dies vereinfacht die eigene Blockarbeit, weil die Blocker im Voraus wissen, wo der Angriff mit grosser Wahrscheinlichkeit erfolgen wird. Besonders wirkungsvoll sind solche Anspiele in Kombination mit einem starken Float-Service oder Flatterball, der die Annahme vor zusätzliche Probleme stellt und die Nerven der Annahmespieler flattern lässt. André Miller und Samuel Büschi sind in dieser Beziehung die Meister in Näfels' Reihen und zählen zu den besten der Schweiz.
Wann sind Servicefahler ein Tabu?
Es gibt Spielsituationen, da darf kein Servicefehler passieren. Das ist der Fall nach einem Time-Out, nach einem langen und intensiven Ballwechsel, wenn das Momentum auf der eigenen Seite ist, bei langen Serviceserien und der Gegner dadurch schon verunsichert ist oder in Schlüsselmomenten wie zum Beispiel am Ende eines Satzes bei engem Spielstand. Näfels hat in den letzten Spielen diesbezüglich nicht brilliert und zu oft den Service verhauen. Ein Schwerpunkt des Trainings dieser Woche war deshalb der Service. Heute Samstag um 17 Uhr folgt dann die Probe, im Spiel gegen Raiffeisen Sursee.
Meisterschaft 10. Runde: SEAT Volley Näfels – Raiffeisen Sursee
Näfels linth-arena SGU, Samstag, 1.12.2007, 17:00
1.SR: Stanisic Sascha
2.SR: Sikanjic Aleksander



























































































