Montag, 6. Februar 2012; 10:55
Allgemein

Näfels‘ Sieg dank besserer Einstellung und Dominanz am Block

Von: Köbi Hefti

Der 3:1 Sieg (25:20, 16:25, 25:19, 25:21) zum Auftakt der Play-off Runde von SEAT Volley Näfels in Amriswil war verdient. Das Team von Coach Matus Kalny war in fast allen Belangen besser als Volley Amriswil, obwohl der Auftritt nicht so überzeugend war wie zuletzt.

 

Der ganz grosse Auftritt von Näfels im bitterkalten, von der Bise geprägten Amriswil war es nicht. Vielleicht lag‘s daran, dass es sogar in der Halle recht frisch war und kaum heisse Derby-Stimmung aufkam. Rückblickend kann aber festgehalten werden, dass Näfels das Spiel im Griff hatte und die wenigen brenzligen Situationen meisterlich bewältigte.

 

Allein die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn das Gesamtscore mit 91:85 knapp ausfiel. Dass dieses Ergebnis so knapp war, ist auf den zweiten Satz zurückzuführen, als Näfels von Amriswil dominiert wurde und mit 16:25 unterging. Neben diesem Ausrutscher war Näfels aber sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive das tonangebende Team. In der Statistik schwingt Näfels  fast in allen Belangen oben auf: 

49 Angriffspunkte gegenüber 45 von Amriswil, 14 direkte Blockpunkte gegenüber sechs, dazu sechs Servicewinner und Asse gegenüber vier der Thurgauer. Weiter gab es 22 Punkte durch “unforced errrors“ des Gegners, wovon zwölf Services betrafen, die das Ziel verfehlten. In dieser Rubrik war Amriswil trotzdem besser als Näfels, das sich noch acht Fehler mehr erlaubte, allein 18 davon waren Servicefehler.

 

„Wir hauten einfache Bälle in den Block“

Am Samstag waren auch die Einstellung und der Siegeswille beim Meister grösser als bei den Thurgauern. Marc Walzer, der ehemalige Näfelser und seit dieser Saison Stammspieler als Mittelblocker bei Volley Amriswil, sass auch Minuten nach Spielende niedergeschlagen auf der Bank. Er, der immer siegen will, besonders gegen seine ehemaligen Teamkollegen aus Näfels, sah den Grund für diese Niederlage vor allem bei seinem Team: „Wir machten viele einfache Bälle nicht, hauten nach guten Annahmen diese Bälle in den Block. Aber auch wenn wir in der Verteidigung einmal einen Ball holten, machten wir den Punkt nicht. Solche Chancen muss man aber packen, um gewinnen zu können.“

 

„Wir wollten den Sieg“

Zlatko Pulko, der am Samstag Höhen und Tiefen durchlebte, bestätigt Walzers Aussage: „Nur gute Teams können mit schlechtem Spiel gewinnen.“ Näfels habe nicht auf jenem Niveau gespielt wie zuletzt, Sowohl beim Service wie im Angriff hätten sie zu viele Fehler gemacht, erklärte er das „schlechte Spiel“. Er fährt fort: „Wir wollten den Sieg viel mehr als unser Gegner und kämpften viel überzeugender. Das  war auch der Grund, weshalb wir beim Block so erfolgreich waren und in der Verteidigung mehr Bälle holten als Amriswil.“

 

Tomas und Klapal setzten die Glanzpunkte

Neben Pulko waren am Samstag auch Ilic und Polak bei weitem nicht so effizient wie in den letzten Spielen. Schlecht war es nicht, was diese drei zeigten. Der Unterschied zu Marek Tomas und Martin Klapal, die beide eine Glanzpartie ablieferten, war aber deutlich. Tomas erzielte mit seinen 20 Angriffen 15 Punkte, das ist für einen Aussenangreifer eine ausgezeichnete Quote. Noch besser sieht es bei Mittelangreifer Klapal aus. Neun der elf zugespielten Bälle verwertete er. Dazu war er bei den meisten erfolgreichen Blockparaden beteiligt. Es ist keine Frage, die beiden Tschechen machten am Samstag den Unterschied aus. Zusammen mit den  Offensiv- und Defensiv-Regisseuren Bedrac und Werner ergab dies einen Mix, der unbezwingbar war.

 

Lange Pause

Coach Matus Kalny reiste mit einem guten Gefühl nach Hause. „Drei Punkte sind drei Punkte, auch wenn wir nicht sehr gut spielten“, sagte er. Ob die nun kommende Pause von drei Wochen bis zum nächsten Heimspiel gegen Lugano sogar gut und hilfreich sei, um wieder die Januarform zu finden, bezweifelt er. „Wenn man nach einem Sieg eine so lange Pause hat, finde ich dies nicht gut. Wir werden es erst Ende Februar im nächsten Ernstkampf sehen, wie wir diese Pause nutzten.“