Mittwoch, 29. August 2012; 12:47
NLA

Näfels' Neuer kommt aus Finnland

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels hat einen neuen Spieler auf der Position Annahme und Aussenangriff verpflichtet. Er heisst Toni Kankaanpää und kommt aus Helsinki. Damit spielt seit langen Jahren wieder einmal ein Finne im Team der Näfelser Volleyballer. Vorher war er bereits in Estland, Polen, Zypern und Österreich als Profi tätig.

 

Den eingefleischten langjährigen Volleyball-Fans sind die beiden Finnischen Passeure Petteri Laurila und Arto Hanni bestimmt noch in Erinnerung. Mit ihnen wurde der Näfelser Volleyballklub zum ersten, respektive zum zweiten Mal Meister. Das war in den späten Neunzigerjahren. Seither hat nie mehr ein Spieler aus Finnland den Weg nach Näfels gefunden. Und jetzt, nach all den Jahren, haben genau diese beiden Passeure etwas mitgeholfen, dass Kankaanpää (man sagt: Konkonpää) jetzt bei Volley Näfels spielt. "Natürlich habe ich meine beiden Freunde danach befragt, wie das denn hier so sei. Mit Petteri habe ich ja letzte Saison bei Korson Veto in Vantaa bei Helsinki gespielt", erklärt der 1.94m grosse und fliessend Englisch sprechende Volleyball-Profi. (er spricht aber auch noch Estnisch und Schwedisch - ist also viersprachig) Und offenbar hat ihm gefallen, was er von den beiden Ehemaligen gehört hat. Aber natürlich hörte er noch viel mehr Positives über Volley Näfels direkt von seinem Spielervermittler. Dieser ist kein Geringerer als Jouni Parkkali. Seines Zeichens der Trainer, welchem es 1998 gelungen ist mit der Mannschaft den Bann zu brechen und das Image der Silber-Boys - nach vier Vize-Meistertiteln hintereinander - abzulegen. Damals herrschte Volleyball-Euphorie pur im Glarnerland und es begann die wirklich grosse Zeit für den Näfelser Volleyballklub.

Meister in Estland und Österreich

Doch auch Kankaanpää weiss wie es ist Meister zu werden. Er weiss aber auch genau, was man dafür tun muss um am Ende einer langen und harten Saison der Beste zu sein. 2007 war er in Estland und 2011 in Österreich Meister mit Hypo Tirol Innsbruck. Mit den Tirolern bestritt er auch die MEVZA-Meisterschaft und die Champions League. Volleyballerisch seinen Höhepunkt hatte der Nordländer aber bestimmt mit Czestochowa in Polen. Da spielte er in einer der absolut stärksten Ligen ganz Europas. "Zu Beginn war ich vierter Annahmespieler im Team, aber die letzten sieben Spiele stand ich in der Startaufstellung", berichtete er nicht ohne Stolz. Er habe da Spiele vor bis zu 5500 Zuschauern bestritten. Und natürlich habe ihn das zu absoluten Höchstleistungen angestachelt. Wie auch in den 18 Spielen, welche er mit der Finnischen Nationalmannschaft bestritt. In der Word League spielte er gegen die Nationalteams aus den USA, Spanien und Polen. So darf man davon ausgehen, dass Toni über viel Erfahrung verfügt und sich an hektische Situationen längst gewöhnt hat.

Ich lebe meinen Traum

Als Einzelkind und Spross einer sportlichen Familie in Helsinki aufgewachsen, liebt er die vielen Reisen welche sein Sport mit sich bringt sehr. Und seinen Eltern scheint es auch zu gefallen, denn da wo ihr Sohn spielt, kommen sie ihn besuchen. Für ihn steht fest, dass er noch möglichst lange als Volleyball-Profi dabeibleiben will. "Ich habe mich an dieses Leben gewöhnt und lebe meinen Traum". Wer kann das schon von sich sagen? Auf die Frage über seine Pläne hier in Näfels, will er sich nicht festlegen. Er müsse nun doch zuerst einmal beweisen, dass er als Spieler sich ins Team einfügen könne. Von seiner tragenden Rolle will er nichts wissen. Er sei ein Teamplayer und genau gleich wichtig wie jeder andere der Mannschaft auch. Auf seiner Position müsse man sich in den Dienst der Mannschaft stellen und der Angriff starte ja schliesslich mit einer perfekten Annahme.

Schlüsselrolle für Kankaanpää

Eines ist sicher, er brennt bereits jetzt auf den Start in die Meisterschaft und ist auf die lange Saison bestens vorbereitet. "Es wird eine harte Saison mit vielen engen Spielen und ich glaube dass wir in der Lage sind, um die Meisterschaft mitzuspielen", blickt der Blondschopf voraus. (seine Haare sind übrigens Natur pur, obwohl zweifarbig) Ob dies Realität wird hängt trotz seinem Understatement doch zu einem wichtigen Teil vom 28-jährigen Finnen ab. Ihm ist aufgrund seiner Erfahrung, seinem Können und seinem Palmarès eine Schlüsselrolle zugedacht.