Mittwoch, 4. April 2018; 06:55
NLA

Näfels neue Chance um die Vorherrschaft in der Ostschweiz zurückzuholen

Von: Köbi Hefti

Nur vier Tage nach dem Cupfinal trifft Biogas Volley Näfels erneut auf Amriswil. Im Best-of-3 Halbfinal spielt Näfels heute auswärts und dann am Samstag und falls nötig am Sonntag daheim.


Mit Dalibor Polak sprach Köbi Hefti


Herr Polak, die erste Schlacht im Cupfinal gegen Amriswil ging verloren. Am Mittwoch folgt im Play-off Halbfinal die zweite. Freut sich die Mannschaft darauf?
Ja, das muss so sein. Das sind Profis. Nach der Pleite am Samstag gilt es den Schalter umzudrehen, den Kopf auf Sieg einzustellen und sich auf diesen Play-off Halbfinal gegen Amriswil zu freuen.


Welche Stimmung herrschte in der Kabine unmittelbar nach dem Cupfinal? 
Die Spieler waren traurig, einige sehr, andere weniger. Ich habe auch einige Worte an die Mannschaft gerichtet.


Waren das nette oder kritische Worte?
Eigentlich wollte ich nett sein, aber das konnte ich nicht sein. Ich habe unsere Angreifer und auch die Mitte kritisiert, welche ohne Selbstvertrauen spielten.


Die Erfolgsquote in der Mitte war aber nicht schlecht. Betraf ihre Kritik mehr die Blockarbeit?
Ja. Während der Vorbereitung habe ich gesagt, wie geblockt werden soll. Im Spiel setzten die Spieler dies aber nicht wie geplant um. Sie waren nicht genügend aggressiv und trafen teilweise Entscheidungen, die ich nicht verstehen konnte. So war eine Vorgabe, dass sie vor allem zu Beginn der Sätze bei guten Annahmen des Gegners mit der Mitte mitgehen müssen, was dann jedoch nicht geschah.


Sie erwähnten das Problem der nicht effizienten Angriffe. Was ist der Grund dafür?
Mein erstes Gefühl nach dem Cupfinal war, dass wir in einer Situation steckten wie beim Bau eines Kartenhauses. Wir mussten die letzte Karte setzen und dann fiel im ersten Satz das ganze Haus zusammen. Darauf versuchten die Aussenangreifer etwas Spezielles zu machen anstatt das, was sie immer wieder trainieren und beherrschen.


Halten sich die Spieler nicht mehr an Ihren Game-Plan?
Nein, so kann das nicht gesagt werden. Es fehlte jedoch etwas die Konzentration im Vergleich zum Gegner. Ich habe mir die Fernsehbilder im Nachhinein angeschaut. Dort ist mir bei den Grossaufnahmen der Spieler aufgefallen, wie fokussiert die Amriswiler waren.


Eine weitere Qualität, welche Biogas Volley Näfels in dieser Saison oft auszeichnete, war Block-Defense. Liegt es an den Gegnern, dass dies zuletzt nicht mehr so war oder doch eher bei Näfels?
Howatson ist ein sehr schwer einzuschätzender Passeur, variantenreich in seiner Spielweise. Einmal spielt er so, ein anderes Mal ganz anders. Aber es liegt auch an uns, da wir zu wenig druckvoll sind. Doch selbst als wir Druck machten und die Amriswiler zu hohen Bällen zwangen, waren sie sehr, sehr erfolgreich. Bei uns klappte das System Block-Defense nicht. Ich vermisste die Konzentration und Aggressivität in der Verteidigung. Teilweise gab es auf unserer Seite bei Finten kaum eine Reaktion.


Welche Möglichkeiten haben Sie als Trainer um das Geschehene vergessen zu machen und die Freude wieder aufkeimen zu lassen?
Das ist eine schwierige Situation. Das Spiel folgt sehr schnell. Ich versuche primär auf der psychologischen Seite anzusetzen. Die Spieler müssen das Vertrauen wieder finden. Das Training am Montag hatte zum Ziel, mit spielerischen Formen die Freude zu wecken. Damit soll verhindert werden, was am Samstag geschah, als Amriswil sein Spiel spielte und wir uns durch das Spiel würgten.


Klar, sie glauben an Ihr Team und an den Sieg am Mittwoch. Aber gilt dies auch für alle Spieler?
Es ist meine Aufgabe, die Spieler aufzurichten. Wenn die Spieler in der Aufarbeitung des Cupfinals klar kommunizieren, kann ich ihnen helfen. Dazu sehe ich es Vorteil, dass wir zuerst auswärts antreten dürfen wie im Europacup in den ersten beiden Runden. Das brachte uns Erfolg und ist ein gutes Omen für das Spiel am Mittwoch.



Play-off Halbfinal Spiel 1 (best-of-3)

Volley Amriswil - Biogas Volley Näfels

Tellenfeld, Amriswil, Mittwoch, 4. April 19:00 h

 

Blick auf Amriswil: Dalibor Polak weiss, dass Amriswil stark spielte, sein Team es dem Gegner aber auch leicht machte

Vorbeikommen: Die Angreifer müssen mit Vertrauen agieren und so spielen, wie sie es im Training üben

Intensiver Austausch: Die Aufarbeitung des Cupfinals ist sehr zentral, um auf den richtigen Weg zurückzufinden

Der letzte Tanz im Tellenfeld: Näfels erinnert sich gerne an diesen Erfolg

Emotionen und Freude: Matyáš Demar freut sich mit seinen Kollegen