Näfels Mittelblocker Blazo Milic fand, was er hoffte
In den Reihen von Biogas Volley Näfels überragt seit einem Monat ein Spieler alle anderen. Dem 2.10 Meter langen Mann aus Montenegro gefällt es hier sehr gut. Er schätzt Land, Leute und Essen gleichermassen und vergisst dabei gar Mutters geliebte Küche.
Auf der Suche nach einem Ersatz für den verletzt ausgefallenen Mittelblocker Dan Alexander angelte sich Biogas Volley Näfels mit Blazo Milic einen Spieler, der mit seiner Grösse von 2.10 Meter beeindruckt. Sein Landsmann Marko Vukasinovic, seit diesem Jahr Spieler bei den Glarnern, vermittelte das Engagement von Milic. Der 27-jährige Montenegriner spielte in seiner bisherigen Karriere meistens in seinem Heimatland, war aber auch in Mazedonien und in Bratislava tätig. Zuletzt war er knapp zwei Monate im Libanon im Einsatz, wo er wie bei Näfels einen verletzten Spieler ersetzte. Bereits vor seiner Vertragsunterzeichnung hatte er von Volley Näfels und der Schweiz dank der Schilderungen von Marko Vukasinovic und dem Amriswiler Nikola Renovica ein ausgezeichnetes Bild erhalten. Er konnte es deshalb kaum erwarten um nach Näfels zu kommen und alles selbst zu sehen und zu erleben. Nach einem Monat fällt sein Fazit nur positiv aus. „Alles ist so, wie ich mir es erhoffte“, zeigt er sich sehr zufrieden.
Leidenschaftlicher Fischer
Blazo Milic stammt aus Nikšić, der zweitgrössten Stadt von Montenegro, die im Landesinneren liegt. Dort fühlt er sich daheim, dorthin kehrt er sehr gerne zurück. Er schätzt aber auch das Reisen um dabei mit vielen Leuten in Kontakt zu kommen. Er ist glücklich, dass er diese Erfahrung jetzt hier im Glarnerland machen kann und sagt: „Ich bin verliebt in dieses Land.“ Während seiner Freizeit ist er sportlich stets aktiv, fährt gerne Rad. Sein favorisiertes Hobby ist das Fischen. „Da kann ich mein Hirn lüften“, erklärt er seine zweite Leidenschaft neben Volleyball.
Ein ruhiger Spieler und Mensch
Seine grosse Stärke als Volleyballer ist das Blocken, was bei seinen Körpermassen nicht überrascht. Für seine Grösse ist Blazo Milic aber ein Federgewicht. Er wiegt nur 88 Kilogramm. „Gerne wäre ich etwas kräftiger und schwerer, aber ich kann tun und essen was ich will, das Gewicht bleibt konstant“, erklärt er. Eine weitere Qualität sind seine raffinierten Services. Er bringe sehr gerne die gegnerische Annahme damit in Schwierigkeiten, sagt er mit einem Schmunzeln. Er gesteht aber auch ein, dass er eine gewisse Zeit benötige, um die Abstimmung mit seinen Zuspielern zu finden und er zeigen könne, was er selber von sich erwartet. Sein Trainer Dalibor Polak sagt von Milic, dass dieser auf dem Spielfeld nicht sehr viel mache, aber mir seiner ruhigen Art einen positiven Einfluss ausübe. Dabei erwähnt er vor allem seine Fähigkeiten am Block und beim Service. Der Montenegriner ist nicht nur auf dem Spielfeld ruhig, er ist es auch als Mensch, wirkt stets besonnen.
Raclette und Fondue
Blazo Milic wohnt bei einem Betreuer von Volley Näfels, der ihn umsorgt, ihm jeden Wunsch erfüllt. Das sei perfekt, zeigt er sich dankbar. Auch das Essen hier sei ausgezeichnet, er würde nicht einmal die Kochkünste seiner Mutter vermissen, gesteht er. Ein besonderes Lob hat er für die Milchprodukte übrig, besonders Raclette hat er sehr gerne und bald will er auch einmal ein Fondue versuchen. Aber nicht nur die Schweizer Tafelfreuden, auch das Land haben es ihm angetan, egal ob Alpen oder Städte wie Bern oder Zürich, er ist nur beeindruckt. Ein besonderes Lob verteilt er den Leuten. Diese seien nett und herzlich und würden ihn diesbezüglich an seine Landsleute erinnern, beschreibt er. Das Verhalten der Menschen ist für Blazo Milic wichtig. Er reagiert empfindlich auf unfreundliche und arrogante Verhaltensweisen. Dies missfällt ihm genau gleich wie Horrorfilme und gekochtes Gemüse.
Auf die Frage, welches bei seiner Körpergrösse die grösste Herausforderung sei, reagieren er wie auch Marko Vukasinovic, der beim Gespräch als Übersetzer unterstützte, mit Gelächter: „Die Lampen, immer wieder stosse ich mit dem Kopf an die Lampen, jeden Mittag, jeden Abend beim Aufstehen vom Tisch ist es dasselbe“, gibt er sich locker. Aber manchmal ärgere er sich schon, wenn er mit dem Kopf irgendwo anstosse. Dafür schätzt er es, dass er dank seiner Grösse immer den Überblick behalte und dadurch nichts verpasse.



























































































