Sonntag, 5. März 2006; 18:45
Allgemein

Näfels mit grossem Schritt Richtung Bronze

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels - Lausanne UC 3:0 (25:23, 26:24, 25:13) SEAT Volley Näfels gewinnt gegen Lausanne UC das Heimspiel in drei Sätzen und legt damit in der Serie best-of-three einen soliden Grundstein zum Gewinn der Bronzemedaille. In den Phasen mit konzentriertem Spiel waren die Näfelser LUC klar überlegen, dies zeigte sich vor allem am Anfang und wieder ganz zum Schluss des Spiels. Zum ersten Mal seit langem spielten die Glarner wieder vollzählig.

 

Das Team um Captain Roman Landolt erspielte sich alles in allem einen verdienten Sieg ohne dabei eine überragende Leistung zeigen zu müssen. Durch den starken Schneefall zogen es die Waadtländer vor, mit dem Zug anzureisen, dies trug aber leider nicht dazu bei ihre beste Leistung abzurufen. Näfels erwischte klar den besseren Start und lag bereits kurz nach Spielbeginn mit 9:2 vorne. Der Lausanner Piotr Wiacek kassierte zuerst zwei Näfelser Doppelblocks hintereinander, schlug den nächsten Angriff ins out, produzierte sogleich auch noch einen Annahmefehler um seine schwarze Serie mit einem weiteren Angriffsfehler abzuschliessen. Diese klare Führung führte leider dazu, dass sich Näfels sehr bald dem Niveau nach unten anpasste und ebenfalls abbaute. So wurde das Spiel ausgeglichener und bei Satzmitte lagen die Glarner nur mehr zwei bis drei Punkte voraus. In dieser Phase zeichnete sich einmal mehr Andy Sutter aus mit seinem effizienten Angriffsspiel, er verwandelte praktisch jeden Ball in einen Punkt. Ganz zum Schluss wäre es LUC um ein Haar noch gelungen, den Spielstand noch auszugleichen, stand es doch plötzlich nur noch 24:23 für Näfels. Durch einen dummen Annahmefehler von Cedric Hominal, welcher bei den Vaudois vom Passeur zum Libero umfunktioniert wurde, endete dieser Satz letztlich aber doch noch knapp zugunten der Einheimischen.

LUC erhöhrt den Druck im 2. Satz 

Nun hatten die Romands aber gesehen, dass auch Näfels zu packen war. Die Glarner wirkten schläfrig und unkonzentriert in diesem zweiten Satz. Immer wieder passierten dadurch unnötige Fehler im Angriff und vor allem der Block stand öfters alles andere als optimal. So kamen die Spieler von LUC dazu zeigen zu können, dass auch sie in der Lage sind, ein schönes Angriffsspiel aufzuziehen und regelmässig ihre Sideout-Punkte zu machen. Sie lagen fast während des ganzen Satzes immer in Führung und beim Stand von 18:21 hätte wohl nicht mehr mancher noch auf einen Näfelser Satzgewinn gewettet. Jetzt wollte auch Trainer Serramalera nicht mehr länger zusehen und nahm ein Time-out. Trotzdem kassierten seine Boys noch einmal zwei Punkte und das Satzende war nun bedrohlich nahe. Doch plötzlich kam die unerwartete Wende. Wieder war es Wiacek, welcher zweimal hintereinander in den schön gestellten Näfelser Block knallte und das war Gift für die Lausanne Moral. Zu allem Übel passierte das selbe Missgeschick auch noch Brunschweiler und so stand es plötzlich 23:23. Boris Lardi leistete sich auch noch einen Servicefehler, die Nerven flatterten nun ganz gehörig bei LUC. Gabathuler kam mit seinem Angriff zum Satzball und den letzten Spielzug beendete bezeichnenderweise wieder ein Lausanne-Spieler, es war Gaëdan Hunziker, mit einem Angriffsfehler zur 2:0 Satzführung für Näfels.

LUC resigniert vorzeitig 

Das Ende des zweiten Satzes mit fünf Eigenfehlern fast hintereinander und damit dem Eingeständnis, im entscheidenden Moment versagt zu haben, steckte Lausanne nun tief in den Knochen. Ein bereits gewonnen geglaubter Satz auf diese Art noch aus den Händen geben zu müssen tut weh. Man sah es dem Spiel in diesem dritten Satz deutlich an, die Gäste hatten resigniert. Näfels hingegen zog nun sein druckvolles Spiel durch und spielte Lausanne förmlich gegen die Wand. Dabei machte auch Philipp Gabathuler neu als Annahme- und Aussenangriffspieler eine durchaus gute Figur. Er war für Andy Sutter ins Spiel gekommen und mit diesem Wechsel lebte Trainer Serramalera seine Experimentierfreudigkeit wieder einmal in vollen Zügen aus. Zuoft waren ihm in den letzten Spielen die Hände gebunden, weil er verletzungsbedingt keine taktischen Möglichkeiten hatte. SEAT Volley Näfels zeigte in diesem Schlusssatz noch einmal auf allen Positionen wozu diese Mannschaft eigentlich fähig gewesen wäre. Jeder spielte nun mit der Gewissheit im Kopf, dass dies der letzte Auftritt vor heimischem Publikum in dieser Saison gewesen sein wird. So bot das Team um Captain Roman Landolt eine Kür mit einem filmreifen Finale und den letzten Punkt buchte denn auch tatsächlich der abtretende Landolt höchstpersönlich. Schöner hätte der Abschied vor heimischem Publikum eigentlich nicht sein können. 

Stimmen zum Spiel:

Ruedi Gygli: Diesen Sieg habe ich in dieser Art eigentlich erwartet. Im zweiten Satz gerieten wir durch individuelle Fehler in Rückstand haben uns aber noch einmal zusammengenommen und dank guter Verteidigungs- und Blockarbeit konnten wir das Blatt noch wenden. Wir wollen die Serie in zwei Spielen abschliessen um unsere Stärke noch einmal zeigen zu können, obwohl ja anscheinend die Wachablösung im Herren-Volleyball bereits stattgefunden haben soll.

Roman Landolt: Doch nun glaube ich, dass dies ziemlich sicher mein letztes Meisterschaftsspiel gewesen ist hier in der linth arena. Wie alle im Team will auch ich noch diesen dritten Platz erreichen und das wollen wir mit einem Sieg in Lausanne schaffen. Heute waren alle ein bisschen entspannter als auch schon und das hat es ausgemacht, dass wir gewonnen haben. Das mit dem Druck ist halt so eine Sache, nicht alle können damit gleich gut umgehen. Einigen fehlt ganz einfach auch noch die Erfahrung. Zusammenhalt und Chemie haben dieses Jahr einfach nie richtig gestimmt. Letztes Jahr hatten wir uns gefunden, dieses Jahr nicht. Wäre die Chemie dagewesen, könnte ich mir vorstellen dass auch die Play-off Halbfinal-Serie anders ausgegangen wäre. Es gibt einfach Jahre da passt es nie richtig zusammen. Ich habe mit dem Trainer viel darüber gesprochen was wir noch alles tun könnten um den Kitt fester werden zu lassen, aber schlussendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich und muss das seine dazu beitragen. Und für dieses eine, letzte Spiel werden wir es sicher schaffen, noch einmal die ganze Konzentration zusammen zu nehmen um dieses auch noch zu gewinnen. Soviel haben wir sicher noch drauf.

Philip Gabathuler: Die letzten zwei Wochen trainierte ich intensiv Annahmen und spielte im Training im Angriff auf der Aussenposition. Auch diese Position mach mir Spass zu spielen. LUC war enttäuschend schlecht für mich. Wir selbst hatten keinen Druck und waren deshalb auch nicht verkrampft. Ich erwarte nun auch einen Sieg am nächsten Samstag in Lausanne.

Rafa de Souza Lins: Es ist schön zu gewinnen. Wir waren klar stärker, Lausanne klar schwächer. Am nächsten Samstag erwarte ich ein Spiel auf einem besseren Niveau, Lausanne kann sich hoffentlich steigern.

linth-arena SGU – 300 Zuschauer – Spieldauer 61 Minuten.

05-Mar-2006

SEAT Volley Näfels – Lausanne UC 3:0 (25:23, 26:24, 25:13)

SEAT Volley Näfels: Guiga (Passeur), Rafa (Libero), Landolt (Captain), Guerra, Jamelão, Schnider, Andy Sutter, Gabathuler, Talmon-Gros, Gygli, Roman Sutter, Abwesend: (Beach-Volleyturnier in Buenos Aires) Trainer Juan-Manuel Serramalera

Lausanne UC: Chevalier (Passeur), Hominal (Libero), Pasquini, Heyer J., Froesch, Wiacek, Lardi, Bruschweiler, Pastorio, Hunziker

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