Näfels kommt gegen Amriswil vom Weg ab
Gegen den Meister aus Amriswil geht Näfels zwar 1:0 in Führung, am Ende aber gewinnen die Gastgeber 3:1 (22:25, 25:19, 25:22, 25:21). Die Amriswiler hatten mit Elsayed den überragenden Angreifer in ihren Reihen.
Der Auftakt in dieses Derby verlief für Näfels verheissungsvoll. Die Hafner Truppe, welche erstmals mit Leandro Mejía in der Starting-6 antrat, setzte den Meister sofort unter Druck. Näfels Zuspieler Błażej Podleśny – er wurde am Schluss zu Näfels’ Best Player ausgezeichnet - lancierte die Partie mit zwei Servicewinnern. Näfels lag in diesem Satz nie in Rückstand und führte nach dem 7:7 immer. Die Amriswiler, welche mit denselben Spielern wie beim Sieg im Europacup gegen Zagreb durchspielten, wirkten matt. Anders Näfels, das sein Side-out bis auf vier Ausnahmen immer durchbrachte und den Satz nach einer sehenswerten Finte Goldrins mit 25:22 für sich entschied.
Wende im zweiten Satz
Zu Beginn des zweiten Satzes bot Näfels dem Gegner weiterhin Paroli – doch nach der 7:6 Führung kippte das Spiel. Gute Amriswiler Float-Services des Ägypters Elsayed, Captain Imhoff und Passeur Filippov brachten Näfels derart in Bedrängnis, dass der Satz in kurzer Zeit entschieden war. Amriswil ging 16:10 in Führung. Näfels wirkte in dieser Phase wenig überzeugend, der kompromisslose Kampf fehlte. Zwar verkürzte Näfels den Rückstand noch auf 17:19, doch Amriswil hatte keine Mühe und holte sich den Satz mit 25:19 diskussionslos. Libero Lorenz Küng meinte zum Einbruch: «Wir waren in der Annahme zu wenig aggressiv, es fehlte uns das Selbstvertrauen.»
Eine Netzberührung entscheidet
Nach der Pause zeigte sich Näfels Annahme verbessert. Das Angriffsspiel funktionierte wieder besser. Passeur Podleśny suchte und fand alle seine Angreifer gleichermassen. Doch das Ärgernis dieses Satzes waren Näfels’ Services mit neun Fehlern und keinem einzigen direkten Servicepunkt. Nach dem Spiel sagte Coach Matjaž Hafner dazu: «Wir kamen hierhin und versuchten zu gewinnen. Aber wir kamen vom Weg ab, es fehlte uns die Passion, speziell beim Service. Die zahlreichen Servicefehler sind allein eine Frage der Konzentration.» Trotzdem schaffte Näfels gegen Ende des Satzes nochmals den Anschluss und jubelte über den vermeintlichen 23:23 Ausgleich. Näfels’ Passeur Podleśny gelang nach einem langen Ballwechsel ein Monsterblock gegen Höhne. Doch der Frust folgte sogleich, denn der Pole berührte bei dieser Aktion das Netz und so hiess es Satzball für Amriswil statt Ausgleich. Mit dem zwölften Fehler allein in diesem Satz beendete Näfels den Satz selbst zu seinen Ungunsten – 25:22 für Amriswil.
Fehlender Biss und Glaube an den Erfolg
Der vierte Satz war bis zum 12:12 ausgeglichen und ein echtes Derby. Elf Mal wechselte die Führung bis dahin. Perfide Services von Amriswils Zuspieler Filippov wirbelten dann die Annahme der Glarner erneut durcheinander. Die Gastgeber gingen 16:12 in Führung. Coach Hafner reagierte mit einem Time-out, welches Wirkung zeigte, denn sein Team glich dank zweier Punkte des kurz zuvor eingewechselten Thuners, einem Servicewinner Goldrins und einem Amriswiler Fehlangriff wieder aus. Bis zum 21:21 bleib der Satz offen. Dann war es erneut Näfels’ Annahme, die keinen Ball mehr ans Netz brachte. Amriswil nahm die Näfelser Gratisbälle dankend an. Der weitaus effizienteste Angreifer dieses Spiels, der ägyptische Annahme/Aussen Elsayed verwerte den ersten Matchball mit einer wunderbaren Pipe zum 25:21.
Libero Küng meinte nach dem Spiel: «Ich würde nicht sagen, dass Amriswil das bessere Team war als wir, sondern vielmehr, dass wir weniger Biss hatten und weniger gewinnen wollten als die Amriswiler. Wir kämpften zu wenig.» Auch die Analyse von Coach Hafner kommt zum selben Schluss: «Am Ende glaubten wir nicht mehr zu hundert Prozent daran, gewinnen zu können. Ein Schlüssel dafür waren die Float-Services der Amriswiler, welche wir nicht unter Kontrolle brachten.»
Matchtelegramm
LINDAREN Volley Amriswil - Volley Näfels: 3:1 (22:25, 25:19, 25:22, 25:21)
Tellenfeld, Amriswil. - 513 Zuschauende. – Spieldauer: 99 Minuten.
SR: Auricht, Stalder
Lindaren Volley Amriswil:
Startformation: Filippov (Passeur, 3), Imhoff (Captain, 6), Diem (Libero), Elsayed (25), Höhne (6), von Burg (8), Wendt (15),
Einwechslungen: Messerli (Libero), Egger, Ouyachi (2), Migge
Headcoach: Vincent Pichette
Assistant Coach: Chris Voth
Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur, 10 Punkte), Küng (Libero), Beeler (7), Goldrin (18), Nikolov (8), Mejía (5), Ropponen (16)
Einwechslungen: Gygli (Captain, Passeur), Süess, Thuner (2), Lienhard
Headcoach: Matjaž Hafner
Assistant Coach: Álvaro Jurado Moreno

Ausnahme: Amriswils Elsayed greift 35 Mal an und erzielt dabei 24 Punkte. Nur 4 Mal wird er geblockt

Auftakt nach Mass: Näfels startet gut ins Derby und gewinnt den ersten Satz gegen Amriswil

Service-Bomber: Błażej Podleśny buchte 5 Asse, aber auch er machte wie das ganze Team zu viele Fehler beim Service. Am Ende kamen bei Näfels 23 Servicefehler zusammen

Problemzone: Lorenz Küng sagte, dass sie in der Annahme zu wenig aggressiv gewesen seien

Besser als der Gegner: Insgesamt 13 Blockpunkte gingen aufs Konto von Näfels, Amriswil hingegen kam nur auf deren drei

Feldverteidigung: Die Näfelser Hintermannschaft wehrte nicht sehr viele Bälle ab wie Nico Beeler in diesem Fall. Dies lag auch daran, dass Amriswil sehr gut angriff und die Lücken meist sah und traf


























































































