Dienstag, 19. März 2013; 07:46
NLA

Näfels knöpft dem Finalisten Amriswil verdient einen Punkt ab

Von: Köbi Hefti

In einem spannenden Spiel holte Volley Näfels gegen den Playoff-Finalisten Amriswil einen Punkt. Trotz dieser 2:3 Niederlage (25:18, 22:25, 17:25, 25:23, 12:15) wusste Näfels über weite Strecken zu gefallen und zeigte die beste Leistung seit Beginn dieses Jahres. Ob dieser Schlussspurt für das Erreichen des kleinen Finales reicht, müssen die beiden letzten Spiele zeigen.


Im Startsatz gelang es Volley Näfels von Beginn an den Erzrivalen mit variantenreichen Services und gutem Angriffsspiel unter Druck zu setzen. Unter der Regie von Passeur Gygli und Annahmespieler Kaankanpäa verteidigten die Glarner den 8:5 Vorsprung aus dem ersten Time-out bis zum Satzende ohne je ins Zittern zu kommen. Das Zusammenspiel zwischen Netz- und Feldverteidigung klappte ausgezeichnet und meist wurden die erhaltenen Chancen zu Punkten umgemünzt. Am Ende gewann Näfels den ersten Satz verdientermassen 25:18.

Frage ohne Antwort
Den Schwung des Startsatzes behielten die Glarner auch zu Beginn des zweien Satzes bei, das obwohl der eingewechselte Schläpfer frischen Wind ins Amriswiler Spiel brachte. Doch das Spiel von Näfels war erfolgreicher als jenes der Platzherren, welche bis zu diesem Zeitpunkt fehlerhaft und zu durchsichtig spielten. 8:4 führe Näfels beim Time-out. Doch offenbar fand man auf der Bank bei den Thurgauern das Rezept, um ins Spiel zu finden. Fortan spielte Amriswil wesentlich stärker, dazu war bei Näfels wieder einmal eine Baisse auszumachen. Vom 10:6 bis zum 14:16 spielte mehrheitlich nur noch ein Team erfolgreich – und das war Amriswil. Ob ein Time-out diese Mini-Krise früher hätte beenden können, bleibt eine offene Frage. Denn nach dem Unterbruch beim 16:14 für Amriswil klappte bei Näfels das Side-out wieder bis zum Satzende. Zu einem Break reichte es aber nicht und so ging der zweite Satz mit 25:22 an Volley Amriswil.

Im dritten Satz fand Amriswil endgültig sein Spiel wieder. Es bestimmte das Geschehen vom ersten bis zum letzten Ball. Passeur Cao Herrera gelang es endlich, seine Mitspieler auf allen Positionen sehr schnell, präzise und wirkungsvoll einzusetzen. So hatte Näfels im Vergleich zu den beiden ersten Umgängen grosse Mühe, den Block richtig zu stellen. Diagonalspieler Alvarez und Annahmespieler Trevisan nutzten fortan jeden zugespielten Ball zu einem erfolgreichen Smash. Dazu gesellten sich bei Näfels in diesem Satz auch einige Fehler. Auch die vorgenommenen Spielerwechsel, Ugi Ilic spielte für Polak und Beeler für Kankaanpäa, vermochten das Blatt nicht zu wenden. Amriswil gewann Satz drei mit 25:17. 

Teamgeist und Spielfreude
Für den vierten Satz wurde Annahmespieler Pulko als Diagonal-Angreifer eingesetzt, während Beeler und Kankaanpäa auf Aussen spielten. Diese ungewöhnliche Aufstellung klappte auf Anhieb sehr gut. Grosse Spielfreude, guter Teamgeist und eine starke Leistung der ganzen Näfelser-Mannschaft forderten von Gegner Amriswil alles. Es war jetzt eine äusserst spannende Partie mit zahlreichen spektakulären Aktionen hüben wie drüben. Egal, ob Libero Werner durch die Luft flog, Beeler aus einem unmöglichen Winkel den Ball versenkte oder ob all die übrigen Angreifer in der Mitte und dem Rückraum angriffen, es war einfach Volleyball zum Geniessen. Am Ende hatte Näfels die Nase mit 25:23 vorn und glich somit zum 2:2 aus.

Der Entscheidungssatz war bis zum Seitenwechsel resultatmässig ausgeglichen. Näfels lag 7:8 im Rückstand. Erst danach vermochte Amriswil seine Feldüberlegenheit auch in einen komfortablen Vorsprung umzuwandeln. Mit fünf Punkten in Serie war die Entscheidung gefallen. Näfels wehrte zwar drei Matchbälle ab, verlor aber am Ende mit 12:15 wohl auch deshalb, weil die Kräfte nach diesem grossen Kampf im Derby nicht mehr ganz reichten.

Stimmen zum Spiel
Der Ur-Amriswiler und letztjährige Captain von Amriswil Marco Bär war Zaungast im Tellenfeld. Sein Fazit:  Es war ein sehr spannendes Spiel, wie meisten zwischen diesen beiden Teams. Es war ein unterhaltsames Spiel, das Niveau war gut, aber beide Teams hatten auch Hänger und waren etwas unkonstant“.

Teammanager Gygli sah einen guten Auftritt seines Teams. „Heute kämpften wir auch etwas mit dem Pech. Die langen Ballwechsel schloss meistens Amriswil erfolgreich, teilweise aber auch glücklich ab. Das ist aber auch das Glück des Tüchtigen“, fasste Gygli zusammen.

Auf diese Leistung von Volley Näfels musste man lange warten. Trotz der Niederlage und der damit verbundenen Enttäuschung, gab es nach dem Spiel auch zufriedene Gesichter bei den Glarnern. Ob dieser Punktgewinn reicht, um am Ende noch den kleinen Final zu erreichen, ist heute alles andere als sicher, da die direkten Gegner Chênois und Schönenwerd eher das einfachere Schlussprogramm haben als Näfels. 

Matchtelegramm

Tellenfeld Amriswil, 17. März 2013, 17:00

Spieldauer  111 Minuten

Zuschauer: 333   

Volley Amriswil - Volley Näfels 3:2 (18:25, 25:22, 25:17, 23:25, 15:12)

Volley Amriswil:
Herrera (Passeur, Captain), Raymond (Libero), Walzer, Brühwiler, Ljubicic, Trevisan, Alvarez; Perler, Schläpfer, Heidrich Adrian, Heidrich Florian

Head-Coach: Dario Bettello, Assistenztrainer: Jürg Messerli 


Volley Näfels:
Gygli  (Passeur), Werner (Libero), Ehrat, Pulko, Stefan Ilic, Kankaapää, Polak; Büsser (Captain), Beeler, Ugi Ulic, Sutter

Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Mani Müller

1.SR:  Schürmann Philipp
2.SR:  Tschrischnig Helmut

 

Das beste Näfels im 2013!