Montag, 19. Januar 2009; 08:30
Allgemein

Näfels klopft an die Tür des Play-off Halbfinals

Von: Von Köbi Hefti

SEAT Volley Näfels und SWICA Volley Münsingen boten zum Auftakt der Play-offs eine heisse und spannende Partie. Näfels setzte sich mehr als zwei Stunden nach Anpfiff mit 3:2 (25:20, 23:25, 25:21, 22:25, 15:11) durch. Immer wieder gelang es den beiden Teams die Führung des Gegners zu kontern. Am Ende war es der Näfelser Block, der das Spiel entschied.

Wie wird der VBC Münsingen nach der turbulenten Woche – man trennte sich von Trainer Gerson – im ersten Play-off Spiel auftreten. Wird es Marco Bonaria und Carlos Guerra als Trainer und Spielertrainer gelingen, ihre Jungs zu einer Höchstleistung im ersten Spiel der best-of-3 Serie gegen Näfels zu führen? Die Antwort auf diese Frage war zu Beginn noch nicht schlüssig zu beantworten. Je länger das Spiel dauerte, umso klarer wurde, dass die Berner auf Augenhöhe mit dem Favoriten Näfels spielten.

 

Bruno Show

Im ersten Satz zündete Näfels von Beginn an den Turbo. 8:3 und 16:11 lagen sie in Front. Das Angriffsspiel lief ausgezeichnet. Fast jeder Angriffsball landete auf dem Boden des Gegners. Allen voran Bruno zeigte eine sagenhaft starke Leistung. Jedes Mal, wenn der Ball zu ihm kam, klingelte es beim Gegner. So trug er allein elf Punkte zum 25:20 bei. 

Im zweiten Satz ging es anfänglich ähnlich weiter. 8:4 führte Näfels. Münsingen musste reagieren. Carlos Guerra, der in dieser Saison wegen seiner Knieverletzung bisher kaum spielte, kam für Weingart aufs Feld. Vorerst wurde das Spiel der Gäste nicht besser. Näfels blieb in Führung. Doch je länger der Satz dauerte, umso weniger effizient waren die Angriffe, dazu leisteten sie sich gegen Satzende mit Fehlangriffen und Netzberührungen einige Fehler zuviel. Dies gab Münsingen den nötigen Auftrieb und so setzte es sich mit 25:23 durch.

 

Wie gewonnen so zerronnen

Auch nach der Pause gaben die Aaretaler zunächst den Takt an. Passeur Joslin führte ausgezeichnet Regie. 8:5 führten sie. Starke Services von Gaft ermöglichte Näfels den Rückstand zu verkürzen. Beim technischen Time-out stand es 16:15 für die Glarner. Bis zum 20:19 blieb das Spiel ausgeglichen. Am Ende waren es Gaft-Services und die cleveren Angriffe von Klassen, welche die Berner ins Wanken und am Ende gar zum Fallen brachten. Näfels gewann den Satz mit 25:21. 

Der Kampfgeist von Münsingen blieb aber auch nach dem 1:2 Satzrückstand  ungebrochen. Näfels bekundete weiterhin Mühe, die Punkte zu erzielen, wurde immer wieder geblockt und bekam den auffälligsten Angreifer Münsingens, Luis Salgado, nicht in den Griff. Die Gäste lagen deshalb mit bis zu vier Punkten voran. Die zwischenzeitliche Aufholjagd der Einheimischen – sie buchten vier Punkte in Serie, trug ihnen die erstmalige Führung mit 19:18 ein. Doch dann kam es zum Déja-Vue. Wie schon im zweiten Satz waren es drei Aussetzer, die Näfels zu Fall brachten. Guerra und seine Kollegen jubelten lautstark über das 25:22 und den 2:2 Satzausgleich.

 

Killerblocks zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten

Im Tie-Break erwischte Näfels den besseren Beginn. Die 3:0 Führung aber hielt nicht stand. Münsingen glich aus und vom 4:4 bis zum 9:9 gelangen beiden Teams die  Sideouts. Dann aber folgte die grosse Show am Block von Bruno und Silvio. Gleich dreimal in Folge gelang ihnen gegen Salgado und Kertai ein Killerblock zum direkten Punktgewinn. 13:9 stand es danach. Der Rest war nur noch Pflicht. Den zweiten Matchball verwertete der über alles gesehen überzeugendste Näfelser, Joshua Klassen, zum 15:11 und 3:2 Sieg.

 

Näfels Trainer Carvalho analysierte das Spiel sehr sachlich: "Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben. Aber unser Verhalten im zweiten und vierten Satz war schlecht. Nach dem sehr guten ersten Satz ging es nicht mehr so einfach weiter. Das überraschte die Spieler. Wir müssen jeden Ball so spielen und kämpfen, als sei es der letzte. Das gelingt uns nicht immer. Sehr glücklich bin ich über die technische Leistung, die das Team heute gezeigt hat".

 

Marco Bonaria war nach der Niederlage enttäuscht, konnte dem Spiel seiner Mannschaft aber viel Positives abgewinnen: "Wir haben die schwierige Situation der letzten Woche (Anmerkung der Red: Entlassung von Trainer Gerson) gut aufgefangen. Ich gratuliere meinem Team, dass es sich nach dem Tohuwabohu so gut gefangen hat."

 

 

Matchtelegramm:

 

SGU Näfels, linth-arena: 18.01.2009, 17:00

Spieldauer  111 Minuten

Zuschauer: 300   

 

SEAT Volley Näfels - SWICA Volley Münsingen 3:2 (25:20, 23:25, 25:21, 22:25, 15:11)

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur, Captain), Werner (Libero),  Gaft, Silvio,  Roman Sutter, Klassen, Bruno; Trainer: Leo Carvalho   

 

SWICA Volley Münsingen: Joslin (Passeur), Morgenthaler (Libero), Weingart, Kertai, Augsburger, Büschi; Guerra (Captain)  

Trainer: Marco Bonaria, Carlos Guerra

 

MVP Münsingen: Kyle David Joslin

MVP Näfels: Joshua Klassen

 

1.SR: Schürmann Philippe

2.SR: Wiederkehr Michael