Näfels kann den Weg zurück an die Spitze planen
Seat Volley Näfels hat die Strafaufgaben im Playout mit dem dritten Sieg (19:25, 25:14, 25:20, 25:21) im dritten Spiel gegen den VBC Andwil-Arnegg erfolgreich erledigt. Die Analysen über das enttäuschende Abschneiden und die Planung der nächsten Saison stehen in den kommenden Wochen im Vordergrund.
Es war kein Highlight, was die Akteure am Samstag im Buchholz boten. Captain Sutter sprach sogar von einem Tiefpunkt, so tief war das Niveau dieses Spiels. Die Gäste waren nicht in der Lage mehr zu bieten und die Gastgeber waren nicht bereit, den Zuschauern mehr zu zeigen. Da der Spirit der Andwiler Amateure zu Beginn jedoch deutlich grösser als jener der Näfelser war, gewannen sie den ersten Satz überraschend und sehr klar. Coach Carvalho ortete das Problem im mentalen Bereich: „Mit fehlender Motivation und der Einstellung, dieses Spiel 3:0 zu gewinnen, gingen wir ans Werk. Aber so funktioniert das nicht. Es fehlte der Respekt vor dem Gegner.“ Am Ende aber waren es die Glarner, die den erwarteten Sieg davontrugen. Damit entschieden sie die erste Playout-Runde diskussionslos mit 3:0 für sich und sicherten den Ligaerhalt dieses Jahr im Gegensatz zur letzten Saison ohne Zittern.
Coaching auf Sparflamme
Kurz vor Ende der Saison bleibt der Frust sehr gross. Die Ziele wurden klar verfehlt. „Es ist schwierig zu verstehen, dass man mit einem Team das vorne mitmischen könnte am Ende gegen den Abstieg spielt. Die Enttäuschung ist im Vergleich zur letzten Saison ist dieses Jahr umso grösser, weil viel mehr drin gelegen wäre. Uns fehlte die Konstanz. Im Verlauf der Saison arbeiteten die anderen Teams besser als wir, denn zu Saisonbeginn beim Supercup waren wir noch voll an der Spitze dabei“, analysierte Libero Werner. Als Beobachter von aussen fiel auf, dass der Austausch und die Unterstützung zwischen Coach und Mannschaft während der Saison immer spärlicher wurde. Das Coaching wirkte oft lethargisch, genau so, wie die Mannschaft oder einzelne Spieler. Zu selten agierte das Team als kompakte Einheit mit gemeinsamen Zielen.
Personelle Fragen lösen
Sicher waren die vielen Verletzungen, vorab von Bruno, dem vom Renommee eindrücklichsten Exponenten im Team eine schwere Hypothek. Weshalb aber wurden die Ziele so klar verfehlt und wie geht es weiter? Präsident Görauch erläutert. „Jetzt ist zu analysieren, warum es falsch lief. Wir müssen unsere Lehren ziehen, denn dies sind wir unseren Zuschauern und Sponsoren schuldig. Es muss wieder besser werden. Der Start in die Saison stimmte uns optimistisch. Je länger es jedoch dauerte, umso weniger war das Teamwork spürbar. Das enttäuscht mich sehr, vor allem auch deshalb, weil nur das kurzfristige Denken dominierte und nicht an die Zukunft des Vereins gedacht wurde.“ Dabei denkt der Präsident nicht allein an die Spieler, sondern auch an den Coach. Zu klären ist auch, wie die Schlüsselpositionen besetzt werden sollen. Passeur Bedrac hatte auch dieses Jahr seine guten Momente, war aber in heiklen Phasen mit den Zuspielen zu durchsichtig. Der Trainer, selbst ehemaliger Passeur, schaffte es nicht ihn den erwarteten Schritt vorwärts zu bringen. Mittelblocker Roman Sutter würde gerne voll auf Beachvolley setzen und sich von der Halle verabschieden. Silvio, der andere Mann in der Mitte, war nie die Verstärkung, wie sie angekündigt wurde und Bruno als Diagonalspieler war wegen seiner vielen Verletzungen praktisch nie zu hundert Prozent fit. Er bewies zwar, dass er ein attraktiver Powerspieler und Antreiber ist, konnte seinen Wert aber nur selten unter Beweis stellen.
Einkaufstour oder Kontinuität
Zufrieden war man in Näfels erneut mit Libero Werner, Universalspieler Tchello, Klassen und den beiden Brüdern Andy und Roman Sutter. Starken Schwankungen unterworfen waren die Leistungen von Brander und Gaft, trotzdem dürfen ihre Leistungen aber mehrheitlich positiv eingeschätzt werden.
Zum zweiten Mal in Folge war es die brasilianische Fraktion, die die Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte. Die Vereinsleitung muss sich die Frage stellen, ob dies Zufall war. Sie muss aber auch die Frage beantworten, ob man das Team personell mehrheitlich neu zusammenstellen will oder auf Kontinuität setzt, so wie dies bei den meisten Ligakonkurrenten der Fall ist. Der Abstieg von Seat Volley Näfels war rasant, der Weg zurück ist hart. Geduld, ein glückliches Händchen in den personellen Fragen, harte Arbeit und viel Goodwill der Sponsoren sind nötig, will man in naher Zukunft wieder an der Spitze mithalten.



























































































