Freitag, 20. April 2012; 16:24
Allgemein

Näfels holt Bronze und spielt auch im nächsten Jahr auf der europäischen Bühne mit

Von: Köbi Hefti

Seat Volley Näfels gewann das dritte und entscheidende Spiel um die Bronzemedaille gegen den TV Schönenwerd 3:0. (25:19, 25:17, 25:22). Näfels demonstrierte zum Abschluss in Däniken nochmals seine ganze Klasse und gewann verdient derart deutlich.

 

Schon als sich die Mannschaft zum Spiel bereitstellte, spürte man förmlich, wie sich die Polak-Truppe auf dieses Spiel freute. Mit dieser Freude legte Näfels los wie die Feuerwehr. Marco Gygli stand anstelle des kranken Passeurs Ivan Bedrac in der Startformation. Er diktierte von Beginn an einen hohen Rhythmus und lancierte das Spiel mit variantenreichen Angriffen so richtig. Der TV Schönenwerd wurde vom noch amtierenden Meister in der Startphase richtig überfahren. Als Näfels 11:4 in Führung lag, nahm Marco Bonaria bereits sein zweites Timeout. Der Schönenwerd-Coach dazu: "Näfels hat uns extrem unter Druck gesetzt. Es servierte stark, machte wenig Fehler und zeigte ein ausgezeichnetes Side-out. So fanden wir gar nie richtig ins Spiel." Dieses Bild änderte sich bis zum Satzende nicht mehr. Näfels blieb in allen Belangen das bessere Team. Die Glarner gewannen den ersten Satz ohne Wenn und Aber mit 25:19 in dieser Höhe verdient.

 

Wenn‘s rund läuft…

Damit war der Grundstein zum Gewinn der Bronzemedaille gelegt. Schon im Vorfeld dieser Partie hatte Spielertrainer Dalibor Polak auf diesen für Näfels so wichtigen ersten Satz hingewiesen: "Wenn wir den ersten Satz gewinnen, dann gewinnen wir das Spiel 3:0. Bisher haben wir in der Meisterschaft den ersten Satz gegen Schönenwerd meist verloren und kamen so immer unter Druck." Der Trainer sollte Recht behalten. Zwar konnte Schönenwerd zu Beginn des zweiten Satzes bis zum 5:5 mithalten, doch dann setzte sich Näfels wieder Punkt für Punkt ab, es lief einfach rund. Kennzeichnend dafür zwei Szenen zum 7:5 und 11:6, als die Glarner spektakuläre Abwehreinlagen von Dani Werner in erfolgreiche Angriffe umzumünzen vermochten. Damit gab es bereits wieder eine grössere Zäsur zwischen den beiden Gegnern. Dies missfiel dem Coach der Solothurner derart, dass er wie schon im ersten Satz mit zwei Timeouts innert kürzester Zeit das Blatt nochmals zu wenden versuchte. Dies, wie auch die Auswechslungen der beiden Stammspieler Sanderson und Eichenberger gaben dem Solothurner Spiel jedoch keine neuen Impulse. Taktgeber blieben Polak, Ilic, Pulko, Tomas und Klapal zusammen mit Gygli und Werner. Die acht Punkte Vorsprung beim zweiten technischen Timeout blieben bis zum Satzende von 25:17 bestehen.

 

Tolles Schönenwerder Publikum gibt nicht auf

Würde der Pausentee die Wende bringen. Hoffen auf der Seite der Gastgeber, kaum aber Bangen auf Seiten der Glarner und deren Anhänger, die ihre Mannschaft kräftig und lautstark zusammen mit den Trommeljungs unterstützten. Näfels überzeugte bisher in diesem Spiel derart, alle blieben zuversichtlich. Zu Beginn des dritten Satzes schien diese Party jedoch zu kippen. Erstmals geriet Näfels in Rücklage und fing einen 5:9 Rückstand ein. Doch nach einem Servicefehler Schniders und je einem Killerblock durch Polak und Pulko schloss Näfels wieder auf und zog wenig später nach drei Angriffspunkten in Serie am Gegner vorbei. Das tolle Publikum in Däniken aber feuerte sein Team weiterhin und voller Begeisterung an. Jan Schnider & Co. enttäuschten ihre Fans nicht, liessen sich nicht mehr distanzieren wie in den beiden ersten Sätzen. Erst nach einer weiteren schwachen Annahme der Gastgeber konnte sich Näfels mit dem 22:19 etwas Luft verschaffen. Doch „Schöni“ antwortete darauf mit zwei Angriffspunkten: 22:21. Nach einem Angriff durch Ilic in der Mitte und einem Service-Ass von Polak hiess es 24:21. Das waren drei Matchbälle. Den ersten vergab man mit einem Servicefehler, den zweiten jedoch verwertete Polak mit einem knappen und engen Ball zum viel umjubelten 3:0 Sieg gegen das grosse Überraschungsteam dieser Saison.

 

Das Team von Marco Bonaria darf stolz sein

Für den TV Schönenwerd war dies ein bitterer Abschluss einer grossartigen Saison. Nie war das Team schlechter als auf dem dritten Platz rangiert, steht jetzt nach dieser Niederlage aber mit leeren Händen da. Ganz anders die Gemütslage beim letztjährigen Meister. Die Freude über diesen Sieg, das sehr gute Spiel und die damit verbundene Qualifikation für den Europacup überwogen die Enttäuschung, dass es in dieser Saison zu keinem Titel reichte.

 

Matchtelegramm:

Erlimatthallte, Däniken, 22. April 2012, 16:00

Spieldauer 71 Minuten

Zuschauer: 760

 

TV Schönenwerd - SEAT Volley Näfels 0:3 (19:25, 17:25, 22:25)

 

TV Schönenwerd:

Milanez (Passeur), Heimgartner (Libero), Sanderson, Bossart, Schnider, Eichenberger, Hänggi; Bartholdi, Gerber, Fölmli, verletzt: Lier (Captain),

Trainer: Marco Bonaria

 

SEAT Volley Näfels:

Gygli (Passeur), Werner (Libero), Pulko, Klapal, Polak, Ilic, Tomas; Büsser (Captain), Brander, Bedrac, Beeler, Ehrat;

Spielertrainer Dalibor Polak; Coach: Matus Kalny

 

1. SR: Flückiger

2. SR: Grellier

 

Es ist geschafft........