Näfels’ Hoffnungsträger ist zurück
Volley Näfels empfängt am Samstag Amriswil zum Ostschweizer-Derby. Obwohl es das Duell zweier Verliererteams vom letzten Wochenende ist, sind die Amriswiler die Favoriten.
Das Derby zwischen Näfels und Amriswil hätte das Potenzial gehabt, der schillernde Abschluss des Jahres für Volley Näfels zu sein – mit einer offenen und spannenden Ausgangslage. Nach dem misslungenen Auftakt in die Rückrunde vor einer Woche gegen die hervorragend spielenden Lausanner, sind die Glarner aber nur die Aussenseiter. Gegen LUC passte wenig zusammen. Selbst die Annahmefraktion, welche zuvor mit konstant guten Leistungen aufwartete, konnte dem Druck nicht standhalten, war mit weniger als einem Drittel positiver Annahmen weit entfernt vom bisher Gezeigten. Aber auch sonst lief es nicht gut. Eine Erfolgsquote von 38% im Angriff (LUC 57%), eine Fehlerquote von 28% beim Service mit nur 5 Assen (LUC 14%, 8 Asse) und nur zwei Monsterblocks (LUC 8) belegen den schwachen Auftritt der Mannschaft auch statistisch.
Ein Einstand nach Mass
Trotzdem gab es am Genfersee auch Lichtblicke. Der eingewechselte Gian-Luca Thuner sorgte wie gewohnt für mehr Feuer. Positiv auch, dass die Einheimischen Christian Bartholet als Libero und David Aebli auf Annahme/Aussen so lange spielten, wie noch nie in dieser Saison. Das Erfreulichste war aber die Rückkehr von Passeur Błażej Podleśny nach seiner zweimonatigen Zwangspause wegen seiner Mittelhand-Fraktur. Podleśny konnte es kaum erwarten, bis er vom Chirurgen grünes Licht bekam. «Wieder einen Ball zu spüren ist wunderbar», äusserte er sich überglücklich und ergänzte: «Endlich bin ich zurück, die Verletzung ist überwunden und dem Handgelenk geht es gut. Das macht mich superglücklich».
Nach seiner Einwechslung im ersten Satz servierte Podleśny gleich mit seinem ersten Ballkontakt ein Ass. Später kam er für einige Bälle als Zuspieler aufs Feld und sorgte sogleich mit seiner motivierenden Art für mehr Leben in den Reihen von Näfels. Dazu meinte er: «Das waren nur Kurzeinsätze. Ich versuchte so gut ich konnte zu helfen, mehr durch Atmosphäre und Motivation als durch Fähigkeiten, denn ich war nicht hundert-prozentig bereit.» Mit der Rückkehr aufs Spielfeld wird Podleśny für Näfels zum Hoffnungsträger. Druck verspüre er deswegen aber nicht, meinte der Pole dazu und ergänzte: «In meiner Karriere war ich schon in viel schlechteren Situationen. Ich bin bereit, dem Team zu helfen. Ich werde alle meine Fähigkeiten und mein Wissen über diesen Sport einsetzen, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.»
Auch Amriswils taumelte
Das Ostschweizer-Derby ist für Näfels in der aktuellen Situation mit der Negativ-Spirale eine Herkulesaufgabe. Positiv ist jedoch, dass es im Training gut laufe. Alle seien mit Passion und fokussiert hart am Arbeiten, ist immer wieder zu hören. In den Ernstkämpfen funktionierte der Kopf bisher aber oft nicht. Es brauchte lediglich zwei oder drei Missgeschicke, schon war Näfels blockiert. Das Comeback des Vollblut-Volleyballers Podleśny könnte hilfreich sein, um dieses mentale Problem zu lindern. Doch Amriswil wird alles versuchen, um nach zwei Heimniederlagen in Folge gegen Chênois und Meister Schönenwerd endlich wieder auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren. Dass die Thurgauer trotz verlorener Spiele erfolgreich spielen können, demonstrierten sie gegen Chênois besonders beim unglaublichen Satzgewinn mit 38:36 nach unzählig abgewehrten Satzbällen eindrücklich.
Qualifikation 8. Runde:
Volley Näfels – Volley Amriswil
Lintharena, Näfels, Samstag, 16. Dezember 2023, 17:00 h




























































































