Freitag, 23. Januar 2009; 22:46
Allgemein

Näfels heisser Kampf um den Halbfinaleinzug

Von: Köbi Hefti

SEAT Volley tritt heute im Buchholz zum dritten und entscheidenden Spiel im Playoff gegen SWICA Volley Münsingen an. Ein Sieg ist Pflicht, sonst stehen die Glarner wie im letzten Jahr vor dem Nichts und spielen gegen den Abstieg statt um die Meisterkrone.

Die klare 0:3 Schlappe von Näfels am Mittwoch in Münsingen kam überraschend, zumindest in der Art und Weise. Die Mannschaft trat nicht auf, wie ein Team, das ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden will. Ganz anders die Darbietung der Münsinger. Sie traten als starkes Kollektiv auf, waren immer hoch konzentriert und auf jeden Ball fokussiert. Sie überzeugten bei Service, Angriff, aber auch am Block und in der Feldverteidigung. Fast immer lagen sie in Führung oder gleichauf mit dem "übermächtigen" Gegner. Doch dieser Gegner war für die Berner am Mittwoch kein echter Gradmesser. Zu gross war der Unterschied, vor allem punkto Kampfgeist, mannschaftlicher Geschlossenheit und Cleverness im Angriff.

 

Guter Job von Guerra und Bonaria

 

Volley Münsingen war im Vergleich zu den meisten Spielen während der Qualifikation kaum wieder zu erkennen. "Nur sehr selten haben wir so gut gespielt wie gegen Näfels", beurteilt Mittelblocker Sämi Büschi, den es im Herbst von der Linth an die Aare zog, die Leistung seines Teams. Weshalb es zu dieser Wende zum Guten für die Berner kam, kann er nicht sagen. Auf die Frage, ob der Wechsel im Trainerstab ein möglicher Grund sei, meinte er. "Das Training mit Guerra ist etwas härter, die Konzentration besser. An der Seitenlinie ist Coach Bonaria viel ruhiger, dafür gibt er wertvolle Tipps. Das ist vor allem für mich als Mittelblocker sehr wichtig."

 

Mit Heisshunger ins Spiel

 

Dass am Mittwoch derart vieles gegen Näfels sprach, kann nicht allein mit dem  verletzungsbedingten Ausfall von Bruno erklärt werden. Bestimmt hat dies die Mannschaft verunsichert, doch Brander hat den zuletzt immer besser in Fahrt gekommenen Diagonalspieler gut ersetzt. Das Problem war der Auftritt als Ganzes, es fehlte der unbedingte Wille und Glaube. Captain Bedrac zur Frage, was sich ändern muss: "Wir müssen viel mehr kämpfen, viel spritziger sein. Wenn dies klappt, dann werden wir auch als Team wieder funktionieren." In dasselbe Horn bläst auch Trainer Carvalho: "Wir müssen mit Heisshunger auf den Sieg in dieses entscheidende Spiel gehen. Egal, wie das Score auch immer steht, dieser Geist als Team zu kämpfen muss immer da sein. Daneben müssen wir auch auf der technischen Seite wieder zu unserem zuletzt guten Spiel zurückfinden. Wir benötigen gute Annahmen und Services und eine deutlich verbesserte Effizienz im Angriff. So ineffizient wie am Mittwoch war unser Angriff in dieser Saison noch nie und dies nur drei Tage nach dem Spiel, in welchem wir diesbezüglich so gut waren wie noch nie."

 

Springt der Funke?

 

Münsingen wird mit viel Selbstvertrauen anreisen. Die Aaretaler sind in diesem Entscheidungsspiel alles andere als der Aussenseiter. Näfels Coach ist sich sicher,  dass seine Spieler von der ersten Sekunde an bereit sind, diese Herausforderung anzunehmen. Die Affiche dieses dritten und entscheidenden Spiels, welches eine Gratwanderung zwischen Jubel und Elend ist, verspricht Hochspannung. Es könnte der bisherige Höhepunkt der Saison werden. Wenn es der Mannschaft gelingt, denn Funken aufs Publikum zu übertragen, so dass dieses wie der siebte Mann im Rücken der Carvalho-Boys steht, ja, dann ist der Heimvorteil am Ende vielleicht der mitentscheidende Faktor.  

 

SEAT Volley Näfels - SWICA Volley Münsingen  

Samstag, 24. Januar 2009, 17:00, Glarus Buchholz

1.SR: Stanisic Sascha / 2.SR: Sikanjic Aleksander