Montag, 11. Januar 2021; 12:45
NLA

Näfels gewinnt nach verhaltenem Start noch klar

Von: Paul Hösli und Köbi Hefti

Biogas Volley Näfels setzt sich in Luzern mit 3:1 durch. Die Glarner steigerten sich nach verlorenem Startsatz kontinuierlich.


Im Aufeinandertreffen gestern Abend zwischen Luzern und Biogas Volley Näfels zeigte sich spätestens im vierten Satz die individuelle Klasse der Glarner. Mit 25: 13 demontierten die spielfreudigen Näfelser die bedauernswerten Luzerner. Der überragende Spieler der Partie war dann auch für den letzten Punkt besorgt: Antti Ronkainen, der Finne in Diensten der Näfelser hatte bei den entscheidenden Punkten immer seine Hände im Spiel und wurde deshalb auch zum Best Player gewählt.

Zu Beginn der Partie kämpften beide Teams mit ihrem Spielrhythmus. Der Schwung, mit welchem beide Teams vor Weihnachten zu Werke gingen,  fehlte anfänglich bei beiden Mannschaften. Während Näfels diesen im Verlauf des Spiels immer besser fand, verlor ihn Luzern am Ende vollständig. Captain Kai Aebli ist entsprechend zufrieden und erklärt, weshalb es trotz zähem Beginn am Ende zum Sieg reichte: «Wir konnten unsere Konzentration behalten, unsere Side-outs machen und brachten so das Spiel erfolgreich heim».

Routinier Gygli
Die beiden ersten Sätze waren verliefen lange Zeit ausgeglichen. Kein Team vermochte dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Im ersten Satz brachten gute Service von Luzerns Dominik Ulrich Näfels kurz vor Satzende zum Straucheln. Aus einer 21:18 Führung wird ein 21:23 Rückstand. Nach dem sechsten Servicefehler im Startsatz kommt Luzern zum Satzball, den es zum 25:22 verwertet.
Eng und irgendwie ohne zu Fesseln geht es auch im zweiten Satz weiter. Bis zum zweiten Time-out beim Stand von 16:15 für die Glarner, lag Näfels meist in Führung. Doch die Luzerner kämpften sich in ihrer bekannten Art nach einem 8:10 Rückstand mit fünf Punkten in Folge zurück ins Geschäft. Näfels Chefstratege Kaczmarczyk reagierte mit dem Doppelwechsel. Marco Gygli und Patrik Napiorkowski kamen ins Spiel, wenig später auch noch Ernest Plizga. Mit der Hereinnahme von Routinier Marco Gygli stabilisierte sich das Näfelser Spiel zunehmend. Biogas Volley Näfels setzte zu einem veritablen Steigerungslauf an. Nach einem Ass Porkkas und drei direkten Blockpunkten führte Näfels 22:17. Diesen Vorsprung gaben die Glarner nicht mehr aus der Hand und sicherten sich den Satz mit 25:20.

Ratlose Gastgeber
Näfels startete auch im dritten Satz mit denselben Spielern, welche die Wende im zweiten schafften. Und wie schon im zweiten Satz war das Geschehen bis zum zweiten Time-out sehr ausgeglichen – mit leichten Vorteilen für Näfels, das agiler und variantenreicher agierte als die Platzherren. Und wie im zweiten Satz waren es wieder Services und Blocks, die den Satz entschieden. Diesmal war es mit Damian Hudzik, der mit seinen Services die Entscheidung einläutete. Luzern kam völlig aus dem Tritt,  wirkte ratlos. Näfels hingegen wurde immer stärker, machte weniger Fehler und war schlicht die bessere Mannschaft und gewann den Satz mit 25:19.

Im vierten Satz verlor Luzern den Faden völlig. Näfels hatte die Partie total im Griff und setzte zur Kür an. Das Score von 25:13 sagt alles über die Kräfteverhältnisse in diesem Satz. Damit gewann Näfels diese Partie klar und beendete Luzerns 5-Sätzer-Serie. Seit dem 28. November wurden alle Spiele der Luzerner im Tie-Break entschieden, auch jene gegen die beiden Spitzenreiter Amriswil und Chênois.

So zeigte sich Lorenz Küng nach der Partie zufrieden. Der Wendepunkt für ihn war die Rede von Trainer Oskar Kaczmarczyk während des ersten Time-outs. «Er sagte uns, dass es so wirke, als ob wir Angst hätten das Spiel zu verlieren und wir nicht gewinnen wollten. Danach traten wir mutiger auf und haben gespielt, was wir mussten», so Küng, der erstmals als Libero startete.


Matchtelegramm:

Lindaren Volley Luzern - Biogas Volley Näfels: 1:3 (25:22, 20:25, 19:25, 13:25)

Bahnhofhalle, Luzern. – 0 Zuschauer. – Spieldauer: 102 Minuten.

SR: Sieber, Sikanjic



Biogas Volley Näfels:
Startformation: Aebli (Passeur, Captain), Küng (Libero), Süess (5 Punkte), Hudzik (12), Ronkainen (18),  Martinez (5), Porkka (7)
Einwechslungen: Plizga (8), Gygli (Passeur, 1), Napiorkowski (7)

Headcoach: Oskar Kaczmarczyk
Assistant Coach: Błażej Kuśmierz




Lindaren Volley Luzern:
Startformation: L. Ulrich (Passeur, 5), Gautschi (Libero), Berggren (2), D. Ulrich (11), Wilmsen (6), Köpfli (12), Fořt (10)
Einwechslungen: Hensler (3), Döös (1), Perezic (1)

Headcoach: Alessandro Lodi
Assistant Coach: Jorge Garcia Perez

Best Player: Antti Ronkainen war der beste Spieler auf dem Feld und sorgte mit seiner variantenreiche Spielweise für viel Freude bei Näfels und Unruhe beim Gegner

Viel Arbeit: Trainer Oskar Kaczmarczyk war anfänglich nicht zufrieden, wie sein Team auftrat. Sie würden spielen um nicht zu verlieren statt um zu gewinnen, sagte er seinen Spielern in der Pause

Luzerns Topscorer in Nöten: Tim Köpfli konnte sich gegen die starken Näfelser Mauer nicht wie gewünscht durchsetzen. Mehr als die Hälfte seiner Angriffe wurden eine Beute der Näfelser Abwehr

Entscheidende Punkte: In den Sätzen 2 und 3 waren es gute Services und Monsterblocks in der Money Time, welche Näfels auf die Siegerstarasse führten

Routinier bringt Schwung ins Spiel: Marco Gygli kam im zweiten Satz ins Spiel und leitete den Umschwung in dieser anfänglich so harzigen Partie ein

Teil der Wende: Patryk Napiorkowski kam zusammen mit Marco Gygli im zweiten Satz zum Einsatz

Schwierige Aufgaben: Ernest Plizga war der dritte eingewechselte Spieler im zweiten Umgang und bewies einmal mehr, wie wertvoll er ist. Er löste einige knifflige Aufgaben mit Bravour wie hier mit diesem Block-out gegen den Luzerner Dreierblock

Erstmals in der Starting-6: Der nominell erste Libero Lorenz Küng durfte erstmals von Beginn an ran. Er sagt dazu: «Es war für mich wie ein Ultimatum. Ich wusste, dass ich diese Chance wie schon jene im Trainingsspiel vor einer Woche packen musste. Falls nicht, würde ich in dieser Saison diese Chance kaum nochmals erhalten. Doch ich will unbedingt spielen. Deshalb bin ich jetzt mega zufrieden, dass es so gut ging.»

Geschafft: Die Freude über den letztlich klaren Sieg und die Gala im letzten Satz ist bei den Näfelsern gross