Näfels fehlt im Finalauftakt die letzte Konsequenz
Volley Näfels verliert Spiel 1 der Best-of-5 Finalserie gegen Amriswil mit 0:3. Coach Verdi äussert sich kritisch über Einsatz und Mentalität.
Von Köbi Hefti
Vor heimischem Publikum in der dicht besetzten Linthhalle bleibt Volley Näfels im ersten Playoff-Finalspiel unter den eigenen Möglichkeiten und Erwartungen. Das 14:25, 22:25 und 15:25 unterstreicht die Dominanz von Amriswil. Lediglich im zweiten Satz hält das Heimteam mit, verspielt jedoch nach klarer Führung unnötig die Wende. Nach der Niederlage zeigt sicher der Näfelser Coach Nacho Verdi selbstkritisch und spricht insbesondere die mentale Komponente sowie die fehlende Einsatzbereitschaft. an.
Nacho Verdi, wie fühlen Sie sich jetzt, eine halbe Stunde nach dem Spiel?
Enttäuscht und wütend – aber nicht wegen des Resultats. Im Volleyball kann man gewinnen oder verlieren, das gehört dazu. Entscheidend ist für mich, dass wir nicht 100 % gegeben haben und nicht unser bestes Gesicht gezeigt haben. Es schmerzt, dass wir nicht so gekämpft haben, wie wir es können. Zum zweiten Mal innert einer Woche haben wir das mentale Spiel verloren. Das wiegt schwerer als die Niederlage an sich. Amriswil ist ein Top-Team, das steht ausser Frage, und heute waren sie einfach besser.
Wie haben Sie Ihre Mannschaft nach der Niederlage vor einer Woche erlebt?
Wir haben gleich am Montag eine Videoanalyse gemacht. Uns war wichtig, sowohl die guten als auch die schlechten Phasen zu zeigen – nicht nur Kritik, sondern auch positives Feedback. Ziel war es, aus den Fehlern zu lernen. Umso enttäuschender ist es, dass wir einige davon heute wiederholt haben.
Auch mental war die Situation schwierig. Die Niederlage im Cupfinal hat Spuren hinterlassen, weil die Erwartungen hoch waren. Umso wichtiger ist es jetzt, das zu akzeptieren und weiterzuarbeiten.
Wo sehen Sie im Vergleich zum Cupfinal Fortschritte – und wo nicht?
Heute waren wir im zweiten Satz klar besser als Amriswil – im Service, im Block und in der Verteidigung sowie im Angriff. Wir haben bessere Entscheidungen getroffen und das Spiel kontrolliert. Trotzdem liegt genau darin unser heutiges Problem: In entscheidenden Momenten verlieren wir einfache Punkte. Statt unseren Vorsprung auszubauen, lassen wir den Gegner zurückkommen – und plötzlich steht es wieder unentschieden. Gegen solche Teams bekommt man nur wenige Chancen. Wenn man sie nicht nutzt, wird man bestraft. Das hat uns heute das Genick gebrochen.
Was war insgesamt der entscheidende Faktor?
Dass wir erneut die entscheidenden Momente mental nicht für uns entschieden haben. Amriswil hat stark serviert und besser gespielt, aber wir hatten unsere Chancen – vor allem im zweiten Satz. Diese müssen wir nutzen.
Blick nach vorne: Was wird bis Donnerstag entscheidend sein?
Schnell einen Haken hinter das Spiel machen und keine Ausreden suchen. Wir müssen die Fehler klar akzeptieren und gezielt daran arbeiten. Am Donnerstag und am Sonntag haben wir die Chance zur Reaktion – und die müssen wir nutzen. Die Fans haben heute mehr verdient – dafür kann ich mich nur entschuldigen. Jetzt liegt es an uns, die richtige Reaktion zu zeigen und wieder unsere 100 % auf das Feld zu bringen.
Was erwarten Sie jetzt konkret von Ihrer Mannschaft?
Dass jeder in der Garderobe ehrlich sagen kann: Ich habe alles gegeben. Heute kann das niemand. Es geht nicht darum, ob etwas gelingt oder nicht. Niemand will verlieren, und Fehler passieren – auch mir. Entscheidend ist, dass wir lernen, in solchen Situationen besser zu reagieren.





























































































