Näfels denkt in Amriswil schon an Münsingen
Näfels verlor in Amriswil 1:3 (20:25, 31:29, 8:25, 21:25). In diesem Ostschweizer Derby fehlten Salz und Pfeffer. Die Qualität des Spiels war durchschnittlich. Es ging für beide Teams im Hinblick auf die Play-offs um nichts mehr. Die Gedanken aller Spieler waren schon bei den wichtigen Cup-Spielen von heute.
Im ersten Satz gelang es Näfels nur in der Mitte Amriswil unter echten Druck zu setzen. Den 8:11 Rückstand verwandelte es in eine 15:13 Führung, nicht zuletzt dank starker Services von Brander und Tchello. Am Ende aber jubelten die Thurgauer. Der Verlust des Auftaktsatzes mit 20:25 war vor allem darauf zurückzuführen, dass die Angriffe von Näfels zu wenig überraschend und effizient waren, obwohl die Annahmen meistens perfekt zum Passeur kamen. Und dann war da doch auch noch ein alt bekanntes Problem zu sehen, der Serivce…
Die Gastgeber fielen nach dem klaren Gewinn von Satz eins völlig von der Rolle. Bis zum ersten technischen Time-out (8:4 für Näfels) leisteten sich die Amriswiler fünf Fehler. Dieser Vorsprung schmolz kurz darauf wie der Schnee bei einem Föhnsturm. Doch der Sturm blies nicht von der Amriswiler Seite, sondern in den eigenen Reihen mit ungenügenden Annahmen. Das erlaubte Amriswil mit 13:12 in Führung zu gehen.
Ping Pong
Näfels vermochte jedoch mit guten Annahmen – verfleichbar mit jenen des ersten Satzes - und erfolgreichen Angriffen zu kontern. Mit 19:15 übernahmen die Glarner wieder die Führung. Amriswils Trainer reagierte mit einigen Auswechslungen und brachte anstelle von Passeur Bär Fabian Perler und Adrian Rutishauser für den Brasilianer Faure. Marcon Bär dazu: "Ich war heute zu farblos. Die beiden eingewechselten und hungrigen Spieler Perler und Rutishauser setzten sofort neue Impulse." Mit diesen Wechseln gelang es den Gastgebern, ds Resultat auszugleichen. Beim Stand von 25:24 gab es für sie sogar einen Satzball, den Näfels mit einem Block jedoch abwehrte. Ein Ping Pong an Satzbällen folgte. Den vierten verwertete Gaft mit einem Servicewinner zum 31:29.
Im dritten Satz setzte Amriswil vom ersten Ball an viel, für die Annahme der Glarner sogar viel zu viel Druck auf. Während bei Amriswil der Motor auf Hochtouren lief, war im Näfelser Getriebe sehr viel Sand. Die Fans von Amriswils trauten ihren Augen kaum. Die Näfelser Anhänger dagegen rieben sich ungläubig die Augen. Am Ende setzte es eine 8:25 Klatsche ab. Schon lange nicht mehr musste sich Näfels so abfertigen lassen. Das einzige was in diesem Satz bei Näfels konstant bieb, waren die ungenügenden Annahmen und Angriffspunkte durch Block-outs.
Das heutige Cupspiel im Kopf
Die Carvalho-Truppe konnte diesen Satz aber sofort wegstecken und im vierten Umgang wieder mit den Thurgauern mithalten. Dies nicht nur, weil sie selber in allen Belangen wieder besser spielte, sondern weil die Thurgauer viel mehr Fehler machten. 16:13 führten die Glarner beim technischen Time-out. Danach wendete sich das Blatt jedoch. Näfels machte die Fehler und Amriswil die Punkte. Nach genau 100 Minuten war das Spiel nach dem neunten Fehler von Näfels in diesem Satz zu Ende. Amriswil gewann 25:21.
Unverkennbar bei beiden Mannschaften war die Präsenz des sonntäglichen Cupspiels. Man wollte die Kräfte schonen. Näfels reist heute für den Cup Viertelfinal nach Münsingen und Amriswil empfängt Lugano. Bei Näfels sind zudem einige Spieler (Andy Sutter, Bruno, Klassen, Gygli) verletzt oder krank was sich sicher zusätzlich negativ auf das Spiel auswirkte.
Matchtelegramm
Amriswil, Tellenfeld, 20.12.2008, 17:00
Spieldauer: 100 Minuten
Zuschauer: 450
TV Amriswil - SEAT Volley Näfels 3:1 (25:20, 29:31, 25:8, 25:21)
TV Amriswil: Bär (Passeur, Captain), Rutishauser (Libero), Sinotti, Dailey, Soares, Willi, Faure; Schläpfer, Perler, Heyer; Trainer: Johan Verstappen (HOL)
SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur, Captain), Werner (Libero), Gaft, Silvio, Brander, Roman Sutter, Tchello Duarte; Klassen, Bruno; Trainer: Leo Carvalho
TV Amriswil: Bär (Passeur, Captain), Rutishauser (Libero), Sinotti, Dailey, Soares, Willi, Schläpfer; Büsser; Trainer: Johan Verstappen (HOL)
1.SR: Bollier Bruno
2.SR: Sikanjic Aleksander



























































































