Donnerstag, 18. Dezember 2014; 10:05
NLA

Näfels beendet die europäische Saison

Von: Köbi Hefti

MMP Ankara war die erwartet starke Mannschaft. Die Türken bestimmten den Spielrhythmus, zeigten phasenweise extrem schnelle Angriffe. Volley Näfels hielt die Partie zu Beginn offen, verlor am Ende mit 0:3 (22:25, 18:25, 21:25) aber klar.

 

Wie schon im Spiel in Ankara gelang Biogas Volley Näfels ein guter Start. Das Team war sehr motiviert und bereit, den Kampf gegen MMP Ankara aufzunehmen. Die 4:2 Führung von Näfels hatte aber nicht lange Bestand. Die Gäste machten viel Druck und gingen leicht in Führung. Die Polak-Truppe fightete weiter. Näfels gelang es aber lange Zeit nicht, das Resultat auszugleichen. Bei 21:21 war es endlich soweit. Doch wie gewonnen so zerronnen - Ankara buchte drei Punkte in Serie. Der Satz ging mit 25:22 an Ankara. Damit war die Entscheidung um den Einzug ins Achtelfinale bereits zugunsten von Ankara gefallen.

Thomy Büsser, de letzjährige Captain von Näfels meinte dazu: «Ich sah eine sehr starke türkische Mannschaft. Bei unserem Team war nach dem Verlust des ersten Satzes die Luft etwas draussen, denn viel mehr als einen guten Eindruck konnte man nicht mehr machen.»

Ausgezeichneter türkischer Passeur
Der zweite Satz verlief anfänglich sehr ausgeglichen, ehe Xavier Kapfer von Ankara mit seinen variantenreichen Services Näfels derart in Verlegenheit brachte, dass es fünf Punkte in Serie kassierte. So lag Näfels mit 6:12 klar hinten. Diesen Rückstand konnten die Glarner nie mehr wettmachen. Ankaras Angreifer, hervorragend eingesetzt von Passeur Vefa Yilmaz kamen Mal für Mal gegen einen Einerblock zum Schlagen, zwischendurch war sogar kein Block da. Vor allem die Ausländer Bram Van den Dries, Xavier Kapfer und Gazmend Husay in den Reihen der Türken beeindruckten mit ihrer Schlagkraft. Mit 18:25 verlor Näfels den Satz klar.

Die Geschichte des dritten Satzes ist schnell erzählt. Näfels spielte wie schon ab Mitte des zweiten Satzes mit Bonante am Pass. Auch Ankara wechselte seinen Passeur. Im Gegensatz zu Näfels war der Wechsel des Zuspielers bei den Türken sehr deutlich zu spüren. Vorbei war es mit den schnellen Angriffen. Ankara lebte im dritten Satz hauptsächlich von den Fehlern des Gegners. Auch die Einwechslungen von Gygli und Martinez brachten keine Wende. Dies reichte, um stets knapp in Führung zu liegen. Auch der dritte Satz ging so mit 25:21 an MMP Ankara.

Stefan Ilic – der Kämpfer
Trotz der klaren Niederlage, war bei Volley Näfels auch eine gewisse Zufriedenheit spürbar. So sagte Captain Dan Alexander: «Ankara ist ein sehr gutes Team. Aber unsere Mannschaft zeigte heute ein grosses Kämpferherz, aber ein Sieg lag gegen dieses Team nicht drin.»

Im Gegensatz zum Cupspiel am letzten Sonntag gegen Lugano zeigte sich auch der Teammanager Ruedi Gygli versöhnlich: «Das Resultat ist das erwartete. Aber das Team wehrte sich gut. Doch der Gegner war einfach stärker, dass muss ich neidlos anerkennen.» Gygli erwähnt, dass heute einige Spieler kurze Momente etwas schwächelten, sich aber rasch wieder fangen konnten.» Mit Ausnahme des letzten Satzes lobte der Teammanager die Services und ergänzt: «Wir haben dieses Jahr schon viel schlechter serviert.» Ein besonderes Lob erhielt Stefan Ilic. Gygli wörtlich: „Stefans Einstellung hat mir wie immer gefallen, er ist einer, der unbedingt will.»

Auf der türkischen Seite war man sehr zufrieden mit der Leistung und dem Resultat. Gazmend Husaj sagte: «Ich bin sehr glücklich, dass ich im SGU erstmals gewinnen konnte, nachdem ich vor fünf Jahren hier mit Chênois stets verlor. Näfels ist ein starkes Team.» Husaj verriet nach dem Spiel den Schlachtplan. Wir wollten ein perfektes Side-out spielen, gut und druckvoll servieren und den Gegner die Fehler machen lassen. Das ist gelungen.

Matchtelegramm
Lintharena sgu, Mittwoch, 17. Dezember 19:30 h
Spieldauer :  70 Minuten
Zuschauer:   300

Schiedsrichter: Antusak Jaromir (CZE), Queste Loic (FRA)

Biogas Volley Näfels - Maliye Milli Piyango Ankara 0:3 (22:25, 18:25, 21:25)

Biogas Volley Näfels:
Startformation:Gygli (Passeur, Captain), Sutter (Libero), Vukasinovic, Friend, Pulko, Ehrat, Ilic
Einwechslungen: Spahr, Bonante, Martinez

Trainer: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller

Maliye Milli Piyango Ankara:
Startformation: Yilmaz (Passeur), Tokgoz (Libero), van den Dries, Kapfer, Husaj, Kapan, Hascan
Einwechslungen: Çiçekoğlu, Kisal, Bidak, Kidoğlu (Captain)

Head Coach: Josko Milenkoski
Assistant Coach: Serdar Uslu

Stefan Ilic kämpfte wie ein Löwe – gab nie auf.