Nach einer guten ersten Qualifikationsrunde soll es noch besser kommen
Volley Näfels grüsst vom dritten Rang und erfüllt damit die Erwartungen. Doch die Pläne, was alles noch zu verbessern ist, liegen auf dem Tisch.
Nach der ersten von drei Qualifikationsrunden grüsst Näfels vom dritten Tabellenrang. Doch dieser Rang ist trügerisch, denn nur drei Punkte trennen das zweitplatzierte Schönenwerd von Lausanne UC auf dem sechsten Rang. Lediglich Jona ist abgeschlagen am Ende zu finden. «Wir haben gesehen, dass die Liga sehr ausgeglichen ist, jedes Spiel und jeder Punkt sind wichtig», konstatiert Trainer Matjaž Hafner. Das ist auch am Samstag in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd nicht anders. Näfels und Schönenwerd brauchen Punkte im Kampf um ein Play-off-Ticket. Das Spiel gegen die auf dem zweiten Zwischenrang liegenden Solothurner ist genauso ein Schlüsselspiel wie jedes andere auch. In dieser Saison zählt jeder Punkt mehr denn je – das ist perfekt und sorgt für viel Anspannung bei den Teams und Spannung bei den Fans.
Nach vorne orientieren
Nach sechs Spielen fällt Volley Näfels’ Bilanz positiv aus. Zum Auftakt besiegten die Glarner Schönenwerd. Tags darauf waren sie bei Lausanne UC zu einem weiteren Vollerfolg unterwegs. Doch im vierten Satz schwanden die Kräfte gegen die am Vortag spielfreien Waadtländer. Näfels verlor im Tie-Break. Eine Woche später folgte in Amriswil ein 1:3. Auch nach diesem Spiel war man bei Näfels überzeugt, dass mehr als ein Nuller drin gelegen wäre. Die nächsten Spiele gegen Jona und Luzern gewann Näfels ohne Satzverlust. Zum Abschluss der ersten Runde verlor Näfels daheim gegen Leader Chênois ein hoch emotionales Spiel 0:3.
Präsident Martin Landolt ist zufrieden mit den bisherigen Leistungen und sagt: «Hätte man mir diese Tabelle zu Saisonbeginn angeboten – ich hätte unterschrieben. Aber es darf jetzt keinesfalls darum gehen, den guten Saisonstart zu verwalten und den dritten Rang zu verteidigen.» Die Mannschaft habe zweifellos noch Potenzial und müsse sich nach vorne orientieren, so der Präsident weiter.
Viel Licht, aber auch Schatten
Obwohl nur vier Spieler auf diese Saison zu Näfels stiessen, sieht die Stamm-Sechs im Vergleich zum Vorjahr ganz anders aus. Mit Antti Ropponen auf der Diagonalen, Błażej Podleśny am Pass, Leandro Mejía in der Mitte und Nico Beeler auf Aussen sind alle neuen Spieler bisher gesetzt. Dass die Glarner Fraktion mit Ausnahme von Libero Küng bis dato kaum im Einsatz war, ist bedauerlich, aber auch nachvollziehbar. Innerhalb des Teams ist dies kein Thema, denn niemand missgönne dem anderen etwas, alle würden nur das Beste fürs Team wollen, erklärt Captain Marco Gygli. Der neue Trainer Hafner ist kein Coach der grossen Experimente, er setzt auf Kontinuität und betont immer wieder, dass gute Resultate das Ziel seien. Zur Frage, was ihm bei seinem Team bisher am besten gefalle, sagt der Slowene: «Wir haben gezeigt, dass wir gegen jede Mannschaft - ob daheim oder auswärts - mithalten können. Ich mag es, dass wir kämpfen und nicht aufgeben, wenn der Gegner vorne liegt.» Positiv erwähnt er auch das Side Out beim ersten Ball, welches auf einem hohen Niveau sei, den Block, der einen guten Job mache und dass sie mit dem Service viel Druck erzeugen könnten.
Im Spiel der Näfelser schleichen sich bisher aber immer wieder viel zu viele Fehler ein. In der Partie gegen Leader Chênois machte Näfels beispielsweise zweieinhalb Mal mehr Fehler als der Gegner. In einem derart engen Spiel ist dies eine zu grosse Hypothek und führt unweigerlich zur Pleite.
Im Angriff hat Näfels bisher auf ein schnelles Spiel gesetzt, dabei die Pipe (Angriff aus dem Rückraum) aber nur selten eingesetzt. An dieser Waffe müssen die Näfelser noch feilen, um die Verteidigung der Top-Teams ins Wanken zu bringen. Trainer Hafner erwähnt weiteres Potenzial, so müssten sie besser in die Spiele starten, um frühe Rückstände wie zuletzt zu verhindern, weniger Fehler bei leichten Bällen machen und die Konstanz im Service und in der Annahme steigern. «Wenn wir unsere Annahme auf einem guten Niveau halten, hat unser Zuspieler mehr Möglichkeiten im Angriff. Und wenn wir mit etwas weniger Fehlern aufschlagen, kann unser Block seine Aufgabe erledigen», so des Trainers Absicht.
Toller Teamgeist und ein Aber
Etwas ist in den Spielen bei Näfels stets positiv aufgefallen: Der Teamgeist. Ob in guten oder schlechten Momenten, das Team steht und hält zusammen. Captain Marco Gygli sagt dazu: «Der Teamspirit ist super, so etwas habe ich bisher noch selten erlebt – und ich spielte doch schon in vielen Teams. Das ist echt cool.» Doch er ortet auch Potenzial und erklärt: «Manchmal fehlt die positive Energie auf dem Feld. Von aussen ist dies nicht immer zu erkennen, doch manchmal war es schon fast trostlos.» Daran würden sie arbeiten und auch Trainer Hafner lege im Training viel Gewicht auf eine positive Kommunikation, so Gygli. «Wenn uns dies gelingt, dann haben wir in der zweiten Runde die Chance, den einen oder anderen Punkt mehr zu holen als in der ersten», zeigt sich der Captain zuversichtlich.
Qualifikation 07. Runde:
Volley Schönenwerd - Volley Näfels
Betoncoupe Arena, Schönenwerd, Samstag, 12. November 2022, 17:30 h

Freude: Volley Näfels und seine Anhänger konnten drei Siege bejubeln und eine positive Zwischenbilanz ziehen

Zufrieden: Der dritte Zwischenrang macht Hoffnung, doch es folgen noch zwölf Spiele – erst dann wird der Strich gezogen und entschieden sein, wer in die Playoffs kommt

Stabile Annahme: Für Coach Hafner ein sehr zentraler Punkt

Schnelles Spiel: Gute erste Bälle und das Näfelser Angriffsspiel klappt

Topscorer: Iliya Goldrin überzeugt bisher auf der ganzen Linie

Wiggiswand: Der Näfelser Block punktete in allen bisherigen Qualifikationsspielen öfter als jener des Gegners

Immer besser im Schuss: Diagonalangreifer Antti Ropponen ist im Angriff zuletzt eine Bank

Rarität: Die Pipe wird von Näfels noch zu selten genutzt – diese Option muss der Zuspieler in Zukunft öfters ins Auge fassen

Ein Team: Der Teamgeist bei Näfels ist ausgezeichnet

Positive Haltung: Daran muss das Team noch arbeiten, wenn es auf dem Feld nicht wie gewünscht läuft. Die Gesichter würden manchmal schon beinahe trostlos wirken, stellt Captain Marco Gygli fest


























































































