Montag, 18. November 2024; 16:00
NLA

Müde Kämpferherzen bei Volley Näfels

Von: Martin Landolt

Gegen Chênois Genève Volleyball muss sich Volley Näfels mit seiner ersten Heimniederlage abfinden. Sie war nicht zwingend, aber auch nicht schlimm - und im Idealfall sehr lehrreich.


Nach einer anstrengenden Reise ins slowakische Komárno kehrte Volley Näfels mit fünf harten Sätzen in den Beinen ins Glarnerland zurück, aber auch mit viel Selbstvertrauen. Der Auswärtssieg bedeutet eine tolle Ausgangslage für das Rückspiel.
Dazwischen nun das Spiel gegen Chênois, das für die Endabrechnung der Meisterschaft zu den potenziellen Tabellennachbarn zählt. Ein Sieg der Glarner hätte für einen wertvollen Punkteabstand sorgen können. - Es sollte anders kommen...

Ein Unglück allein ist noch nicht das ganze Unglück…
Coach Ignacio Verdi schonte den leicht angeschlagenen Routinier Mariano Giustiniano. Dennoch begann Volley Näfels das Spiel ruhig und kontrolliert. Beide Teams arbeiteten stark mit dem gegnerischen Block, was beidseits immer wieder zu spektakulären Verteidigungsaktionen führte. Während bei Chênois von Beginn weg Captain Djokic viel Verantwortung übernehmen musste, agierten bei den Glarnern Broch und Bartholet mit viel Übersicht. Näfels vermochte sich früh abzusetzen, schien stets einen Schritt voraus. Dann liess der Druck plötzlich nach, was zu einem völlig unnötigen Satzverlust (20:25) führte.
Dass letztlich dieser erste Satz die Niederlage einleiten sollte, wollte zu diesem Zeitpunkt noch niemand glauben; denn Volley Näfels reagierte vehement auf den Weckruf und holte sich den zweiten Satz diskussionslos mit 25:14. Hätte dieser zweite Satz bereits eine 2:0-Führung bedeutet, statt «nur» ein 1:1, wäre das Spiel mit grosser Wahrscheinlichkeit anders ausgegangen.

Leere Köpfe, leere Beine
Ab dem dritten Satz gönnte Coach Verdi auch Captain Nikolov eine Pause, der durch Roy Schmid makellos ersetzt wurde. Aber es war zunehmend unübersehbar, dass die Kämpferherzen müde wurden. Auch wenn Schwerarbeiter und Topscorer Mathias Corzo sowie das erwachte Publikum die Näfelser immer wieder im Spiel hielten, war ein früher Vierpunkte-Rückstand eine zu grosse Hürde: 25:21 aus Sicht der Genfer.
Der vierte Satz verlief praktisch identisch. Trotz engagierter Timeouts vermochte Ignacio Verdi das Feuer nicht mehr zu anzufachen. Chênois war wacher, engagierter und beschleunigte das Spiel teilweise spektakulär über die Mitte. Mit 25:20 sicherten sich die Gäste einen verdienten Sieg.
Assistenzcoach Alvaro Jurado sprach am Schluss von einem schwierigen Spiel in einer schwierigen Phase. Trotzdem meinte er enttäuscht: «Auch wenn es Erklärungen für diese Niederlage geben mag, wollen wir immer gewinnen!»

Scheitern als Chance?
Das junge Team von Volley Näfels ist ausgezeichnet in die Saison gestartet und hat nun erstmals Lehrgeld bezahlt. Entscheidend wird sein, wie man damit umgeht. Das Heimspiel im CEV Challenge Cup vom kommenden Donnerstag wird nicht nur frische Beine, sondern vor allem viel Selbstvertrauen voraussetzen.


Zur Fotogalerie:




Volley Näfels - Chênois Volley Genève 3:1
(20:25, 25:14, 21:25, 20:25)

Lintharena Näfels - 250 Zuschauende - Spieldauer: 108 Minuten

Schiedsrichter: M. Becker, L. Rüegg


Volley Näfels
:
Chancy, Corzo, Schwitter, Schmid, Peter (Libero), Broch, Bogdanovski, Bartholet, Jucker, Nikolov, Campbell.

Coach: Verdi

(Verletzt: Giustiniano)

Chênois Volley Genève:
Peslac, Kovacevic, Kurik, Poffet, Geneux, Djokic, Kauling, Douib, Sanches, Del Valle (Libero).

Coach: Carreño

Volley Näfels – Chênois Genève Volleyball: 1:3

Nathan Broch ersetzte den angeschlageneren Mariano Giustiniano

Das Spiel mit und gegen den Block sorgte für viele attraktive Ballwechsel

Je länger das Spiel dauerte, umso mehr fehlten die Kräfte und das nötige Feuer

Immer wieder konnte Näfels jubeln

Am Ende standen die Näfelser aber mit leeren Händen da