Mitreissendes Duell auf höchstem Niveau zwischen Näfels und Lugano
Biogas Volley Näfels hat zwar das Spiel gegen die überragende Nummer 1 Lugano mit 2:3 (22:25, 25:21, 21:25, 25:22, 13:15) verloren, aber die Form wieder gefunden. Die beiden Kontrahenten zeigten ein begeisterndes Spiel mit dem glücklicheren Ende für Lugano.
Es war eine äussert attraktive Begegnung, welche Biogas Volley Näfels und Energy Investment Lugano am Samstagabend boten. Da war Gas und Energie in diesem Spiel – einfach alles, was diesen Sport so faszinierend macht. Entsprechend zufrieden waren die meisten Anwesenden in der Halle. „Es war Spitzenvolleyball, was Näfels und Lugano heute zeigten“, bestätigte auch Dalibor Polak. Für das vollständige Glück der Einheimischen und das Tüpfelchen auf dem i fehlten am Ende nach mehr als zwei Stunden Kampf nur ganz wenige Punkte. Doch Lugano zeigte sich ganz am Ende um einen Hauch abgeklärter und glückhafter als das Team von Dalibor Polak. Captain Büsser gewichtete das Positive aber mehr: „Es war wichtig, das wir heute wieder auf jenem Niveau spielten, welches wir vor den Playoffs hatten. Wir müssen weiterhin so spielen, dann werden wir den Playoff-Final erreichen.“ Und dann wagt er noch einen Blick in die Zukunft: „Die Zeit kommt schon noch, wo wir Lugano schlagen können.“
Vertrauen gefunden
Der Jubel der Luganesi, als sie kurz vor halb Elf die Partie im Tiebreak mit 15:13 für sich entschieden, war riesig. Ebenso riesig wie die Enttäuschung von Beeler, Martinez, Pulko & Co. bei Biogas Volley Näfels. Man wusste, dass man Lugano heute hätte knacken können. Einzig im ersten Satz wurde schnell klar, dass Näfels der Spielweise von Lugano nicht Paroli bieten konnte. Druckvoll mit Banderó, schnell mit Lehtonen in der Mitte und clever mit Bruschweiler auf Aussen agierend, übernahm Lugano das Spieldiktat und führte ab dem ersten Timeout meist mit vier Punkten Vorsprung. Wie wichtig aber der Abschluss des ersten Satzes war, als Näfels drei Satzbälle mit herrlichen Angriffen durch Beeler abwehren konnte und so noch auf 22:25 verkürzte, sollte sich ab dem zweiten Satz zeigen. Die Glarner hatten das Vertrauen gefunden, agierten fortan wieder so, wie sie dies in dieser Saison normalerweise taten. Schnell, druckvoll bei Service und Angriff und meistens auch mit guten Annahmen.
Martinez und Banderó mit Gewaltsgeschossen
Der zweite Satz war eine sehr ausgeglichene und höchst spannende Geschichte auf absolutem Top-Level. Immer wieder war Gleichstand. Erst ganz zum Schluss beim Stand von 20:20 gelangen Näfels drei Breakpunkte in Serie, nachdem Captain Büssers Services die Tessiner Hintermannschaft ins Trudeln brachten. Mit 25:21 gewann Näfels diesen begeisternden Satz unter dem grossen Beifall der Zuschauer. Besonders erfreulich dabei war, dass Fabian Martinez, welcher für den grippegeschwächten Bittner spielte, immer mehr zur Hochform auflief und diese Form bis Schluss durchzog. Er beeindruckte ebenso wie sein Antipode Banderó mit unglaublich harten Geschossen. Am Schluss wurden diese beiden zum MVP ihres Teams auserkoren.
Im dritten Satz geriet Näfels gleich zu Beginn leicht ins Hintertreffen. Mit kleinen Unachtsamkeiten beim Spielaufbau verschenkte Näfels einige Punkte, die diesen Satz entschieden. Dass Näfels in diesem Satz mehr Punkte erspielte als Lugano, aber doppelt so viele Fehler wie der Gegner machte, führte zum 21:25 Satzverlust.
Punktegewinn gegen Lugano ist eine gute Sache
Die Reaktion von Biogas Volley Näfels nach dem neuerlichen Satzverlust war beeindruckend. Noch druckvoller spielend - vor allem beim Service nahm Näfels volles Risiko - war Näfels das dominierende Team. Die Polak-Truppe begeisterte. Immer in Führung liegend schaffte Näfels mit dem 25:22 den Satzausgleich. Wieder musste das Tie-Break die Entscheidung bringen. Näfels startete gut und ging 6:4 in Führung. Dann aber hatte Näfels eine kurze Baisse mit Fehlern und Angriffen, welche eine Beute der Lugano-Abwehr wurden. Dies brachte Lugano die 11:9 Führung ein. Näfels gelang zwar erneut der Ausgleich bei 12 und 13 Punkten, doch Lugano nutze seinen ersten Matchball durch einen seiner wenigen Blockpunkte zum lautstark umjubelten 15:13.
Marco Gygli, der zu einigen Kurzeinsätzen kam und das Spiel von aussen und mit etwas mehr Distanz betrachten konnte, war einer der wenigen Näfelser, der trotz der Niederalge kein trauriges Gesicht machte. Er erklärt: „Wir spielten gut, alle haben eine gute Leistung gezeigt. Einzig beim Service machten wir gar viele Fehler. Aber wir wussten, dass wir mit dem Service Druck machen mussten, damit Lugano sein gewohntes Spiel nicht aufziehen konnte.“ Am besten gefiel Gygli, dass es so viele Leute in der Halle hatte, die für eine gute Stimmung sorgten. „Dies motivierte uns. Jeder von uns hat immer alles gegeben, gab nie auf. Wie sehr enttäuscht und frustriert einige Spieler sind sieht man jetzt, dies obwohl ein Punktgewinn gegen Lugano immer eine gute Sache ist“, schliesst Marco Gygli sein Fazit ab.
Matchtelegramm
Halle: Lintharena sgu, Näfels
Samstag, 1.3.2014, 20:00
Spieldauer 121 Minuten
Zuschauer: 450
Schiedsrichter: Schürmann Philippe, Sanapo Alfio
Biogas Volley Näfels Energy- Investments Lugano 2:3 (22:25, 25:21, 21:25, 25:22, 13:15)
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Milanez (Passeur), Sutter (Libero), Pulko, Alexander, Beeler, Ehrat, Martinez;
Büsser (Captain), Gygli, Bittner
Trainer: Dalibor Polak
Energy Investments Lugano
Startformation: Garnica (Passeur), Gelasio (Libero), Lehtonen, Bruschweiler, Savic, Banderó, Mariano;
Alejandro, Bonacic,Hübner (Captain), Rizo, Dusan
Trainer: Mario Motta
Bemerkungen: Fussverletzung von Mariano im ersten Satz, ersetzt durch Bonacic, Abwesend: Rosic (Libero)



























































































