Mit Tour de Suisse auf den Gipfel
Nach einer langen Reise ist der Schönenwerder Samuel Büschi in Näfels an einem Ziel seiner Träume angelangt: Der 25-jährige Mittelblocker mit Gardemassen darf sich seit letzter Woche erstmals Schweizer Meister nennen.
Lange bevor er sein Glück im Osten fand, versuchte Samuel Büschi seine Ambitionen zuerst Richtung Nordwesten und Westen zu verwirklichen. Vom darob wenig erfreuten TV Schönenwerd wechselte er im Jahr 2000 zu Gelterkinden. «Mein Traum war die NLA, je schneller, desto besser», lautete das Motto des damals 18-Jährigen, der erst spät den Radsport aufgab, um voll auf die Karte Volleyball zu setzen. Parallel zum Klubengagement formte der 205 cm grosse Hüne seine sportliche Tugenden kontinuierlich weiter und schloss eine Sporthandelsschule ab. Nach dem Abstieg der Gelterkinder sagte Samuel Büschi Lausanne UC zu und verweilte während vier Jahren an den Gestaden des Genfersee. Trotz der hervorragenden Uni-Infrastruktur vermisste der Schönenwerder im Studententeam die letzte Konsequenz im Titelrennen. «Uns fehlten die Big Points, um die Meisterschaft zu gewinnen.»
Nachdem Samuel Büschi bei den Waadtländern schon zwei Jahre lang den Stammspieler-Status innehatte, lockte ihn deshalb der Ruf zu Pallavolo Lugano, wo er sich jedoch mit zwei Faktoren nicht anfreunden konnte. «Für meinen Geschmack war zuviel Fun», beschreibt der gebürtige Niederämter die Verhältnisse. Zudem waren dem fast schon ewigen Wochenaufenthalter Freundin und Kollegenkreis zu weit entfernt. Als er daher vor Jahresfrist nach dem All-Star-Game ein sehr direktes Angebot des Managers von Näfels erhielt, sagte der Turm am Netz zu. «Nach Näfels wäre ich fast gratis gegangen», umreisst Samuel Büschi damalige seine Gefühlslage.
Auch abgesehen davon, dass er im Glarnerland finanziell nun so über die Runden kommt, dass «unter dem Strich die Rechnung gerade aufgeht», war die Rochade ein voller Erfolg. «Ich bin erstmals in einem Team, in dem alle wollen und am selben Strick ziehen.» Die vor allem zu Saisonbeginn fast übertrieben knallharte Arbeit mit fünfmal fünf Stunden Training pro Woche plus Zusatzübungen für Spezialisten hat sich in der Endabrechnung für Näfels mit dem achten Titel innert zehn Jahren ausbezahlt. Zuschauer, Vorstand und er selber seien jedoch erstaunt gewesen, wie reibungslos die Eroberung des Titels im Playoff-Final gegen Amriswil (4:1) dem Cup- und Supercup-Gewinner gelungen sei. Für den erstmaligen Champion, der im Dezember noch an einem Ermüdungsbruch laborierte, war der Titel die Krönung in der einmaligen familiären Ambiance, welche die Volleyball-Helden im Kanton Glarus geniessen. «Hier kennt mich jeder - es wird sogar über einen getuschelt», schildert der noch in Lugano bestenfalls als Basketballer gehandelte Büschi das neue Lebensgefühl, das auch im Sponsoring neue Perspektiven eröffnet.
Der Profi, der sich auch mangels Teilzeitjob wie zwei andere Schweizer und die vier ausländischen Akteure in Näfels voll auf den Sport konzentriert, ist mit dem lange ersehnten Titel noch nicht am Ende seiner Träume angelangt. Der langjährige Nationalspieler, der nächsten Samstag in Bulle wiederum in einem All-Star-Game gegen die NLA-Ausländer im Einsatz steht, möchte in seiner Karriere irgendwann noch gerne vor stets vierstelligen Zuschauerzahlen aufspielen. Nach dem Zweijahresvertrag in Näfels, den er auch in Abstimmung mit dem Nationaltrainer erfüllen will («ich möchte den Titel verteidigen»), reizt ihn deshalb ein Kontrakt im Ausland. Informelle Kontakte nach Frankreich und Italien haben sich ergeben, aber auch ein Angebot aus Deutschland oder Österreich würde Büschi nicht ausschlagen.
Vorerst konzentriert er sich auf die Aufbauarbeit mit der Nationalmannschaft, die in den letzten zwei Jahren mit einem Sieg gegen Russland und einem Erfolg gegen Frankreich aufhorchen liess. Schon die Tatsache, dass das im ersten von drei Spielen überraschte Frankreich gegen die Eidgenossen antrat, habe als Meilenstein gegolten. Dieses Jahr steht im August die Universiade in Bangkok auf dem Programm, an der die Schweizer Vertretung die Aufwärtstendenz bestätigen möchte.



























































































