Montag, 13. Mai 2013; 17:53
NLA

Mit Polak und Kontinuität

Von: Köbi Hefti

Dalibor Polak bleibt bei Näfels, verzichtet jedoch in der nächsten Saison auf Einsätze auf dem Feld Die Mannschaft von Näfels für die nächste Saison steht mehrheitlich. Näfels‘ Strategie, auf junge Spieler zu setzen, wird fortgeführt. Nicht mehr dabei sind Toni Kankaanpää und Ugi Ilic

Die vergangene Saison war für Volley Näfels eine herbe Enttäuschung. Die Ziele wurden verfehlt. Der  Rekordmeister  spielte zwar über weite Strecken stark, doch in der entscheidenden Phase zu Beginn dieses Jahres glitt die Mannschaft in eine Baisse. In der Analyse, die der Vorstand gemeinsam mit dem Trainer durchführte, gestand Spielertrainer Dalibor Polak, Fehler gemacht zu haben. Er hätte zu lange zugewartet, um Änderungen vorzunehmen, lautete sein Fazit. Daneben wurde aber auch festgestellt, dass es trotz eines Coachs im Vergleich zu den Vorjahren nicht besser lief.

Für die Kommende Saison hält Näfels an seiner Strategie fest, setzt auf Kontinuität. Die wichtigste Personalentscheidung überrascht deshalb nicht. Spielertrainer Polak bleibt in Näfels, wird aber nur noch als Trainer und Coach tätig sein. Der Vorstand erwartet, dass Polak in der neuen Rolle der klare Chef ist und die Blockaden, die in der vergangen Saison zu beobachten waren, da sich Coach und Trainer nicht einig waren, Tempi passati sind.

Passeur Ivan Bedrac entwickelt sich beruflich weiter und entschied deshalb, mit Spitzenvolleyball  aufzuhören. Auch Libero Daniel Werner will kürzer treten und zieht sich aus der Nationalliga A zurück. Fortan spielt er mit Volley Näfels 2  in der 1. Liga. Trainer Polak entschied, diese beiden Positionen mit eigenen Leuten zu besetzen. So setzt er am Pass auf Marco Gygli als Nummer eins und Manuel Sutter übernimmt Werners Liberoposten. Sutter trainierte bereits seit Mitte der letzten Saison mit der ersten Mannschaft.

Polak ist überzeugt, dass beide Spieler das nötige Potenzial und die Klasse haben, um Näfels an der Spitze halten zu können. Von der letztjährigen Mannschaft werden alle Schweizer mit grosser Wahrscheinlichkeit in den Reihen von Volley Näfels bleiben. In der Mitte sind dies Samuel Ehrat, der in der letzten Saison überzeugte und Captain Thomas Büsser. Auf Aussen setzt man auf Nico Beeler. Der junge und  hochtalentierte Spieler wurde von zahlreichen anderen Klubs kontaktiert, sagte aber überall ab und entschied sich für Näfels. Daneben werden auch Zlatko Pulko und aller Voraussicht nach auch Stefan Ilic ihre dritte Saison in Näfels spielen. Beiden gefällt es im Glarnerland sehr gut. Noch sind zwar die meisten Verträge nicht ganz unter Dach und Fach, Teammanager Gygli ist jedoch zuversichtlich, dass in Kürze alles unterschrieben ist. Nicht mehr dabei sind Ugi Ilic, dessen Potenzial nach Ansicht von Polak als Diagonalspieler nicht ausreicht, um die volle Verantwortung auf dieser so wichtigen Position allein zu übernehmen und Toni Kankaanpää, der in Finnland sein Studium fortsetzen will.

Daneben führt Näfels seine Philosophie, junge Spieler ins Team einzubauen, fort. Vom TSV Jona werden Luca Beeler (Jahrgang 1994), der jüngere Bruder von Nico, und Gian Luca Riedi (1992) zu Näfels stossen. Die beiden werden abwechslungsweise in Jona und Näfels bei den Teams sein, sowohl fürs Training wie auch die Spiele. Daneben ist man noch auf der Suche nach einem zweiten Passeur. Auch für diese Position will man eher auf ein junges Talent setzen, genau wie für einen weiteren Universalspieler. Hier stehen die Verhandlungen mit einem 20-jährigen, 199 cm grossen Venezolaner, der letztes Jahr zum besten Juniorenspieler der Südamerika-Meisterschaft gewählt wurde, kurz vor dem Abschluss.

Damit ist bei Näfels noch die Position des Diagonalangreifers vakant. Aktuell deutet viel darauf hin, dass diese Schlüsselrolle durch einen Holländer eingenommen wird. Aber das Angebot ist gross und dank der wirtschaftlichen Krise, die sich auch auf den Sport auswirkt, sind Spieler heute finanzierbar, die vor Jahren für Näfels viel zu teuer gewesen sind. Wurden damals noch 50000 Franken gefordert, sind die Ansprüche heute teilweise auf die Hälfte geschrumpft.

Das Geld ist auch für Näfels die grosse Herausforderung. Nachdem man seit 2010 endlich wieder schuldenfrei ist, hat die letzte Saison ohne Namenssponsor den Verein in finanzieller Hinsicht stark gefordert. Volley Näfels liess jedoch keine Möglichkeit aus, um die Kasse ausgeglichen zu gestalten, was dank der grossen Unterstützung der zahlreichen Sponsoren auch knapp erreicht werden kann. Die Liquidität in der Kasse war aber stets ein Thema. Der Verein ist sehr dankbar und glücklich, dass er von seinen Partnern so stark unterstützt wird, und dem Glarnerland dadurch Spitzenvolleyball erhalten bleibt.

Nächste Saison wird sich Dalibor Polak nicht mehr im Spielerdress mit dem Schiedsrichter unterhalten.