Mit Geduld in die neue Rolle hineinwachsen
Obwohl der 25-jährige Manuel Sutter noch kaum NLA-Erfahrung hat, schenkt ihm Volley Näfels als Libero das Vertrauen
Es sind riesige Fussstapfen, in die Manuel Sutter als Libero von Näfels tritt. Er ist der Nachfolger von Daniel Werner, der nach sieben erfolgreichen Jahren und zwei Meistertiteln (2007 und 2011) mit den Glarnern seinen NLA-Rücktritt verkündete. Sutter macht sich nichts vor und sagt: «Daniel Werner ist einer der besten Liberos, die es im Schweizer Volleyball je gegeben hat.»
Zu erwarten, dass Sutter die Lücke nahtlos füllt, ist vermessen. Kein Schweizer könnte dies. Dennoch haben die Verantwortlichen von Näfels auf eine ausländische Nachfolgelösung für Werner verzichtet und sich stattdessen sogar für eine regionale entschieden. Für ihn sei dies eine Ehre, sagt Sutter.
Mehr noch: Die Tatsache, dass neben ihm kein zweiter Libero im Kader steht, darf er als grossen Vertrauensbeweis auffassen. Seit einem Jahr trainiert Sutter mit Näfels. Seine bisherige NLA-Erfahrung beschränkt sich aber auf wenige Einsätze, die er zu Beginn dieses Jahres erhielt. Primär für den Service wurde er hin und wieder eingewechselt. Bis letzten Dezember spielte er für den TSV Jona in der NLB. «Das Spiel in der NLA und speziell das von Näfels ist um einiges schneller», stellt Sutter fest. Dadurch habe man in der Verteidigung viel weniger Zeit. Zudem seien die gegnerischen Angriffe deutlich wuchtiger.
Bis zu sechsmal pro Woche ist Hallentraining angesagt. Weil Trainer Dalibor Polak grossen Wert auf die Physis seiner Schützlinge legt, stehen zusätzlich drei wöchentliche Krafteinheiten auf dem Programm. Sutters macht dies alles nebenbei. Er arbeitet in Zürich im 80-Prozent-Pensum als Betriebsökonom bei der Credit Suisse.
Den Aufwand nimmt der 25-jährige aber gern auf sich. Er ist dankbar, sich in der NLA beweisen zu können. Dass er als Libero nur schon wegen seines Spezialtrikots auffällt, stört in nicht. Ebenso wenig, dass er auf seiner Position für die Serviceannahme und harte Verteidigungsarbeit zuständig ist, während andere für die spektakulären Abschlüsse sorgen. «Etwas anderes als Libero könnte ich auf diesem Niveau wegen meiner Körperlänge gar nicht spielen», erklärt der 1,79 Meter grosse Sutter. Fehlende Zentimeter waren für den Uetliburger schon im Sommer auf den Beachvolleyball-Feldern kein Problem. In Crans-Montana gewann Sutter zusammen mit seinem guten Freund und Näfelser Teamkollegen Nico Beeler erstmals ein Turnier der Kategorie A2. Es folgten Siege mit Adrian Heidrich in Grenchen (A3) und Bernhard Beyeler in Laufen (A2). Als krönender Abschluss erreichte Sutter zusammen mit Fabio Berta den 4. Rang an den Schweizer Meisterschaften auf dem Berner Bundesplatz.
Der Ü̈bergang in die Saisonvorbereitung mit Näfels verlief nahtlos. Mit seinen Leistungen in den Testspielen ist Sutter nicht restlos zufrieden. Gute und schlechte Phasen hätten sich abgewechselt, sagt er. Sutter setzt sich nicht unter Druck und gibt sich die nötige Zeit, um sich an den NLA-Rhythmus zu gewöhnen. Er ist vom Potenzial seiner Mannschaft überzeugt: «Mit unsere Qualität sollten wir zu den besten zwei Teams in der Schweiz gehören.»



























































































