Donnerstag, 18. Dezember 2008; 19:22
Allgemein

Meisterschaft NLA: Zwei wichtige Spiele für SEAT Volley Näfels

Von: Rolando K. Küng

Am Samstag gastiert SEAT Volley Näfels in Amriswil beim Leader der diesjährigen Meisterschaft. Die noch ungeschlagenen Thurgauer dürften alles daran setzen auch dieses Derby gegen Erzrivale Näfels siegreich zu gestalten. Am Sonntag spielen die Glarner in Münsingen im Cup.

 

Für die Näfelser Volleyballer ist dieses Spiel die letzte Chance, wenigstens noch ein Spiel gegen eine Top-Mannschaft während der Quali-Runde zu gewinnen. Dass sich die Glarner dafür ausgerechnet Dauerrivale Amriswil aufgespart haben und dann erst noch auswärts, war eher keine Absicht. Viel mehr gelang es vorher mindestens in den beiden sehr knappen Spielen gegen Lausanne UC nicht, wenigstens den absolut schlagbaren Meister des letzten Jahres zu besiegen. Vergessen darf man auch das Hinspiel gegen Amriswil von Anfang November nicht. SEAT Volley Näfels war dem jetzigen Branchenprimus über weite Strecken ein ebenbürtiger Gegner. Und hätte die Mannschaft um Captain Andy Sutter nicht den dritten Satz knapp mit 23:25 verloren, wäre auch ein Sieg dringelegen. Zumindest an diesem Tag wären die Blauen aus Amriswil zu packen gewesen, sie hinterliessen überhaupt nicht den unwiederstehlichen Eindruck, welchen sie aber seither oft wieder zeigten. Nicht zuletzt auch die Qualifikation für die Achtelfinals im Challenge Cup gegen die Österreicher von Aich/Dob, gegen welche sie letztes Jahr noch ausschieden, verdient bestimmt ein grosses Lob.

 

 

Da capo aber umgekehrt

Eigentlich hatten wir diese Situation ja auch schon, nur einfach mit umgekehrten Vorzeichen. Vor zwei Jahren spielte Näfels genauso überlegen in der Meisterschaft. Nur wissen wir inzwischen sicher, dass damals die Glarner auch wirklich Meisterschaft und Cup gewannen. Vorerst ist der TV Amriswil aber nur der grosse Favorit. Aufgrund seiner Leistungen und seines breiten und starken Kaders, trauen aber nicht wenige der Mannschaft aus Mostindien zu, es diesmal endlich zu schaffen. Wie viel Gewicht das heutige Derby für die Meisterschaft haben wird ist unbestimmt. Beide Teams spielen schon am Sonntag, das viel wichtigere Viertelfinale im Swiss Cup. Die Thurgauer empfangen zuhause Pallavolo Lugano und SEAT Volley Näfels reist ins Aaretal um dort gegen Münsingen anzutreten. Es wäre bestimmt nicht klug, sich im Meisterschaftsspiel unnötig zu verausgaben, zumal die Positionen in der Rangliste bei beiden Teams sicher bezogen sind. Amriswil bleibt auch bei einer Niederlage Erster. Das wäre zwar ein kleiner Tolken im Reinheft, aber wirklich nur ein kleiner. Für SEAT Volley Näfels wäre ein Sieg aber zumindest für das Selbstvertrauen sehr wichtig und fürs Prestige noch fast besser.

Folgt achter Halbfinal im Cup?

Das gäbe auch massenhaft Mumm um gegen Münsingen im Cup mit einem guten Spiel das Weiterkommen zu sichern. Die Berner haben bisher beide Meisterschaftsspiele ohne Satzgewinn verloren. Unterschätzen darf man das Team unter Trainer Marc Gerson trotzdem nie. Denn sonst verliert man ein solch wichtiges Cupspiel ehe man sich’s versieht. Zu hoffen bleibt, dass die verschiedenen Blessuren und Erkältungen bei einigen Spielern bis am Sonntag unter Kontrolle sind. Einiges dazu beitragen könnte das Adrenalin. Dann nämlich, wenn sich jeder einzelne Spieler mental richtig vorbereitet und sich die Wichtigkeit des Cupspiels noch einmal klar vor Augen führt. Dann sind die Berner zu schlagen und der achte Einzug in ein Cup Halbfinal innerhalb der letzten elf Jahre wäre der Lohn dafür.