Freitag, 27. Februar 2009; 18:50
Allgemein

Meisterschaft NLA: Wie gross ist der Siegeswille gegen Sursee?

Von: Rolando K. Küng

Genau wie letztes Jahr bestreitet SEAT Volley Näfels das Playout-Finale um den fünften Platz gegen den VBC Sursee. Noch in der Quali-Runde war sehr klar, wer von diesen beiden Teams das bessere ist. Wie das Stärkenverhältnis jetzt aussieht, muss die Serie Best-of-three zeigen.

 

Sursee hat in der Quali-Runde aus 14 Spielen gerade mal vier Punkte geholt. Nur gegen die inferioren Fürstenländer aus Andwil-Arnegg konnten die Luzerner beide Partien gewinnen, wobei die zweite denkbar knapp in einem Fünf-Satz-Spiel. Für die Playout-Halbfinale gegen Lugano rüsteten die Innerschweizer aber mächtig auf. Nebst einem neuen Spieler aus Brasilien holte Sursee auch noch Patrick Heuscher, den Beach-Volleyballprofi ins Team. Und diese beiden Verstärkungen waren offenbar genug, um die Luzerner die wichtige Serie gegen den Abstieg klar mit 3:1 gewinnen zu lassen. Vor allem die beiden Auswärtssiege in Lugano liessen aufhorchen.

 

Jetzt aber, da das Abstiegsgespenst vertrieben und der Ligaerhalt für eine weitere Saison gesichtert ist, wollen die Innerschweizer in diesen Playouts auch ihre Ersatzspieler zum Einsatz bringen. So mindestens kann der Volleyball Interessierte dies auf Sursee’s Internetseite nachlesen.

 

 

Näfels mit neuem Coach

Für SEAT Volley Näfels ist diese Begegnung wieder einmal ein Neuanfang. Zwar noch mit dem selben Team, es fehlt Jacky Gaft wegen seiner Handverletzung, aber nicht mehr unter dem Coaching des Brasilianers Léo Carvalho. An der Seitenlinie wird vorläufig noch bis zum Ende dieser Saison der Nachwuchstrainer und langjährige Mitarbeiter bei SEAT Volley Näfels, der Ägypter Mahmoud Mahmoud stehen. Er leitet auch seit einigen Tagen das Training und zumindest die Junioren im Team kennen ihn alle bestens.

 

Trainer Carvalho hat sich im gegenseitigen Einvernehmen schon frühzeitig vom Klub getrennt und steht vor seiner Rückreise nach Rio de Janeiro. “Die vorzeitige Trennung kommt beiden Seiten zugut und das gegenseitige Einverständnis ist für einmal nicht nur eine Floskel”, meint Léo Carvalho. Natürlich sei er frustriert darüber die gesteckten Ziele mit seiner Mannschaft nicht erreicht zu haben und macht auch keinen Hehl daraus, die Leistungsbereitsschaft in einem Schweizer Spitzenklub einiges höher erwartet zu haben. Schon während der Saison sagte er oft nach einer Niederlage: “Das Team hat gespielt, was es im Training gezeigt hat”. Was nichts anderes heisst, als dass der Brasilianer eigentlich immer einiges mehr mit seinen Spielern im Sinn hatte, als diese zu geben bereit oder im Stande waren. Es sei ein grosser Nachteil ein nur schmales Kader zu haben. Da sei es schier unmöglich, geplante Sanktionen nach fehlender Leistung im Training auch durchzuziehen. Immer und immer wieder sei man im Spiel halt auf die besten Spieler angewiesen. Dieser Umstand bringe aber keinen Spieler wirklich weiter, gab Trainer Carvalho frustriert zu Protokoll. Da sei er sich von der brasilianischen Schule natürlich anderes gewohnt. In jedem Team stehen immer 18 Spieler und jeder dränge mit aller Kraft darauf Stammspieler zu sein. Der interne Konkurrenzdruck sei alles entscheidend.

 

 

Zwei Welten prallten aufeinander

Es scheint, dass da zwei Welten und zwei Philosophien aufeinander getroffen sind, welche sich nicht so ohne weiteres und auf Anhieb verstehen konnten. “Trainer Carvalho vergisst, dass keiner der Schweizer Spieler Vollprofi ist”, stellt sich Manager Ruedi Gygli vor die jungen Schweizer. Alle hätten mindestens einen 50%-Job. Noch in der Saison des letzten Double-Gewinns 2007 waren mit Passeur Bär und den Angreifern Andy Sutter und Sämi Büschi auch drei Schweizer Vollprofis im Kader. Sucht man also nach den Gründen für das erneute Scheitern der diesjährigen Mannschaft, muss auch diese Tatsache betrachtet werden.

 

Vorerst jedoch soll dies im Spiel gegen Sursee überhaupt kein Thema sein. Wieder mit Diagonalangreifer Bruno Amorim im Vollbesitz seiner Kräfte, dürfte ein Sieg gegen die Luzerner durchaus möglich sein. Spielen alle mit Freude und ihr bestes Volleyball ist dieser sogar sehr wahrscheinlich.