Meisterschaft NLA: Volley Näfels legt sein Schicksal in die Hände von Fortuna
SEAT Volley Näfels hätte es in der Hand gehabt mit einem Sieg gegen Volley Amriswil einen riesen Schritt in Richtung Finalqualifikation zu tun. Unbesiegbar waren die Thurgauer bei weitem nicht und es schien über weite Strecken, als wollten sie Näfels das Heft in die Hand geben. Leider waren diese aber nicht in der Lage, diese Offerte anzunehmen.
„Es ist einfach unglaublich wie passiv wir waren“, meinte einer der total frustrierten Spieler von SEAT Volley Näfels nach dem Spiel. Alle wirkten sie wie erschlagen, unfähig zu glauben, welche grosse Chance sie eben aus den Händen gaben. Dass Druck aber nicht immer lähmen muss, zeigten dieser Tage erneut wieder die Besten im Skizirkus. Aber scheinbar ist keiner der Näfelser Spieler aus solchem Schrot und Korn. Und die Niederlage wurde nach Bekanntwerden des Resultats vom Spiel aus Lugano gegen Cupsieger Lausanne UC noch etwas schmerzlicher. Denn dadurch dass Lausanne überraschenderweise im Tessin verlor, wäre das Spiel vom Mittwoch bei Lausanne in der Waadt nur noch ein Fernduell gegen den CS Chênois geworden. Denn hätte Cupsieger LUC selbst keine Chance mehr gehabt, in extremis, noch den 2. Platz zu erreichen.
Volley Amriswil verteilt weiterhin die Karten
„Mir ist es egal gegen wen wir die Finalserie bestreiten werden“, meinte Amriswil-Passeur und Captain Marco Bär (29) nach dem Spiel. In einer Serie dürfte es für jeden der drei noch verbleibenden Gegner schwer werden, uns zu besiegen. Und damit drückt er die Selbstsicherheit aus, mit welcher er und seine Mitspieler im Moment auftreten. Ein Beispiel gefällig? Adrian Schläpfer ist im Gegensatz zum letzten Jahr Stammspieler geworden bei den Blauen aus dem Thurgau. Der Appenzeller hat im Spiel gegen Näfels erneut gezeigt wozu er fähig ist. Obwohl es gar nicht nötig war, steigerte er sich in einen wahren Spielrausch und knallte seinen Gegnern die Bälle beim Service und im Angriff nur so um die Ohren. Dabei sah man gut, was es für ihn bedeutet, wenn er frei aufspielen kann und so richtig von Innen heraus sein zweifellos grosses Talent im Volleyball frei ausleben darf. Volley Amriswil gefällt sich gut in der Rolle des Chefs im Haus (NLA) und das ist dem Team auch nicht zu verargen. Schliesslich haben sie sich die Position hart erspielt und nun können sie eigentlich, bereits zum zweiten Mal, frei auswählen wen sie sich als Finalgegner wünschen.
Was wäre wenn?
Mindestens könnten sie bei einer klaren Niederlage in Genf dem CS Chênois die Karten in die Hände spielen, denn dann nützte Volley Näfels nicht einmal mehr ein diskussionsloser 3:0-Sieg gegen LUC etwas. Gewinnt aber Volley Amriswil in Genf einen Satz dann nützt dies den Glarnern nur dann, wenn sie ihr Spiel ohne Verlustsatz gewinnen und auch nur dank dem etwas besseren Satzquotienten. Gelingt LUC aber ein Satzgewinn gegen Näfels, bleibt Chênois auch bei einem 3:1-Sieg immer noch Zweiter. Verlieren die Genfer aber zwei Sätze gegen Amriswil, stände Näfels auch mit einem 3:1-Sieg gegen LUC noch im Final, nicht aber bei zwei Verlustsätzen. Dann käme wieder Chênois zum Zug. Man könnte diese Rechnerei noch beliebig fortsetzen welche erneut zeigt, wie ausgeglichen das Ganze ist, aber dabei stösst man eigentlich immer wieder auf das selbe Fazit. SEAT Volley Näfels hatte dermassen viele Chancen und liess fast alle ungenutzt, dass man sich jetzt nicht wundern muss, alles Väterchen Zufall und Göttin Fortuna überlassen zu müssen. Mit einem beherzten Spiel und klarem Sieg, könnte man vielleicht das Glück doch noch auf seine Seite zwingen. Das nützt aber eben nur, wenn Volley Amriswil dies will und das ist wahrlich keine komfortable Lage und bestimmt nur zu ertragen, wenn man sich sagt, dass Sport ja eben doch nur die wichtigste Nebensache der Welt ist.
Näfels’ Webseite gibt Live-Auskunft
Für alle die dieses Szenario um die Playoff-Finalquali ebenfalls sehr spannend finden, lohnt es sich bestimmt, am Mittwoch ab acht Uhr abends öfter mal auf der Webseite von SEAT Volley Näfels vorbeizuschauen. Der Webmaster stellt laufende Zwischenberichte in Aussicht auch mit einem Blick auf das Spiel in Genf. Die Optimisten stellen dann auch schon den Champagner kalt, mit dem Risiko, dass dieser dann halt doch erst am nächsten Geburtstag oder gar erst am Silvester entkorkt werden wird. So oder so ist ja die Saison für die Näfelser Volleyballer auch im schlimmsten Fall noch nicht zu Ende. Ab 27. März würde dann anstatt um Gold gegen Volley Amriswil um Bronze gegen einen der zwei Verbleibenden in einer Best-of-three-Serie gespielt und dabei gäbe es auch sicher noch einmal ein Heimspiel oder gar zwei.



























































































