Samstag, 19. Januar 2008; 22:03
Allgemein

Meisterschaft NLA: TV Amriswil schlägt wieder zurück und legt mit 1:0 vor

Von: Rolando K. Küng

TV Amriswil - SEAT Volley - 3:0 (27:25, 25:19, 25:17)   Im Hexenkessel Tellenfeld in Amriswil gelang es den Einheimischen das erste Spiel in der Playoff Viertelfinal-Serie zu gewinnen und sich damit auch für die klare Niederlage im Cup zu revanchieren.

Ein Kuriosum gleich vorweg: Das Spiel endete mit exakt den selben Satzresultaten wie der Cupfight vor Wochenfrist, nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Wer glaubte, Amriswil sei am Boden zerstört und zerbreche vor seinem lautstarken und zahlreichen Publikum am eigenen Druck, sah sich spätestens nach dem ersten Satz eines Besseren belehrt. Im Gegenteil schien die Kulisse plus anwesender Guggenmusik, schliesslich ist ja wieder einmal Fanachtszeit, seine Mannschaft ganz im Gegensatz zu früheren Jahren äusserst stark zu beflügeln.

 

Vier Satzbälle reichten nicht zum Satzgewinn 

SEAT Volley Näfels startete gut in dieses wichtige Spiel und lag von Anfang an in Führung mit bis zu vier Punkten. Trotzdem bemerkte man als grossen Unterschied zum letzten Spiel sofort, dass die Glarner bei weitem nicht mehr so stark servierten wie sie dies noch beim klaren 3:0 Sieg getan hatten. „Stark seriveren zuhause vor eigenem Publikum und auswärts sind zwei verschiedene Paar Schuhe,“ meinte denn auch Passeur Marco Bär nach dem Spiel und gerade er weiss genau wovon er spricht wenn er dies feststellt. Aber der Satz schien eigentlich gewonnen als die Näfelser bei 24:20 zum ersten Satzball kamen. Vinicius bekam nun zweimal den Ball zugespielt obwohl er vorher nur sehr wenige Bälle sah und ihm somit wieder einmal etwas der Killerinstinkt und die Kaltblütigkeit fehlte um wenigstens eine der gehabten Chancen zu verwerten. Ein ebenfalls bereits tot geglaubter Angriffsball vom sehr gut spielenden Joelson wurde ebenfalls noch mirakulös verteidigt und im Gegenangriff durch die nun entfesselten Amriswiler verwertet. Dabei zeitigten auch die beiden kurz hintereinander genommenen Time-outs von Trainer Benne nicht die gewünschte Wirkung. Den einen gelang alles, den andern plötzlich nichts mehr. So musste auch die eben eingewechselte Neuverpflichtung Lastres die bittere Erfahrung machen gleich beim ersten Angriff einen gegnerischen Doppelblock zu kassieren. Diesen ersten Amriswiler Satzball vermochte er aber mit dem nächsten wuchtigen Angriff noch höchstpersönlich zu parieren. Nun waren aber wieder die Thurgauer an der Reihe mit dem ersten Angriff und diesen verwertete der Brasilianer Soares sicher zum zweiten Satzball Amriswil. Passeur Marco Bär packte nun wieder einmal eine seiner berühmten Kanonen aus und servierte locker ein Ass zum Satzgewinn.

 

Nach dem Knacks ging nichts mehr

Man hörte förmlich das Geräusch im Tellenfeld beim Knacks welche die Näfelser Mannschaft nach diesem ärgerlichen Satzverlust einfing. Denn von nun an ging eigentlich wieder einmal nicht mehr viel und dies zeigt, wie dünn das Eis in dieser Mannschaft nach wie vor ist. Des Trainers Miene verdüsterte sich mit fortschreitendem Spiel zusehends und aus seiner Körpersprache konnte man gut entnehmen, wie sehr es ihn frustrierte, diesmal mit seinem Coaching die Köpfe seiner Spieler nicht mehr erreichen zu können. In dem Masse in welchem die Benne-Truppe nun abbaute und fehlerhaft spielte, legte der TV Amriswil sehr zur Begeisterung seines Publikums zu. Trainer Benne bestätigt das viel zu frühe Aufgeben seiner Mannschaft indem er sagt: „Ab Satz zwei haben wir nicht mehr die Mannschaft am Werk gesehen, welche fest daran glaubt, das Spiel, wenn auch erst im Tie-break, aber doch noch zu gewinnen.“ Es sei ganz klar, dass viele der gestellten Aufgaben nicht erfüllt wurden und das Resultat habe man ja nun gesehen. „Am Mittwoch gibt es aber im Heimspiel kein Pardon und wir müssen gewinnen obwohl nun wir mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Dies die nüchterne Feststellung des holländischen Trainers. Viel Zeit bleibt nicht bis dann und bereits jetzt darf man feststellen dass auch Edwin Benne nur mit Wasser kocht und etwas anderes habe er selbst ja auch nie gesagt. Man solle endlich aufhören Trainer wie Magier zu betrachten meinte ein Manager aus der Romandie neulich, als er die Freistellung von Trainer Bolle kommentierte. Die Spieler sind es, welche die Spiele gewinnen und verlieren. Heute hat das nicht geklappt, doch bereits am nächsten Mittwoch kann das wieder ganz anders sein, wie die jüngsten Resultate der beiden Erzrivalen ja auch deutlich zeigen.

 

 

 

Matchtelegramm Playoff NLA Meisterschaft ¼ Final, Spiel 1

 

Tellenfeld, Amriswil, 19.1.2008, 17:00h

Spieldauer:  74 Minuten

Zuschauer: 400

 

TV Amriswil - SEAT Volley - 3:0 (27:25, 25:19, 25:17)

 

TV Amriswil: Bär (Captain, Passeur), Rutishauser (Libero), Karic, Soares, Büsser, Willi, Schläpfer,  Kertai, Perler, Prawdzic, Milisavljevic

Trainer: Jalal Baghdady

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Vinicius, Joelson, Büschi, Miller, Roman Sutter, Gygli, Vladimiro Lastres, Trainer: Edwin Benne

 

1.SR: Sascha Stanisic, 2.SR: Christian Wolf