Meisterschaft NLA: Tonnenschwere Last von den Schultern gefallen
SEAT Volley Näfels gewinnt zuhause gegen Pallavolo Lugano trotz Satzrückstand dank einer Steigerung ab Mitte des zweiten Satzes. Mit diesem Sieg, dem wichtigsten der ganzen Saison überhaupt, retten sich die Näfelser in letzter Minute in die Playouts um den fünften Platz. Den Luganesi bleibt der bittere Weg erneut gegen den Abstieg spielen zu müssen.
Es fing wieder genau gleich an wie vor einer Woche, Lugano punktete, Näfels patzerte. Gastgeber SEAT Volley Näfels zeigte sich zu Beginn sehr nervös und geriet als Konsequenz daraus bis zur Satzmitte mit sechs Punkten schon klar in Rückstand. Diagonalangreifer Lastres hatte einen miserablen Start und es gelang ihm nicht seine Angriffsbälle zu verwerten. Der Passeur suchte als Konsequenz daraus die Angriffe über die Mitte, was immerhin besser gelang. Sowohl Miller als auch Roman Sutter gelangen Angriffspunkte. Die Aussenpositionen mit Andy Sutter und Vinicius bekamen aber zuwenig Bälle und ausserdem zogen die Dragons ihr Spiel ganz einfach durch. Da nützte auch ein zwischenzeitliches Aufholen zum 18:21 nicht mehr viel. Vater Philippe Tomasetti (43) verwertete den Satzball mit einem Service auf Vinicius, welcher diesen nicht kontrollieren konnte.
Näfels erhöht den Druck
Beflügelt durch den leichten Satzgewinn lagen die Dragons auch im zweiten Satz von Anfang an vorn. Trainer Benne spielte das gesamte Spiel mit den selben Spielern durch und nahm keinen einzigen Wechsel vor. Es waren dies: die Sutter-Brüder, Bedrac, Miller, Vinicius, Lastres und Werner. Bei neun Punkten kann SEAT Volley Näfels das Spiel zum ersten Mal ausgleichen. Der Italiener Decio bleibt beim nächsten Angriff am Doppelblock von Miller und Vinicius hängen und geht damit zum ersten Mal in Führung. Trainer Bettello merkt wie sein Team nun abbaut und nimmt sofort ein Time-out. Nachher folgt ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften mit nie mehr als einem Punkt Unterschied bis zum erneuten Gleichstand bei 15 Punkten. Jetzt aber gelingt den Einheimischen die entscheidende Serie von vier Punkten in Folge durch Decio (Servicefehler), Andy Sutter (Servicewinner), Vinicius und Lastres (Angriffspunkte). Nun brennt es bei Lugano und Coach Bettello versucht mit seinem zweiten Time-out das Feuer zu löschen. Wieder kommen die Dragons bis auf zwei Punkte heran. Das Aufbäumen reicht aber nicht mehr Näfels hält den Druck aufrecht und sie stellen nach einem letztlich klar gewonnen Satz auf 1:1.
Klare Steigerung der ganzen Mannschaft
Nun folgt die Neuauflage von Spiel Nr. 4 in Lugano nur halt mit umgekehrten Vorzeichen. Wie in Lugano endet Satz drei mit 25:22 für das Heimteam. Näfels dominierte nun seinen Gegner und lag immer einige wenige Zähler vorn. Carlão und Passeur Ruan spielten heute weniger gut zusammen als noch in Lugano wo vor allem Carlão für die Big-points zuständig war und auch Decio begann nun wieder Fehler zu machen. Beim Stand von 24:22 nahm auch Coach Benne ein Time-out nachdem die Dragons noch einmal zwei Punkte in Folge buchten. Lastres welcher nun auch im Spiel war, verwertete den Satzball mit einem schönen Angriff. Sämtliche Näfelser Spieler konnten ihre Leistung steigern und hatten nun scheinbar den Boden gefunden, indem vor allem das Side-out-Spiel recht zuverlässig funktionierte.
Die Erleichterung nach dem Sieg
Jetzt aber folgte noch einmal ein Aufbäumen der Luganesi. Schnell lagen sie im letzten Satz mit vier Punkten im Vorsprung, was Coach Benne dazu veranlasste, bereits so früh sein erstes Time-out zu nehmen. Mit Erfolg denn in der Folge kam SEAT Volley Näfels wieder näher an Lugano heran. Bei 10:11 passiert Carlão ein weiterer Angriffsfehler zum erstmaligen Ausgleich in diesem Satz. Bettellos Time-out stabilisiert sein Team wieder etwas, jedoch nicht für lange. Vielleicht war der wunderschöne Doppelblock von Miller und Bedrac auf Tomasetti nach einem Hammerservice von Roman Sutter so etwas wie die endgültige Entscheidung. Jetzt hatten die Dragons resigniert und es war bezeichnend, dass das Spiel zum Schluss durch einen weiteren Fehler von Decio zu seinem Ende kam. Die anschliessende Jubelszene der Näfelser liess einen soeben gewonnenen Meistertitel vermuten, doch diese werden ja immer erst Ende März geholt und heute war es ganz einfach der Jubel darüber, die Luganesi mit dem schlechteren Ende zurück über den Ceneri nach Hause geschickt zu haben.
linth arena sgu – 300 Zuschauer – Spieldauer 97 Minuten.
SR1 Tarek El Assad
SR2 Christian Nellen
16-Feb-2008
SEAT Volley Näfels – PV Lugano 3:1 (19:25, 25:18, 25:22, 25:18)
MVP Näfels: Andy Sutter
MVP Dragons: Carlão
SEAT Volley Näfels: Bedrac und Gygli (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Roman Sutter, Büschi, Brander, Joelson, Miller, Vinicius, Lastres, Trainer: Edwin Benne
Pallavolo Lugano: Ruan (Passeur), Faria (Libero), Caio (Captain), Carlão, Decio, Hübner, Romeo, Hofstede, De Tommasi, Tomasetti Philippe und Jeremy (Vater und Sohn), Trainer: Dario Bettello



























































































