Freitag, 29. Januar 2010; 14:51
Allgemein

Meisterschaft NLA: Spitzenkampf im Ostschweizer Derby

Von: Rolando K. Küng

Volley Amriswil kommt als punktgleicher Leader mit Näfels in die linth arena und hat genau das selbe Ziel wie der Gastgeber Volley Näfels. Keines der beiden Spitzenteams kann und darf verlieren, denn beide wollen unbedingt die Finalserie erreichen. Es darf ein enges Spiel auf hohem Niveau erwartet werden.



Revanche für die Heimniederlagen?

 

SEAT Volley Näfels landete im Dezember gleich zwei Auswärtssiege gegen die Thurgauer. Einmal in der Meisterschaft mit 3:0 und einmal im Cupviertelfinal mit 3:1. Das war überhaupt nicht nach dem Gusto der Ostschweizer. In dieser Phase schienen sie aber etwas ausgebrannt durch die Dreifachbelastung von Meisterschaft, Cup und CEV-Cup. Ausserdem fehlte der verletzte MVP der Saison 2009 Márcio Sinotti an allen Ecken und Enden. Mit Durbin, Schläpfer und Brühwiler war und ist die Annahmeposition bei Volley Amriswil nach wie vor nicht optimal besetzt. Da steckte letzte Saison mit Sinotti und Faure doch wesentlich mehr Explosivkraft in Angriff und mehr Stabilität in Annahme drin. Inzwischen wurde der Langzeitverletzte Sinotti im gegenseitigen Einvernehmen freigestellt, was zwar in dieser Frage Klarheit bringt, nicht aber mehr Möglichkeiten ins Team.

 

 

Cup-Out erhöht Konzentration auf Meisterschaft

 

Beide Mannschaften haben den Einzug in den Cupfinal verpasst und können sich nun eigentlich voll auf die Meisterschaft konzentrieren. Volley Amriswil spielt zwar noch das Achtelfinale im Challenge Cup gegen die Ukrainer von Lokomotiv Charkiw. Könnten sie gegen das Ausscheiden auf der europäischen Bühne schon jetzt sicher die Finalteilnahme der Meisterschaft erhalten, tippe ich mal darauf, dass die Thurgauer sofort einschlagen würden. Die beiden Reisen nach Osteuropa kosten nicht nur viel Geld sondern bestimmt ebensoviel Substanz.

 

Mit je einem Heimsieg gegen Lausanne UC (Volley Näfels) und CS Chênois (Volley Amriswil) sind die beiden Gegner vom Sonntag wunschgemäss in die Playoff-Quali-Runde gestartet. Die Qualifikation und damit das Recht um den Meisterbecher zu spielen führt ganz sicher über die Konstanz. Und da hat Näfels bisher leichte Vorteile und auch eine 2:1-Bilanz nach Siegen. Spielen die Leistungsträger der Glarner in Hochform, dann wird es für die Ostschweizer sehr schwer, sich doch durchzusetzen. Zumal jetzt bei allen Spielern das Bewusstsein im Kopf ist, dass die Blauen aus der Ostschweiz nicht mehr unschlagbar sind. Dies betrifft vor allem Passeur Gygli, welcher sich inzwischen hinter seinem früheren Vorbild Marco Bär überhaupt nicht mehr verstecken muss. Es betrifft aber auch die Köpfe von Fabian Brander, Ivan Bedrac und Libero Dani Werner. Überhaupt nicht betroffen von eventuellen Altlasten sind die drei Ausländer Dalibor Polak, Gustavo Meyer und Bruno Benetti. Und genau sie sind es denn auch, von welchen eine erstklassige Leistung erwartet wird, welche es sicher braucht, um diesen Gegner zu schlagen.

 

 

Die Taktik entscheidet

 

Das Lausanne-Spiel hat aber auch erneut gezeigt, dass es die richtige Taktik braucht und vor allem eine schnelle Reaktion auf allfällige Änderungen beim Gegner. Da ist der Trainer wie auch das Gespann Müller/Gygli gleichermassen gefordert. In der Vorbereitung wird bestimmt nichts dem Zufall überlassen. Aber bei Spielbeginn ist ein guter Start schon sehr wichtig, denn dieser kann für das ganze Spiel schon richtungsweisend sein. Jeder der Spieler ist heiss und freut sich schon jetzt auf diesen neuerlichen Challenge. Aber das allein genügt nicht. Es sind die kleinen Details während des Sonntags und dann vor allem in der Vorbereitung unmittelbar vor Beginn des Spiels, welche schon vieles entscheiden. Der Druck und die Erwartung ist auf beiden Seiten gross, wird aber ganz sicher beim Verlierer nach dem Spiel noch um einiges grösser werden. Um dem zu entweichen gibt es nur eine Lösung: den Sieg und damit die zwei Punkte auf das eigene Konto buchen.