Freitag, 26. März 2010; 15:58
Allgemein

Meisterschaft NLA: So gibt das keine Bronze

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels zeigt in der linth arena in Näfels ein schlechtes Spiel und verliert zum zweiten Mal in Folge gegen Lausanne UC. Nach dem Satzausgleich zum 1:1 bauten die Näfelser stark ab und hatten ihrem Gegner nichts mehr entgegenzusetzen.

 

 

 

Wollen die Spieler um Captain Gustavo Meyer in dieser Serie noch etwas ausrichten, benötigen sie dafür in Spiel zwei am Ostersamstag in Lausanne eine klare Leistungssteigerung. Ansonsten können die Romands in ihrem letzten Heimspiel nach dem Supercup und dem Cupsieg auch noch den Gewinn der Bronzemedaille in der Meisterschaft feiern. Unmöglich ist die Leistungssteigerung für Volley Näfels ja ganz bestimmt nicht. Von dieser Wundertüten-Mannschaft hat man diese Saison schon alles gesehen. Bei einem Sieg in der Waadt, käme es gar noch zu einem ultimativen Showdown mit Heimvorteil für Näfels. Aber dieses Entscheidungsspiel scheint nach der gezeigten Leistung eher sehr weit weg.

 

 

Büsser in guter Spiellaune

 

Begonnen hatte das Spiel eigentlich sehr gut. Vor allem Thomy Büsser zeigte sich hellwach und war der auffälligste Spieler im ersten Satz. Er allein war für ganze sieben Näfelser-Punkte verantwortlich. Bei einer klaren 14:9-Führung glaubten wohl die meisten Zuschauer in der linth arena an den ersten Satzerfolg. Doch Punkt für Punkt schlich sich LUC wieder an die Glarner heran und nach weiteren zwei Eigenfehlern in Folge glich Lausanne bei 22 Punkten erstmals seit Satzbeginn wieder aus. Trotzdem gelang es aber Volley Näfels zu ersten Satzball zu kommen. Top-oder-Flop-Servierer Dalibor Polak setzte den wichtigen Service ins Netz und der Kroate Teppert folgte ihm mit einem Angriffsfehler. Lausanne UC nützte seine Chance und verwertete gleich den ersten Satzball zur Führung in diesem Spiel.

 

 

Reaktion auf die Satzniederlage

 

Man durfte erwarten, dass in Satz zwei die Reaktion des Gastgebers kommen sollte. Vorerst sah man aber immer noch Lausanne UC am Drücker. Näfels verzeichnete nach gutem Service im ersten Satz, nun viel zu viele Servicefehler. In der Annahme versuchte Coach Müller mit Zurgilgen anstelle von Teppert etwas mehr Stabilität ins Spiel zu bringen. Diesem gelang dann vor Satzmitte mit zwei Punkten in Folge auch wieder der Anschluss an den Gegner. Näfels hielt sich mit regelmässigen Angriffspunkten durch Zurgilgen, Meyer und Polak gut im Spiel. Leider liefen aber mittlerweile wieder sämtliche Angriffe nur über die Aussenpositionen. Die noch so erfolgreichen Punkte durch die Mitte, gesehen im ersten Satz vor allem durch Büsser, waren nun wieder Mangelware. Den guten Vorsatz auch über die Mitte zu spielen, schien Passeur Bedrac mittlerweile wieder vergessen zu haben. Trotzdem reichte es zum Satzgewinn und damit zum Ausgleich nach Sätzen.

 

 

Waterloo ab Spielhälfte

 

Logisch, dass dieser Satzgewinn nach knapp verpasstem erstem Satz den Einheimischen Flügel verleihen sollte für den weiteren Verlauf des Spiels. Denkste! Volley Näfels spielte plötzlich um zwei Klassen schlechter und liess sich von LUC regelrecht vorführen. Bei Satzmitte stand es 4:16 Punkte gegen Näfels. „Das ist Arbeitsverweigerung, so wie die jetzt spielen“, meinte einer auf den Rängen. Die Polak-Truppe war erneut und ohne ersichtlichen Grund, von allen guten Geistern verlassen. Wenn einer sich noch gegen das Waterloo stemmte, dann war es Trainer Polak. Bei Satzmitte servierte er hintereinander ein Ass, einen Service-Winner und grad noch ein Ass dazu. Leider sprang aber der Funke nicht auf den Rest der Mannschaft über. Wie konnte er auch? Die standen auf dem Spielfeld herum wie begossene Pudel und nahmen die Satzniederlage mit hängenden Köpfen schon vorzeitig hin.

 

Satz vier war dann nur noch der Vollzug eines Spiels, welches auf drei Gewinnsätze gespielt wird. Lausanne UC hielt den Druck hoch, spielte dynamisch und mit viel Freude den Sieg nach Hause. So wie die Heimmannschaft sich hier den Schneid abkaufen liess, war das ein richtiges Jammerspiel und eigentlich unverständlich.

 

 

Wer versteht diese Schwankungen?

 

Doch das will nun überhaupt nicht heissen, dass diese Näfelser-Mannschaft nicht schon im nächsten Spiel zu einer Reaktion fähig ist. Ein gutes Spiel wäre dann ganz einfach die Fortsetzung des Gezeigten während der ganzen Saison. Die Leistungsschwankungen dieser Mannschaft zu verstehen ist schon schwierig genug, geschweige denn vorauszusehen, welche Überraschung sie uns als nächstes zu bieten hat.

 

 

linth arena sgu – 250 Zuschauer – Spieldauer 103 Minuten.

SR1 Hottiger

SR2 Nellen

28-Mär-2010

SEAT Volley Näfels – Lausanne UC 1:3 (24:26, 25:21, 18:25, 16:25)

 

MVP Näfels: Ivan Bedrac

MVP LUC: Jaromir Grün

 

SEAT Volley Näfels: Meyer (Captain), Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Benetti, Büsser, Polak, Teppert; Brander, Gygli, Zurgilgen, Walzer. Spielertrainer: Dalibor Polak

 

Lausanne UC: Ptachinski (Passeur), Reyes (Libero), Wiacek (Captain), Manzo, Grün, Augsburger, Guerra; Chandon, Reinmann. Trainer: Frédéric Trouvé

Foto: Köbi Hefti - Am Boden: Meyer (rechts), Bedrac und Zurgilgen in symbolhafter Pose im Spiel gegen Lausanne UC