Montag, 24. November 2008; 09:22
Allgemein

Meisterschaft NLA: Sieg! Aber SEAT Volley Näfels überzeugte nicht

Von: Köbi Hefti

SEAT Volley Näfels liess die Revanche-Gelüste von Sursee nicht so schnell austräumen, obwohl sie mit 2:0 in Führung gingen. Am Ende setzten sich die Einheimischen mit Glück und dank der grösseren Klasse einzelner Spieler doch noch durch und siegten 3:1.

 

Beide Teams waren am Ende mit den gezeigten Leistungen nicht zufrieden. Andreas Michail, der Passeur und MVP von Sursee fasste in wenigen Worten zusammen, weshalb das Spiel zwar spannend, aber nicht begeisternd war. "In unserer Mannschaft konnten heute nicht alle die Leistung abrufen. Vor allem auf den Aussenpositionen waren wir zuwenig effizient, aber auch bei den Annahmen hatten wir zwischendurch immer wieder Löcher." Entsprechend enttäuscht waren die Luzerner deshalb nach dem Spiel, obwohl sie kämpferisch dem Gegner sogar überlegen waren. Im Vergleich zum Hinspiel war die Mannschaft des Duos Sidler/Itzhaki kaum noch zu erkennen.

 

Erneuter Einsatz für Marco Gygli  

Das Spiel begann für Seat Volley Näfels vom Resultat her so, wie erhofft. Im ersten Satz legten die Einheimischen gleich zu Beginn vor. Doch unverkennbar war auch, dass Näfels in der Startphase enorm viele Eigenfehler machte und so die Luzerner im Spiel hielt. Als dann in der Mitte des Satzes nach Landas Services die Annahme von Näfels ganz den Strassenverhältnissen entsprechend ins Schleudern kam, gingen die Gäste mit 15:14 in Führung. Wenig später hiess es gar 18:16 für Sursee. Trainer Carvalho reagierte mit Time-out und einem Doppelwechsel. Brander und Bedrac machten Gygli und Bruno Platz. Dazu brachte er später auch noch Tchello Duarte für Roman Sutter. Bruno, der zum MVP Näfels gewählt wurde, setzte sofort Akzente. Nach einem glücklichen Netzroller-Service von Silvio gewann Näfels den ersten Satz mit 25:23.

 

Die letzte Abstimmung fehlt

"Never Change a winning Team" sagte sich Coach Carvalho und liess Näfels mit allen Brasilianern, Gaft, Gygli, Andy Sutter und Werner im zweiten Satz einlaufen. Das Bild des Spiels aber änderte sicht vorerst kaum. Sursee kämpfte und setzte vor allem durch seinen Diagonalspieler Heimgartner immer wieder einzelne Glanzlichter. Trotzdem setzte sich Näfels gegen Satzmitte deutlich ab, vor allem durch drei Killerblocks in Folge. Immerhin war das Spiel von Näfels in dieser Phase deutlich weniger fehlerhaft, abgesehen von der bekannten Schwäche beim Service. Dazu gefiel in diesem Satz auch die Offensivabteilung, allen voran Gaft, dem einige sehenswerte Angriffs- und Service-Punkte gelangen. Entsprechend zufrieden zeigte sich deshalb auch Passeur Gygli. "Das Zusammenspiel klappte gut. Es ist aber schon schwierig, wenn man während des Spieles eingewechselt wird. Da bin ich jeweils zu Beginn schon etwas nervös. Vor allem im dritten und vierten Satz waren meine Pässe aber nicht immer so, wie sie sein sollten . Da fehlte die letzte Abstimmung", ergänzt er selbstkritisch. In Umgang zwei liess Näfels aber nichts mehr anbrennen und gewann ihn deutlich mit 25:18.

 

Der dritte, aber auch der vierte Satz waren für die Verantwortlichen und den Trainer von Näfels grosse Ärgernisse. Zwar legten die Glarner in Umgang drei wieder vor und  lagen meist ganz knapp in Führung. Doch in dieser Phase geriet die Annahme erneut ins Schleudern. Gaft, der diese Aufgabe sonst meisterlich löst, schüttelte nach dem Spiel seinen Kopf. "Ich hatte heute bei der Annahme einfach kein Ballgefühl, die Bälle flogen in alle Richtungen." Zusammen mit den Mängeln in Angriff und Service ergab sich so eine Hypothek, die am Ende zu gross war. Ein konzentriertes Raiffeisen Sursee dominierte die Gastgeber und verwertete den dritten Satzball zum 25:21.

 

Näfels in Geschenklaune

Aber auch im vierten Satz erweckte Näfels nicht den Eindruck eines Spitzenteams. Die Spieler verspürten wohl schon etwas Weihnachtsstimmung und verteilten grosszügig Geschenk um Geschenk. Diese neuerliche Schwäche bei Service und Angriff mit 13 Fehlern während dieses Satzes würde im Normalfall zu einer klaren Niederlage führen. Doch irgendwie schafften es die Luzerner nicht, daraus Profit zu ziehen. Nur einmal, als sie vier Punkte in Serie gewannen, distanzierten sie Näfels zum 17:14. Doch dann patzerten auch sie und erlaubten Näfels wieder aufzuschliessen. Vom 18:18 bis zum 22:22 schien jeder Ausgang möglich. Am Schluss hielt Näfels das bessere Ende in seinen Händen. Den zweiten Matchball verwertete Gaft, der effizienteste Angreifer in den Reihen von Näfels, zum 25:23.

 

Harte Kritik von den Chefs

Trotz des 3:1 Sieges fiel das Fazit von Trainer Carvalho negativ aus: "Das einzig positive sind die zwei gewonnenen Punkte. Unsere Leistung war schlecht. Es fehlte an Spirit und Aufmerksamkeit. Mit dieser Einstellung können wir unsere Ziele nicht erreichen." Auch Präsident Görauch war trotz des Sieges unzufrieden: "Das war eine harzige Geschichte heute. Es waren einzelne Situationen die mir einen Schüttelfrost einjagten. Aber die ganze Mannschaftsleistung war nicht überzeugend. Ich habe heute zwischendurch auf die Tribüne geschaut und musste feststellen, dass die Mannschaft das Publikum nicht begeisterte."

 

 

Matchtelegramm

 

Stadthalle Sursee, 23.11.2008, 17:00

Spieldauer  102 Minuten

Zuschauer: 999

 

SEAT Volley Näfels - Raiffeisen Sursee 3:1 (25:23, 25:18, 21:25, 25:23)

 

 

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero),  Gaft, Silvio, Brander, Roman Sutter; Gygli, Tchello, Bruno

Trainer: Leo Carvalho   

 

VBC Raiffeisen Sursee: Michail (Passeur), Landa (Captain), Sharma (Libero), Bakaldin, Walzer, Heimgartner,  Zurgilgen; Klemensberger, Nujic,  

Coaches:  Itzhaki Zohar, Sidler Benno 

 

 

1.SR: Christoffel Patrick

2.SR: Wiederkehr Michael