Montag, 28. Januar 2008; 19:11
Allgemein

Meisterschaft NLA: Serie gegen die Feuer speienden Dragons

Von: Rolando K. Küng

In der am Sonntag in Glarus beginnenden Serie über maximal fünf Spiele gegen Pallavolo Lugano geht es darum, sich der Abstiegssorgen möglichst früh zu entledigen. Der Verlierer dieser Serie spielt nachher gegen den Abstieg. Die beiden Teams haben bisher je eine Partie für sich entschieden.

Bild: rkk-Vladimir Lastres ein Gewinn für das Spiel von SEAT Volley Näfels. Hier erhält er die Auszeichnung als MVP beim Cup Halbfinalspiel in Schaan.


So wie die Dragons aus Lugano im Viertelfinale gegen den CS Chênois auftraten wird das eine sehr enge Sache. Den Luganesi gelang ein feiner Sieg gegen die Genfer, welche nach Lugano fuhren, um mit dem zweiten Spiel den Sack zuzumachen. Doch daraus wurde nichts. Eine Belle wurde nötig, aber damit auch noch einmal die weite Reise der Ticinesi nach Genf. Und auch das dritte Spiel war eine heisse Sache und wohl war der Heimvorteil recht entscheidend, dass es Lugano letztlich doch nicht gelang die Überraschung zu schaffen. Das Weiterkommen Chênois’ war aber verglichen mit Lausanne UC, Amriswil und Münsingen weitaus das umstrittenste.

 

 

Ligaerhalt sichern

Im Oktober zuhause waren die Dragons noch „Opfer“ der famosen Näfelser Siegesserie mit 3:0-Siegen zuhauf. Damals ahnte noch niemand, in welch tiefes Loch der so erfolgsverwöhnte Klub etwas später fallen sollte. Ende November in Lugano erkämpfte sich der Heimklub mit viel Einsatz einen 3:2-Sieg. Nach dem klaren Satzgewinn im vierten Satz zum Ausgleich, waren sich alle sicher, nun auch noch das Tie-Break und damit die zwei Punkte ins Glarnerland zu holen. Doch es kam anders. Das Spiel ging verloren und mit ihn ein weiteres Stück an Selbstvertrauen und Sicherheit. Und dabei trat ja Lugano alles andere als erfolgreich auf in dieser Quali-Runde. Ausser SEAT Volley Näfels gelangen gerade mal noch zwei Heimsiege gegen Münsingen und Martigny. Die restlichen elf Partien gingen samt und sonders verloren. Und trotzdem hat man nun gesehen, dass auch die Dragons in der Zwischenzeit (endlich) den Tritt gefunden haben. Trainer Dario Betello wird es freuen. Bestimmt hat er nicht die geringste Lust wieder in die Barrage steigen zu müssen gegen den Zweiten der NLB. Letztes Jahr haben sich die Luganesi gegen Einsiedeln oben halten können, aber immer muss da ja nicht gut gehen. Es ist auf jeden Fall schwierig die Motivation zum Saisonende noch einmal auf höchstem Niveau zu halten um diese Barrage erfolgreich zu überstehen.

 

 

Captain Sutter auf der Suche nach seiner Form

In dieser Serie mit Heimvorteil für SEAT Volley Näfels heisst es also aufgepasst. Wenn auch nicht das Halbfinale, so gilt aber trotzdem die Losung, konzentrierte Spiele abliefern und die Serie so kurz wie möglich zu halten. Trainer Benne weiss genau was auf ihn zukommt und tut gut daran seinen Spielern die Aufgaben so zu vermitteln, dass bei keinem auch nur die geringste Unsicherheit mehr besteht. Bleibt zu hoffen dass auch Captain Andy Sutter wieder zur alten Form findet, denn was er in den letzten Spielen gezeigt hat war, gelinde gesagt, nicht gerade das gelbe vom Ei. Seine Services und Annahmen waren dermassen schlecht, dass man sich manchmal zu recht fragen musste ob das noch der selbe Spieler ist, welcher vor einem Jahr dermassen auftrumpfte und Entscheidendes zu den beiden Titeln beigetragen hat. Vielleicht gelingt es Vladimir Lastres seinen Captain leistungsmässig wieder an den Rest des Teams heranzuführen. Der Österreicher ist in jeder Hinsicht die positive Überraschung in diesem Team und der Farbtupfer schlechthin. Mehr und mehr reisst er die Führung an sich und ist der Leader, welchen man bisher so sehr vermisst hat. Spielerisch und kämpferisch ein Vorbild und wenn er eines hasst in seinem Leben dann sind es Niederlagen. Zentrale Figur bleibt aber weiterhin der Passeur und nach den guten Spielen Gygli’s zum Jahresende ist es an der Zeit, auch ihn wieder spielen zu lassen. Mit seiner Coolness kann er in hektischen Situationen und an der Seite eines Lastres jederzeit Spiele entscheiden. Dafür braucht er aber Spielpraxis und zwar nicht erst wenn es sonst keine Alternative mehr gibt. Trainer Benne probt ja auch auf andern Positionen noch Varianten durch und es scheint als habe er die ideale Aufstellung nach wie vor nicht gefunden.