Samstag, 4. Oktober 2008; 11:00
Allgemein

Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels vs Pallavolo Lugano - Einstand nach Mass für Näfels

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels gewinnt in der linth arena in Näfels gegen Pallavolo Lugano nach einem guten Spiel mit 3:0. Der erste Satz ging klar, die beiden andern aber sehr knapp an die Näfelser Volleyballer. Damit ist der Start vollauf geglückt. Die Mannschaft hinterlässt bei den Zuschauern ein gutes Gefühl und wurde für ihre Leistung denn auch mit warmem Applaus honoriert.

 

Ein Start nach Mass, anders kann man es nicht nennen und zwar sowohl spielerisch als auch resultatmässig. SEAT Volley Näfels zeigte im ersten Satz bereits ausgezeichnetes Volleyball. Gegner Lugano schien irgendwie im Kopf noch in der eben frisch verschneiten Landschaft des San Bernardino zu sein. „Ich bin sehr enttäuscht über diese klare Niederlage“, meint denn auch Manager Philipp Tomasetti. Auch der neue Passeur, der Kanadier Brock Pehar (24) findet schlicht keine Erklärung für diese aus seiner Sicht zu klare Niederlage.

 

 

Gut gelauntes Näfels dominiert den ersten Satz

Tatsache ist, dass Näfels mit viel Spielfreude begann. Die Annahmen von Jacky Gaft waren vorzüglich, die von Andy Sutter mindestens gut und auch Libero Werner war hellwach und Herr seines Rückraums. So konnte Passeur Bedrac seine Angreifer auf allen Positionen sehr effizient einsetzen. Schöne Punkte von Fabian Brander und Gaft, aber auch über die Mitte durch Roman Sutter und Silvio waren zu sehen. Block und Verteidigung Luganos hatten nicht viel zu bestellen. Ausserdem war auch und so sollte es ja immer sein, der Näfelser Service von Anfang an eine sehr gute Waffe. Mit einer Sechs-Punkteserie nach Satzmitte machte Näfels alles klar in diesem Satz.

 

 

NLA-Einstand von Severin Pfister und Bruno Amorim

Erfreulich, dass nun auch die Luganesi mit allen ihren Fähigkeiten im sgu angekommen waren und so sah man in Satz zwei ein ganz anderes Bild. Jetzt war das Spiel ausgeglichen und beide Teams spielten ein gutes Side-out. Kein Team konnte sich mit mehr als zwei Punkten absetzen und der Ausgang war bis zum Schluss total offen. Die Näfelser Spieler verlangten gegen Ende des Satzes nun auch die Unterstützung des Publikums und das half. Der seinen Einstand in der NLA gebende Severin Pfister buchte mit seinem ersten Ball gleich ein Ass zum 23:21. Da aber die Ticinesi weiterhin im Spiel blieben und nicht aufgaben, zogen sie wieder an den Näfelsern vorbei zum ersten Satzball von 23:24. Nach Näfels’ Time-out brachte Trainer Carvalho Passeur Gygli und Diagonalspieler Bruno Amorim für Bedrac und Brander. Und das war genau das Richtige. Sofort buchten die Näfelser Punkt 24 zum Ausgleich und mit einem Block von Bruno kam auch gleich die Führung. Das Time-out der Luganesi sollte noch einmal den Glarner-Rhythmus brechen. Doch es gelang nicht mehr. Passeur Gygli wusste genau, wie sehr der Brasilianer Bruno Amorim darauf brannte ganz fest eine auf den Ball zu hauen und gab ihm den nächsten Pass. Mit einem wuchtigen Smash beendete dieser Satz zwei und feierte damit ebenfalls einen kurzen aber nicht minder wichtigen Einstand im Team von Näfels.

 

 

Jacky Gaft führt technisch eine feine Klinge

Der Schlusssatz war ebenso heiss umkämpft wie ausgeglichen, mindestens bis zum Stand von 18:17. Mit sehr giftigen Services gelang es dann aber Passeur Bedrac hier den Unterschied in diesem Satz zu machen. Dank ihm stand es nun 21:17 und das musste die Vorentscheidung sein und war sie auch. Kurz darauf kam der erste Satzball, welcher aber ebenso abgewehrt wurde wie der zweite. Da brauchte es schon noch einmal ein Näfelser Time-out um da wieder etwas Ruhe und Ordnung ins Spiel zu bringen und nicht kurz vor dem Vollerfolg noch einmal zittern zu müssen. Jacky Gaft, der wohl technisch beste Spieler auf dem Feld war es, welcher das Vergnügen hatte, den Matchball zur riesigen Freude der gut gelaunten Zuschauer zu verwandeln.

 

 

Rollentausch zum Schluss

Bereits kurz darauf sah man nicht nur ihn, sondern die ganze Mannschaft dabei die Zuschauer während des folgenden Apéros mit Tranksame zu bedienen. Eine nette Geste des Klubs zur Begrüssung beim Start, aber auch eine willkommene Gelegenheit mit den neuen und alten Spielern ein paar Worte zu wechseln. Anerkennung verdient Trainer und Mannschaft dafür, in so kurzer Zeit ein Team aufzubauen, welches zwar noch weit von seinem Leistungszenit entfernt zu sein scheint, aber bereits jetzt gepflegtes Volleyball zu spielen im Stande ist und mindestens heute seinen Gegner besiegt und damit die begehrten zwei Punkte geholt hat.

 

 

linth arena sgu – 300 Zuschauer – Spieldauer 77 Minuten

SR1 Wolf

SR2 Tschrischnig

04-Okt 2008

 

SEAT Volley Näfels – PV Lugano 3:0 (25:15, 26:24, 25:23)

MVP Näfels: Silvio

MVP Dragons: Chong Liu

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac und Gygli (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Roman Sutter, Brander, Silvio, Gaft, Pfister, Amorim, Tchello, Trainer: Léo Carvalho

 

Pallavolo Lugano: Pehar (Passeur), Howe (Libero), Caio (Captain), Hübner, Romeo, Liu, Tommaso, Tomasetti Jeremy, Spielertrainer: Roberto Malpeli