Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels startet in die Playoffs
Am Sonntag steigt das erste von möglichen drei Spielen um die Qualifikation für die Halbfinals der Schweizer Meisterschaft. Gegner ist der VBC Münsingen von welchem soeben bekannt wird, dass Trainer Marc Gerson ab sofort freigestellt ist. Dies sind nicht die besten Voraussetzungen für die Berner.
Der grosse Frust des Marc Gerson
Bereits Anfangs Dezember zeigte sich Trainer Gerson im Interview mit der Südostschweiz nach der klaren 0:3 Niederlage im sgu sehr ungehalten darüber, dass er einfach nicht die Mittel erhalte um ganz oben in der NLA mitspielen zu können. Im Schweizer Hallenvolleyball sei alles nur eine Frage des Geldes und er habe jetzt die Nase voll, immer Kompromisse eingehen zu müssen. „Wenn sich bei Näfels ein Spieler verletzt (Andy Sutter) dann haben die die Mittel, sich sofort einen noch stärkeren Ausländer (Josh Klassen) zu holen“. In Münsingen sei das aber nicht möglich und so könne man ganz einfach mit den Besten nie mithalten. Schaut Marc Gerson zurück auf seine letzten Jahre als Trainer, so konnte er zumindest als Chef der Damen bei Zeiler Köniz aus dem Vollen schöpfen und dort auch entsprechend Meistertitel und Cupsiege zuhauf hamstern.
Bei den Aaretalern wurde er in dieser Beziehung nie richtig glücklich und seine Unzufriedenheit gipfelt nun also im sofortigen Abgang und damit, laut seinen eigenen Worten, auch dem Abschied aus dem Hallenvolleyball in der Schweiz. In Zukunft wolle er nur noch auf Beach Volleyball setzen.
Münsingen jetzt mit Bonaria und Guerra
Münsingen hat aber sofort reagiert und entsprechende Umstellungen vorgenommen. So übernimmt Mittelblocker Marco Bonaria (36) ab sofort die sportliche Leitung. Unterstützt wird er vom Ex-Näfelser Carlos Guerra. Der Mexikaner plante eigentlich, schon Anfang Jahr wieder selbst mitspielen zu können, seine Genesung klappt aber nicht so, wie er sich das selbst gewünscht hat. Dank seiner grossen Erfahrung als Nationalspieler für Mexiko, kann er der Mannschaft sicher viel helfen. Ob es allerdings reicht mit Worten, wird sich zeigen. Wie effizient Guerra mit Taten als Spieler ist, daran erinnert sich mancher Volleyballfan aus dem Glarnerland. In der Saison 04/05 gewann er das Double mit dem damaligen Concordia MTV Näfels.
Gutes Spiel in Amriswil verleiht Näfels Flüüügel
So oder so startet SEAT Volley Näfels gegen die Berner aus der Pole Position. Erstens durch das Heimrecht in Spiel eins und eventuell drei und natürlich auch durch die drei Saisonsiege gegen Münsingen aus den bisherigen drei Spielen. Die Gewissheit diesen Gegner mit einem guten Spiel schlagen zu können, gepaart mit der Erkenntnis aus dem Cupspiel in Amriswil, überhaut jede Schweizer Mannschaft besiegen zu können, sollte den Näfelsern die berühmten Flügel verleihen. Und was die Spieler tun müssen um Münsingen nicht ins Spiel zu bringen, wie geschehen beim Viertelfinal des PAX Volley Cup, wissen sie ebenfalls ganz genau. Eine bessere Vorbereitung kann sich die Mannschaft im Prinzip gar nicht mehr wünschen. So könnte sie sich eigentlich nur noch selbst schlagen, aber im Bewusstsein um die Wichtigkeit dieses Spiels wird ihr das kaum passieren. Ein spannendes Spiel darf aber trotzdem erwartet werden, denn Münsingen wird nach dem Trainerwechsel zusammenrücken und mit einer „Jetzt-erst-recht-Stimmung“ in der linth arena aufkreuzen. Und schliesslich wollen die Berner ja genau so gut die Halbfinals gegen Amriswil bestreiten um wenigstens ihren vierten Platz vom Vorjahr zu wiederholen oder gar mehr. Doch da hat Näfels ganz andere Pläne und will nach dem verpassten Finaleinzug im Swiss Cup, ganz sicher wenigstens in den Halbfinal der Meisterschaft.



























































































