Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels kann mit Sieg den Sack zumachen
Nach dem kämpferisch guten Spiel vom letzten Sonntag hat es SEAT Volley Näfels selbst in der Hand, das Playout-Finale um den fünften Platz gegen den VBC Sursee vorzeitig zu beenden. Gelingt den Spielern noch einmal eine ähnliche Leistung, dürfte dieses Auswärtsspiel das letzte einer erneut nicht sehr glücklichen Saison gewesen sein.
“Es muss das Ziel sein für jeden von uns Spiel zwei zuhause zu gewinnen, damit wir noch einmal in Näfels antreten dürfen”, richtet Trainer Zohar Itzhaki den Fokus auf ein gutes Spiel mit erfolgreichem Abschluss für sein Team. “Es kann ja nicht sein, dass wir nicht bis zuletzt versuchen, den bestmöglichen Rang herauszuholen” und dies tönt wie eine Kampfansage an die Spieler von Näfels. In der Tat können diese nicht erwarten, dass der Widerstand in der Stadthalle von Sursee wieder so klein sein wird, wie er das in der linth arena in Spiel eins zum Schluss gewesen ist.
Ein Blick zurück auf die letzte Saison zeigt auch, dass auch damals SEAT Volley Näfels mit einem Auswärtssieg 1:0 vorne lag und in der Folge die Serie noch mit 1:2 verlor um damit auf dem mehr als ungewohnten sechsten Rang zu landen. Als kleine Versöhnung mit den Fans und auch der Vereinsleitung könnten die Spieler mit einer konzentrierten Leistung es diesmal aber gar nicht mehr zu einem dritten Spiel kommen lassen, auch wenn dies nicht im Sinn des VBC Sursee ist.
Die ganze Saison haben alle auf die Leistungssteigerung gewartet, welche ja leider nie gekommen ist, ganz im Gegensatz zu Münsingen, welches den Glarnern den Einzug in die Playoff-Halbfinals verwehrte. So wäre es schön, wenn wenigstens gegen Sursee ein klarer Sieg herausschaute und damit gezeigt würde, dass dieses Näfels 08/09 so schlecht auch wieder nicht gewesen ist.
Never say never
“Sag niemals nie”, warnt Manager Gygli vor frühzeitiger Siegesgewissheit. Er habe ja schon alles erlebt im Volleyball. In letzter Zeit eher negative Überraschungen, trotzdem attestiert er dem Team, dass dieses mit viel Herz und Kampf gespielt hat. Trainer Mahmoud sei es in kurzer Zeit auch gelungen, bereits einige Änderungen im Team einzuführen. So sah man beispielsweise Angriffe von Silvio durch die Mitte aber zurückversetzt, von hinten. “Diese Variante habe ich vorher die ganze Saison nie gesehen bei uns”, bemerkte Gygli kritisch.
Quo vadis Näfels?
Ausserdem hat auch Bruno Amorim eine sehr gute Leistung abgeliefert. Es scheint nicht unmöglich, dass er bei Näfels noch die Chance erhält, nächste Saison endlich zeigen zu können, wozu er eigentlich wirklich fähig ist. Und vielleicht wird man auch Josh Klassen, den Kanadier, im Team wiedersehen. Auf jeden Fall ist es ihm gelungen, sich Respekt zu verschaffen und Andy Sutter mindestens ebenbürtig zu ersetzen. Bei Libero Werner weiss man nicht so richtig, was in ihm vorgeht. Sicher aber ist, dass auch er sich Gedanken macht ob er weiterhin das enorme Pensum an Trainings und Spielen voll durchziehen will. Als Akademiker ist er auch nicht auf sein Einkommen als Volleyballer angewiesen, ganz im Gegensatz zu Mittelblocker Silvio, welcher die ganze Saison unter den Erwartungen blieb und nun nach Brasilien zurückkehrt. Roman Sutter, so scheint es, will sich, wie Bruder Andy, ebenfalls vermehrt auf das Beach Volleyball konzentrieren. Sein Vertrag läuft per Ende Saison aus, ebenso wie jener mit Passeur Bedrac. Die grosse Frage um die Position des Passeurs ist eng mit den weiteren Zielen von SEAT Volley Näfels verknüpft. Trotz einer klaren Leistungssteigerung Bedrac’s über diese Saison, hat sich in den zwei Jahren gezeigt, dass Näfels wieder einen Passeur von internationalem Format braucht, will es an die Spitze zurück. Jacky Gaft hat sehr oft angedeutet, auf welch hohem Niveau er eigentlich spielen könnte. Wohl wird man ihn in Zukunft, wie andere Ex-Näfelser auch, in einem wichtigen europäischen Klub in der Champions-League wiederfinden. Wenn Umfeld und die Führung des Trainers stimmen, kann er einiges mehr zeigen als hier im Glarnerland. Tchello der Alleskönner, hat sich in seiner Tätigkeit bei den Junioren sehr wohl gefühlt und es könnte gut sein, dass auch er fortsetzen kann, was er hier begonnen hat. Die Kombination Spieler und Trainer war für den Sportlehrer ideal. Bei Nachwuchshoffnung Fabian Brander wird es Zeit, dass er sich von der Hoffnung zum Stammspieler mausert. Er hat alles was er dazu braucht. Jetzt muss er es nur noch umsetzen. Marco Gygli, last but not least, ist als zweiter Passeur weniger zum Einsatz gekommen als letzte Saison. Talent hat er ohne Zweifel, sein Handicap sind die fehlenden Zentimeter an Körpergrösse. Aber es gibt ja im Volleyball eine Position in welcher die Grösse keine Rolle spielt. Da geht es nur um Reflexe und Ballgefühl und er, als ehemaliger Schüler der Volleyballschule Näfels, hat von beidem genug um vielleicht auf einer anderen Position sein grosses Können zu zeigen.



























































































