Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels hielt dem Druck nicht stand und scheidet aus
SEAT Volley Näfels verliert das entscheidende dritte Playoff Viertelfinalspiel gegen Münsingen und muss nun, wie letzte Saison, den Gang in die undankbare Serie der Playout-Spiele antreten. Diese Pleite kommt unerwartet, deshalb ist auch die Enttäuschung bei Mannschaft und Vereinsleitung umso grösser.
Was sich vor Beginn der in maximal drei Spielen auszutragenden Serie des Playoff Viertelfinale niemand wirklich vorstellen konnte, ist nun halt doch eingetroffen. Die Berner aus Münsingen nutzten die Gunst der Stunde. Gingen sie noch vor Wochenfrist als knappe Verlierer aus dem sgu nach Hause, konnten sie diesmal jubeln und sich freuen über ihren Husarenstreich. Dabei spielten auch ausgerechnet zwei Ex-Näfelser, Mittelblocker Samuel Büschi und Spielertrainer Carlos Guerra, eine tragende Rolle in ihrem Team. Doch nicht nur sie beide, sondern die ganze Mannschaft zeigte im wichtigsten der drei bisher ausgetragenen Tie-Breaks der Saison die besseren Nerven und den grösseren Kampfgeist. In allen drei Spielen über fünf Sätze gewann immer die Mannschaft, welche zuerst zwei Sätze gewinnen konnte. So gesehen hätte man bereits nach dem sicheren Gewinn des dritten Satzes durch die Berner die Klarheit gehabt, dass es leider an diesem Abend für SEAT Volley Näfels nichts mehr zu holen gab.
Münsingen mit viel Schwung
Es gibt eigentlich kein Wenn und Aber. Wenn man nach sehr schlechtem Beginn im ersten Satz mit sechs Punkten im Rückstand liegt, diesen kurz vor Satzende aufholt und dann trotzdem nicht gewinnt, tut das dem Selbstvertrauen bestimmt nicht gut. „Wir haben das Spiel eigentlich bereits im ersten Satz verloren“, glaubt auch ein sehr enttäuschter Manager Ruedi Gygli nach dem Spiel. Dies Plus an Selbstvertrauen welches sich Münsingen da geholt hat, brachten sie über die Runden und liess sie bis zuletzt besser kämpfen und erfolgreicher punkten. „Wir haben immer gewusst, dass wir Näfels schlagen können und der klare Sieg vom Mittwoch hat uns viel Sicherheit gegeben“, meint Coach Marco Bonaria zur Frage was letztlich den Ausschlag gegeben hat zum nicht für die Berner, aber sicher für die Näfelser überraschenden Sieg der Aaretaler.
Klare Steigerung Näfels’ im zweiten Satz
Trotz der knappen Satzniederlage gelang es SEAT Volley Näfels sich in Satz zwei klar zu steigern und diesen mit ganzen neun Punkten Vorsprung zu gewinnen. Es war ein fast perfekter Satz mit sehr wenig Eigenfehlern und hohem Druck schon beim Service, aber auch gutem Blockspiel (Tchello spielte anstelle von Roman Sutter) und vor allem guten Angriffen durch alle Spieler inklusive dem Passeur. Hätten die Näfelser das Match in dieser Qualität durchgezogen, wären sie auch nicht mehr ins Zittern gekommen. „Man darf sich jetzt nicht blenden lassen, das wird noch ein langes Spiel“, warnte Ruedi Gygli und er sollte (leider) Recht behalten.
Münsingen kommt zurück
Die Berner steckten Satz zwei erstaunlich locker weg und kamen schon zu Beginn des dritten Umgangs dank Michel Kertai’s Hammerservices zu fünf Punkten in Serie. In dieser Phase brachte Trainer Carvalho auch Fabian Brander für den noch immer mit Muskelproblemen behinderten Brasilianer Bruno Amorim. Trotzdem kamen die Einheimischen nie näher als bis auf drei Punkte an Münsingen heran. Bei 16:23, als der Satz schon verloren war, kam auch Captain Andy Sutter erstmals wieder seit Dezember zum Einsatz. Satz drei war zwar weg, aber im vierten, nun auch wieder mit seinem Bruder Roman im Einsatz, zwang SEAT Volley Näfels noch einmal das Glück auf seine Seite. Zur Mitte des Satzes gelangen drei Punkte in Folge und damit stellten die Gastgeber auf 12:10. Captain Sutter passierten anschliessend aber zwei Angriffsfehler in Serie, doch der Ausgleich war nur von kurzer Dauer. Schnell war der Zwei-Punkte-Vorsprung wieder hergestellt und bald darauf auch noch auf komfortable sechs Punkte ausgebaut. Brander und Gaft waren jetzt die eifrigsten Punktesammler und Münsingen steuerte auch mit seiner nun (zu) hohen Eigenfehlerquote noch das seine bei. Da konnte auch ein saftiges Ass von Carlos Guerra am Verdickt des Satzausgleiches nichts mehr ändern. Es war übrigens der nun gut in Fahrt gekommene Brander, welcher den Satzball buchte zum vielumjubelten Satzausgleich von 2:2.
Auf Hoffnung folgt Enttäuschung
Jetzt schöpften alle in der Buchholzhalle wieder Hoffnung, denn im Tie-Break hatte ja Näfels bisher gegen Münsingen nicht verloren. So wähnten Fans und Spieler das Momentum auf Näfelser Seite. Welch grosser Trugschluss! Es zeigte sich rasch, dass der Druck in den Näfelser Köpfen viel schwerer wog als in des Gegners Köpfen. Brander konnte erst einen Angriffsball nicht mehr kontrollieren und beklagte nachher auch noch zwei Angriffsfehler in Folge. Damit stand es 5:8 und dieser Rückstand war, wie sich zeigen sollte, der Knacks und damit der Anfang des Endes. Daran sollten auch die beiden Time-outs von Trainer Carvalho nichts mehr ändern. Münsingen spielte und liess seinen Gegner, zur Verzweiflung des Publikums, die Fehler machen. Carlos Guerra servierte zweimal hintereinander auf Gaft mit dem Resultat, dass dieser einmal schon bei der Annahme und einmal beim anschliessenden Angriff, wieder nach schlechter Annahme, den Fehler machte. Damit stand es 8:13 und die Sache war gelaufen, auch weil der Israeli anschliessend gleich auch noch seinen Service verhaute. So verlor SEAT Volley Näfels zum zweiten Mal innert drei Tagen gegen ein Team, welches es vorher viermal in Serie geschlagen hatte. Sport kann sehr hart sein und der Ausdruck in den Gesichtern der geschafften Spieler zeigte nur noch eines: ENTTÄUSCHUNG!!
Matchtelegramm
Glarus, Buchholz: 24.01.2009, 17:00
Spieldauer 115 Minuten
Zuschauer: 199
SEAT Volley Näfels vs SWICA Volley Münsingen 2:3 (24:26, 25:16, 17:25, 25:20, 9:15)
SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Gaft, Silvio, Brander, Roman Sutter, Bruno, Tchello; Gygli, Pfister
Trainer: Leo Carvalho
SWICA Volley Münsingen: Joslin (Passeur), Morgenthaler (Libero), Kertai, Augsburger, Büschi, Weingart, Salgado, Guerra; Kissling, Weber
Trainer: Bonaria und Guerra
1.SR: Stanisic Sascha
2.SR: Sikanjic Aleksander



























































































