Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels entledigt sich erst im fünften Spiel seiner Abstiegssorgen
Der Meistertitel ist zwar weg, aber wenigstens auch das Abstiegsgespenst. SEAT Volley Näfels mit dem Glück des Tüchtigen, gewinnt die Serie gegen Pallavolo Lugano. Im entscheidenden Moment war das Näfelser Kollektiv etwas stärker und die Leistung der Dragons etwas schwächer als noch am Donnerstag. Dies machte den kleinen Unterschied in einer ansonsten äusserst ausgeglichenen Playout-Serie. Zur Erleichterung aller im Klub, steht nun lediglich noch das Playout gegen den VBC Sursee auf dem Programm. Dieses kann und darf nun ohne jeglichen Druck in Angriff genommen werden.
Trotz schlechtem Beginn brauchten die Spieler im letzten und wichtigsten Spiel der Serie nicht erst eine Standpauke des Trainers um einen Gang höher zu schalten und im Kollektiv zu agieren. Es zeugt davon, dass jeder wirklich wusste worum es ging und sich die Stammsieben gegenseitig ins Spiel pushte. Ab Mitte des zweiten Satzes hatte das ganze Team wieder richtig festen Boden unter den Füssen mit dem Resultat, dass nicht nur dieser, sondern auch die beiden folgenden Sätze gewonnen werden konnten. Es gab keinen Durchhänger mehr auch nicht im vierten Satz, als die Benne-Truppe zu Beginn kurzzeitig mit drei Punkten im Rückstand lag. Innert Minuten waren die Näfelser wieder an den Luganesi dran, um kurze Zeit später selbst zur Kür in diesem Spiel anzusetzen.
Näfels besser – Lugano ebenbürtig
Nein, dies ist kein Widerspruch. Mit der gezeigten Leistung war der heutige Sieg ganz sicher verdient, von einem Klassenunterschied zwischen diesen beiden Mannschaften zu sprechen ist aber sicher falsch. In sieben Partien über die ganze Saison steht das Verhältnis nach Siegen 4:3 und nach Sätzen 17:14 und dies auch nur dank dem 3:0-Sieg der Glarner zu Beginn der Saison über die damals noch nicht topfiten Luganesi. Man darf auch daran erinnern, dass es sich bei dieser Playout-Serie um den Kampf zwischen dem Sechsten und dem Siebten der Regular-Season gehandelt hat.
Gut für Meister Näfels, sich nun gegen Sursee darum kümmern zu dürfen, wer die Meisterschaft im fünften Rang abschliesst. Bitter für die Dragons, sich auch diesmal wieder gegen den Abstieg wehren zu müssen. In beiden gespielten Playoffs dieser Saison haben die Ticinesi die Belle verloren. Von nun an dürfen sie sich aber berechtigte Hoffnungen machen, die beiden nächsten siegreich zu beenden. Meister Näfels haben sie alles abverlangt und auch Chênois haben sie zumindest gekitzelt. „Ich kann im Moment nicht sagen ob ich mehr traurig oder wütend bin, auch diese Entscheidung wieder verloren zu haben,“ meinte Luganos’ erneut bester Spieler Carlão nach dem Spiel. Und sein brasilianscher Landsmann, Passeur Ruan pflichtete ihm bei: „Wir waren sehr nahe dran und es nicht geschafft zu haben, hinterlässt bei mir einfach grossen Frust.“ Einige seiner Mitspieler seien heute nicht mehr hundertprozentig bereit gewesen, stellte er frustriert fest.
Steht jetzt die Stammformation?
Es hätte der Leistung vom Donnerstag bedurft um dieses Näfels noch einmal in die Schranken zu weisen. Letzlich war wohl der Heimvorteil doch von grosser Bedeutung und gab der Benne-Truppe den nötigen Boden unter die Füsse. „Ich bin sehr froh über diesen Ausgang und denke, dass nun etwas Ruhe im Team einkehrt,“ meinte ein ebenfalls sehr erleichterter Teammanager Gygli. „Es wäre bedenklich gewesen, hätten wir wirklich gegen den Abstieg spielen müssen.“ Die Stammsieben habe sich nun doch klar herauskristallisiert und bewährt und sie dürfte auch die Startformation beim Cupfinal sein. Dass ihr da aber ein ganz anderer Wind um die Ohren pfeiffen wird ist schon anzunehmen.
Klaus Görauch’s Erleichterung
„Bestimmt hat man den Felssturz in der linth arena gehört, welcher mir vom Herzen gefallen ist nach Mitte des vierten Satzes.“ Präsident Klaus Görauch ist während den Spielen emotional immer tief im Geschehen drin. Entsprechend froh und erleichtert zeigte auch er sich nach der gewonnenen Serie. „Die Spieler waren in einer misslichen Situation und ich bin sicher, dass dieser Sieg auch Energien frei machen wird für das Spiel in Bern vom nächsten Samstag,“ nahm der Präsident Anteil am Schicksal seiner Spieler. Im Sport gebe es für nichts eine Garantie, es könne immer alles passieren und so seien die gezeigten Spiele auch für die Zuschauer eine neue Erfahrung gewesen. Oft habe er früher gehört, dass sein Klub ja ohnehin alles gewinne und man deshalb ja auch erst für die Finalspiele in die linth arena kommen müsse. Die Erfahrung dieser Saison sei doch eher schmerzhaft gewesen, nicht mehr an der Spitze zu stehen. „Nun aber bin ich voller Hoffnung für den Cupfinal,“ blickte der Präsident bereits wieder erwartungsfroh nach vorn.



























































































