Samstag, 24. Oktober 2009; 21:17
Allgemein

Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels bleibt ungeschlagen an der Spitze

Von: Rolando K. Küng

Die Näfelser Volleyballer behalten ihre weisse Weste auch weiterhin. In einem lebhaften und interessanten Spiel besiegten sie die Genfer von CS Chênois nach Satzrückstand doch noch im Tiebreak. Damit ist SEAT Volley Näfels moralisch gut gerüstet für das heutige Topspiel der Runde gegen Volley Amriswil.




SEAT Volley Näfels startete in seiner Standardformation (Gygli, Polak, Werner, Meyer, Benetti, Büsser, Brander) fulminant. Die Genfer bekundeten einmal mehr, recht grosse Mühe mit der niedrigen Halle im Buchholz in Glarus und auch mit den sehr speziellen Lichtverhältnissen. Schon oft hat dies dem Heimklub Vorteile gebracht und so schien es auch diesmal zu sein. Es war aber erstaunlich, wie sehr sich die Romands nach der klaren Satzniederlage im ersten Satz danach steigern konnten. „Hätten wir Satz eins gewonnen, wäre das ganze Spiel anders verlaufen“, meinte Coach Georgiou dazu. Dominierte Näfels vor allem dank seines guten Services am Anfang, wendete sich das Blatt in den Sätzen zwei und drei klar zu Gunsten von Chênois. Mit zunehmender Dauer des Spiels schienen die Glarner in eine Sackgasse zu geraten. Ein eher diskreter Gustavo Meyer schien nicht seinen besten Tag zu haben und Fabian Brander wurde Mitte des zweiten Satzes richtigerweise durch Rafa Zurgilgen ersetzt. Dieser brachte zwar neuen Schwung ins Team, doch das reichte trotzdem nicht um die nun auf Hochtouren laufende Angriffsmaschinerie des Gegners zu stoppen. Das sonst so erfolgreiche Blockspiel der Glarner war inexistent, Passeur Gygli irgendwie blockiert und sogar Dalibor Polaks Effizienz in Service und Angriff liess deutlich nach. Und dadurch gingen die Sätze zwei und drei beide relativ klar verloren.

 

 

Dank Passeur Bedrac wieder im Spiel

 

Mit der Einwechslung noch vor Ende des zwar eigentlich schon verlorenen dritten Satzes von Passeur Bedrac, setzte Näfels aber doch ein Zeichen für den weiteren Verlauf des Spiels. Auch Fabian Brander war aufs Feld zurückgekehrt und entsprechend heiss, seinen Platz zu verteidigen. Für Ivan Bedrac begann der vierte Satz vorzüglich. Er servierte zuerst ein Ass und nachher noch einen Service Winner. Damit war er endgültig im Spiel und sein Selbstvertrauen zurück. Profitieren davon konnte die ganze Mannschaft, welche nun wieder spielte wie aus einem Guss. Dies sehr zur Freude des Publikums, welches die gute Leistung auch entsprechend mit lautstarken Anfeuerungsrufen honorierte. Recht bald stand es 10:4 für SEAT Volley Näfels. Jetzt spürten die Genfer den erhöhten Druck und ihre Leistung liess deutlich nach. Die Entscheidung brachte eine Viererserie an Näfelser Punkten zuerst durch einen wuchtigen Angriff von Polak, gleich anschliessend durch einen Einerblock von Meyer, einem Doppelblock durch Büsser und Polak und dem entnervten Angriffsfehler auf der Gegenseite durch Tomasik. Damit stand es 22:15 und der Satzgewinn war nur noch eine Formsache. Es spricht aber für den Gegner, dass er auch jetzt noch nicht aufgab und die Gastgeber sogar noch zu einem Timeout zwang. Polak verwertete aber danach den Satzball zum Satzausgleich mit einem Heber über den Genfer Block.

 

 

Momentum und grösserer Siegeswille für Näfels

 

Das Momentum war jetzt klar auf der Seite von SEAT Volley Näfels und mit den Zuschauern im Rücken konnte eigentlich schon fast nichts mehr schief gehen. Bedrac dirigierte, Libero Werner hielt seinen Rückraum unter Kontrolle und vorne wurden regelmässig die Sideout-Punkte gemacht. Ein Blockpunkt von Be-Be (Bedrac und Benetti) sowie ein Gegenangriff durch Polak und schon hatte Näfels ein Polster von drei Punkten. Aber die drohende Niederlage vor Augen wehrten sich die Rhonestädter noch einmal nach Kräften. Tomasik buchte einen Angriffspunkt und gleich nachher servierte er mit dem Mut der Verzweiflung ein Ass. Thomy Büsser spielte äusserst effizient und cool und versorgte den nächsten Ball über die Mitte im Feld der Genfer. Das war die Vorentscheidung gewesen. Die letzten beiden Punkte für Näfels buchte Fabian Brander, welcher damit erneut zeigte wie gut er spielen kann und wie wichtig er für diese gesamthaft sehr homogene Mannschaft ist.

 

 

Nach einem Sieg schläft man besser

 

„Nach einem Sieg schläft sichs immer besser“, meinte Trainer Polak schon im Hinblick auf das heutige Spiel gegen Volley Amriswil. „Natürlich war ich gegen meinen ehemaligen Klub besonders motiviert. Es war ein Service-Spiel welches durch das Team mit dem gesamthaft besseren Service entschieden wurde“, blickte Polak zufrieden auf das Match zurück. „Es würde mich nicht wundern, wenn diese beiden Mannschaften zum Schluss der Meisterschaft wieder gegeneinander spielen würden“, resümierte Manager Gygli das soeben gesehene.

 

Buchholz Glarus – 185 Zuschauer – Spieldauer 120 Minuten.

SEAT Volley Näfels – CS Chênois 3:2 (25:19, 21:25, 20:25, 25:20, 15:11)

 

MVP Näfels: Dalibor Polak

MVP Chênois: Dritan Cuko

 

SEAT Volley Näfels: Meyer (Captain), Gygli (Passeur), Werner (Libero), Fabian Brander, Benetti, Büsser, Polak; Bedrac, Zurgilgen, Michael Brander, Walzer. Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Gygli

 

CS Chênois: Warynski (Passeur und Captain), Kovar (Libero), Husaj, Steigmeier, Cuko, Tomasik, Michalec; Abramov, Voirol, Dronsart, Trainer: Dritan Cuko, Coach: Michel Georgiou

Bild: Köbi Hefti - So sieht das Publikum seine Lieblinge gerne. Jubelnd und tanzend nach einem weiteren Sieg.