Meisterschaft NLA: SEAT Volley Näfels bleibt punktgleich mit Leader
Näfels' Volleyballer bezwangen den Aufsteiger Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten zuhause mit 3:0. Das Resultat kommt wie gewünscht, die gezeigte Leistung lässt aber Fragen offen.
Laufenburgs’ schärfste Waffe war wie erwartet Andy Sutter. Der Ex-Näfelser-Captain punktete regelmässig, wenn er die Bälle so zugespielt erhielt, dass er sie auch verwerten konnte. Doch taktisch war das Team von Trainer Polak sehr gut auf seinen Gegner, oder eben Andy Sutter, eingestellt. Man sah viele Services ganz kurz hinter das Netz gespielt, welche Annahmespieler Sutter zwar vor keine Probleme stellten, ihn jedoch gleichzeitig für den nächsten Angriff aus dem Spiel nahmen. So musste Passeur Heimgartner oft Alternativen für seine Angriffe finden. Roman Sutter, anders als noch in Näfels als Mittelangreifer, spielte auf Diagonal. Wobei er dies mit mässigem Erfolg tat und ab Satz zwei durch Camille Bugmann ersetzt wurde.
Zurgilgen ersetzt Brander
Das Spiel begann ausgeglichen. Dies aber nicht zuletzt wegen eines erneut miserablen Starts von Fabian Brander, welcher bis zum ersten technischen Time-out bereits vier Fehler auf seinem Konto hatte. Wie schon im Spiel gegen Lugano, wurde er dann sofort durch Rafa Zurgilgen ersetzt und verfolgte den Rest des Spiels von der Ersatzbank aus. Irgendwann in dieser Saison wird Näfels aber diesen sehr talentierten Spieler noch dringend brauchen. Es fragt sich nur, wie lange er noch braucht, um endlich als einer der ganz wichtigen Spieler im Team anzukommen. Brander hat alle Voraussetzungen dazu und es wäre sehr schade wenn er es nicht packt. Derweil machte aber Rafa Zurgilgen seine Sache immer besser, spielte in Annahme und Service stabil und steigerte sich auch im Angriff mit fortlaufender Dauer des Spiels.
Nach einem Drei-Punkte-Vorsprung zu Satzmitte kassierte Aufsteiger Laufenburg nachher eine Serie von sechs Punkten in Folge durch die Näfelser Volleyballer. Zeitweise waren die zahlreich mitgereisten Fans aus dem Fricktal bei weitem besser zu hören als die verhaltenen Glarner Zuschauer. Doch die Aufholjagd von SEAT Volley Näfels unter der Führung von Spielertrainer Polak liess diese Euphorie als Strohfeuer verglühen. Denn jetzt hatte Näfels das Spiel wieder im Griff und das blieb so bis zum Satzende, wo Gustavo Meyer zweimal hintereinander den Angriff verwertete und zum 1:0 nach Sätzen stellte.
Grosse Aufholjagd Laufenburgs’ für die Katz
Das spielerische Niveau im zweiten Satz sackte zusehends ab. Gegner Smash05 konnte zeitweise überhaupt nicht mehr mithalten und lag bei 17:9 scheinbar uneinholbar und hoffnungslos zurück. Doch dann buchten die Aargauer vier Punkte in Serie, was Coach Mani Müller zu einem Näfelser Time-out veranlasste. Es zeigte sich jedoch, dass durch zu viele Näfelser Eigenfehler und zu wenig konsequent vorgetragenen Angriffen der Vorsprung kontinuierlich weiter schmolz. Mit einem Doppelblock durch Juric und Andy Sutter auf einen Angriff von Polak erreichte der Gegner den vielbejubelten Ausgleich zum 20 Punkte beide. Irgendwie war das dann aber doch zuviel und jetzt waren die Glarner wieder hellwach. Je zweimal Zurgilgen und Polak waren für die nächsten Näfelser Punkte verantwortlich. Den Punkt zur 2:0-Satzführung schenkte Jost den Glarnern mit einem Angriffsfehler.
Möglichst schnell zum Fussball schauen
In der grossen Pause vor dem dritten Satz gab es eigentlich nur ein Thema. Der WM-Final U17 in Nigeria würde schon bald beginnen. So wünschten sich wohl alle in der linth arena, dass es ihren Lieblingen von SEAT Volley Näfels gelingen möge, das Spiel nach dem nächsten Satz zu beenden. Und da es vom spielerischen Gehalt her ohnehin kein grosses Spiel war, wollte man sich dann doch viel lieber dem Fussballspiel zuwenden können. Und wie die Zuschauer dachten, handelten wohl auch die Spieler. Und zwar auf beiden Seiten. Laufenburg hat zur Zeit nicht die spielerischen Mittel gegen einen auch nur halbwegs „normal“ spielendes SEAT Volley Näfels mitzuhalten. Die Konzentration und Spannung war irgendwie auch weg, was sich in einer wahren Orgie an Servicefehlern auf beiden Seiten zeigte. Bei Satzmitte gelangen drei Angriffspunkte hintereinander, was Näfels den Vorsprung eintrug, welchen sie bis Satzende nicht mehr abgeben sollten. Ein Kurzeinsatz von Marc Walzer, dem Youngster in den Näfelser Reihen, brachte dem Team zwei weitere Punkte ein bevor Gustavo Meyer mit einem Service-Winner den Punkt zum Matchball erspielte.
Ein Spiel ohne grosse Höhepunkte und auf spielerisch eher bescheidenem Niveau wurde durch SEAT Volley Näfels klar in drei Sätzen gewonnen und war damit vielleicht die Vorspeise für einen von Spannung und Gehalt her doch etwas emotionaleren WM-Final der Fussball-Junioren.
Matchtelegramm
Linth arena sgu, Näfels, 15. November 2009, 17.00 Uhr
Spieldauer 70 Minuten
Zuschauer: 199
SEAT Volley Näfels - Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten 3:0 (25:22, 25:21, 25:20)
SEAT Volley Näfels:
Gygli (Passeur), Werner (Libero), Meyer (Captain), Zurgilgen, Benetti, Büsser, Polak; Bedrac, Walzer, Brander Fabian und Michael
Gegner: Heimgartner David (Passeur, Captain) Heimgartner Marco (Libero) Juric, Schmid, Sutter Andy, Sutter Roman, Grgic; Bugmann, Jost, Essig, Eberle
1.SR: El Assad Tarek
2.SR: Tschrischnig Helmut



























































































