Sonntag, 16. Dezember 2007; 16:01
Allgemein

Meisterschaft NLA: Rien ne va plus – Erneute Klatsche gegen CS Chênois

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels – CS Chênois 0:3 (22:25, 22:25, 20:25)   Mit nur gerade sieben Spielern angereist, zeigten die Genfer ein gutes Spiel mit wenig Eigenfehlern und nutzten ihre Chancen zum Punkt konsequent. Gegenüber stand ihnen eine Näfelser Mannschaft welche auch heute wieder im Kopf nicht bereit war und den Killerinstinkt vermissen liess. Nach dieser Vorstellung ist es an der Zeit über die Bücher zu gehen, denn in dieser Zusammensetzung ist Treten an Ort angesagt. Es fehlt der Leader, welcher imstande ist die entscheidenden Akzente zu setzten und dem Spielverlauf eine Wende geben zu können.

Wann kommt das Momentum?

 

Alle in der linth arena warteten drei Sätze lang darauf, dass im Team der Einheimischen der berühmte Ruck durch die Mannschaft geht um vielleicht zuerst den laufenden Satz und dann auch noch das Spiel zu gewinnen. Aber wie schon in manchem Match vorher, gelang es auch heute nicht, dass jeder Einzelspieler wenigstens seine normale Leistung hätte abrufen können und mindestens diese hätte es schon gebraucht, um das krankheitsbedingte Genfer Rumpfteam schlagen zu können. „Einer spinnt immer und wenn’s zwei sind ist’s schlimmer,“ meinte Präsident Görauch nach dem Spiel mit Galgenhumor. Diese Aussage bringt aber auf den Punkt wo das Problem liegt. Läuft es einem Spieler schlecht, gelingt es den andern nicht, diesen aus seinem Loch herauszureissen oder wenigstens mit seiner eigenen Top-Leistung die Schwäche des Mitspielers auszumerzen. Captain Andy Sutter wurde konsequent anserviert und kam während des ganzen Spiels nie dazu, seine Annahme zu stabilisieren. Aber auch Vinicius und Libero Werner konnten ihm nur bedingt helfen, da auch sie nicht immer sattelfest waren. Als Konsequenz daraus wurden auch die Angriffe oft zu zögerlich vorgetragen und Chênois war zumindest mit seinem Block fast immer noch am Ball. So folgte ein Gegenangriff am andern und die Romands wussten diese kompromisslos durchzubringen. Dritan Cuko und Jaromir Grün waren dafür verantwortlich, dass die Bälle den Näfelser Rückraumspielern nur so um die Ohren flogen.

 

Serviceserie von Asmar liess die Annahme schlecht aussehen

 

In Satz eins war bei 16 Punkten das letzte Mal Gleichstand, ehe die Rhonestädter davonzogen. Wobei es Näfels gelang, noch einmal bis auf 21:22 aufzuschliessen. Aber dann war fertig mit lustig und Chênois brachte den Satz entschlossen und sicher nach hause. Im folgenden Satz lagen die Glarner mit 8:7 vorn, ehe Nati-Mittelblocker Ralf Asmar sieben Mal hintereinander servieren konnte. Die Nerven der Bolle Truppe lagen blank und die eklatante Annahmeschwäche sah nun jedes Kind. Man hörte die schlotternden Knie sämtlicher Näfelser Annahmespieler klappern. Das Selbstvertrauen war auf dem Nullpunkt angelangt und der Punktestand bei 8:14, als Asmar durch einen Servicefehler die Annahmespieler um Captain Andy Sutter endlich selbst erlöste. Punkt für Punkt holte Näfels aber wieder auf und nun schien endlich das Momentum gekommen, beim Stand von 19:20 Chênois nicht nur ein- sondern überholen zu können. Wenn die Genfer aber einen Fehler machten, folgte ihr nächster side-out Punkt sofort und ebenso sicher und deshalb konnte Näfels noch nicht einmal ausgleichen, sondern blieb immer um den einen Punkt zurück bis Chênois auch den zweiten Satzball im Trockenen hatte.


Weihnachtsgeschenk für Chênois

 

Fast alle Zuschauer glaubten daran nach dem Pausentee ein verändertes, entschlossenes Näfels auf das Spielfeld zurückkehren zu sehen. Was dann aber folgte war schlicht ein Trauerspiel. Diesmal war die Reihe an Jaromir Grün mit einer Serie von perfiden, guten Services die Näfelser Annahme komplett von der Rolle gleiten zu lassen und kaum begonnen, stand es 1:8 in diesem Satz. Und dieser Satz sollte noch die Wende bringen? Hüben und drüben übertönten die Fluchlaute nach misslungenen Aktionen die immer spärlicher werdenden Anfeuerungsrufe. Das Publikum goutierte keineswegs, dass es in dieser Mannschaft niemanden geben soll, welcher genug Energie hat die Wende herbei zu führen. Und wenn auch die Romands durch unnötiges Reklamieren und als Konsequenz einer gelben Karte mit dem Verlust eines Punktes kurrzeitig ihre Konzentration verloren, zu mehr als einem Aufholen von fünf Punkten auf 6:8 reichte es nicht. Einmal ihren Tritt wiedergefunden, zog Chênois Punkt für Punkt davon und schnell merkte man, dass die Sache gelaufen war. „Wahrlich ein schönes Weihnachtsgeschenk, welches wir uns hier gleich selbst gemacht haben,“ meinte ein sehr zufriedener Trainer Yilmaz nach dem Spiel.

 

MVP Näfels: Joelson

MVP Chênois: Libero Fellay


Matchtelegramm

 

linth-arena sgu 16.12.2007, 17:00
Spieldauer  73 Minuten
Zuschauer: 300

 

SEAT Volley Näfels – CS Chênois 0:3 (22:25, 22:25, 20:25)

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Gygli (Passeur) Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Roman Sutter, Christof Suter, Büschi, Joelson, Miller, Vinicius, Pfister, Trainer: Michel Bolle

 

CS Chênois: Warynski (Passeur), Asmar (Captain), Fellay (Libero), Grün, Cuko, Francini, Mezgitci, Trainer: Mehmet Yilmaz

 

1.SR: Christina Nellen

2.SR: Heinz Tschumi